Ausstellungseröffnung: Freitag, 14. Februar 2020, 19 Uhr
Ausstellungsdauer bis 17. Mai 2020
KIT – Kunst im Tunnel, Mannesmannufer 1b, 40213 Düsseldorf

Ist es in einer Zeit, in der die audiovisuellen Medien fest in unserem
Bewusstsein verankert sind, noch möglich, eine kritische Haltung
einzunehmen zu der uns umgebenden Fülle an Nachrichten, Meinungen und
pausenloser Selbstdarstellung? Sieben Studierende und Absolvent*innen der
Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) gehen dieser Frage ab Freitag, den
14. Februar, im KIT - Kunst im Tunnel in Düsseldorf nach. Multimediale
Arbeiten wie Klanginstallationen, akustische Wände oder Raumergreifungen,
Lentikulardrucke, Textilarbeiten und Videoinstallationen bereichern den
originellen Ausstellungsraum, der zwischen den Tunnelröhren für den
Autoverkehr unter dem Mannesmannufer liegt.

Die Ausstellung ist bereits das dritte Projekt, das im Rahmen einer
Kooperation mit der KHM realisiert wird. Eine Zusammenarbeit, die
aufzeigt, wie vielfältig der Kunstbildungsstandort NRW ist.
Kuratiert von Mischa Kuball und Gertrud Peters. Die Ausstellung wird
gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse
Düsseldorf und der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland.

Céline Bergers (*1973) Fokus liegt auf der Sprach- und Bildwelt heutiger
Arbeits- und Unternehmensstrukturen. In der Videoarbeit „Rare Birds In
These Lands“ erkundet die Künstlerin die Schnittstelle zwischen Kunst und
Unternehmen. Ausgangspunkt ist ein Risikoanalyse-Workshop und die Frage,
welche Auswirkungen es hat, wenn Künstler mit Unternehmen
zusammenarbeiten.
András Blaszek (*1984) installiert im KIT eine „akustische Wand“ und
experimentiert mit den Möglichkeiten, wie Klang im Raum selbst zur
Architektur werden kann. Seine Installation spielt mit der Wahrnehmung des
Betrachters: Sie ruft den auditiven Eindruck von Sound hervor, ohne dass
tatsächlich Sound erklingt.
Mit „Dark Matter“ zeigt Viktor Brim (*1987) dokumentarische Aufnahmen
einer Diamantmine in Jakutien. Aneinandergereiht erzeugen einzelne
Filmschnipsel ein bedrückendes Stimmungsbild: Zwischen dichten
Nebelschleiern, dem Rauschen des Windes und weitläufigen Landschaften
offenbart sich der brutale und naturzerstörende Rohstoffabbau.
Das multimediale Werk „A Lotus Is A Lotus“ von Anna Ehrenstein (*1993)
befasst sich mit verschiedenen kulturellen Phänomenen und ihrer
Manifestation als „Fake“ and „Folk“: Markenfälschung und folkloristische
Objekte als Souvenirs. Die Erforschung der zeitgenössischen Verbreitung
von Exotika dient als Ausgangspunkt für eine fieberhafte Traumlandschaft
aus Lentikulardrucken, Textilarbeiten und einer Video-Installation.
Mit „Pluvial“ zeigt Kerstin Ergenzinger (*1975) eine bewegliche
Klanginstallation. Das 80-kanalige Rauminstrument erzeugt akustisch
regnerische Bedingungen: sei es ein einzelner Niederschlag oder anhaltende
Regenfälle. „Pluvial“ lädt ein, sich in die Klänge hinein zu begeben und
in ihnen aufzugehen.
Denzel Russell (*1989) beleuchtet in seiner Videoinstallation „Schwarz,
Weiß und Blau“ die ökonomischen und kulturellen Unterschiedene zwischen
den drei Ländern, die ihn geprägt haben: die USA, Trinidad und Tobago und
Deutschland. Dabei interessieren ihn Identitäten wie die der früh
verstorbenen afroamerikanisch-deutschen Dichterin May Ayim.
„Die Architektur des Unbewussten“ von Søren Siebel ist eine Interaktion
zwischen Körpern, Sound und Umgebung. Durch halbtransparente Wände
entstehen neue Räume in denen die Musik von Bad Grossfeld erklingt. Nach
einer Choreografie des Künstlers bewegen sich Tänzer durch die
Installation, die frei zugänglich für das Publikum ist.