Neuer Masterstudiengang „International Organisations and Crisis
Management“ an der Universität Jena zum Wintersemster 2020/21.
Internationale Studierende können sich bis zum 31. Juli bewerben, für
Bewerbungen aus Deutschland endet die Frist am 15. September.



Eurokrise, Flüchtlingskrise, Krim- und Ukraine-Krise und nun Covid-19.
Krisen und krisenhafte Ereignisse gehören zum menschlichen Leben. Heute
wie einst. In der Frühen Neuzeit verbreitete die Pest in Europa Angst und
Schrecken – weite Landstriche wurden während der Epidemie entvölkert.
Heute hält beinahe die ganze Welt wegen Covid-19 den Atem an, zugleich
verwüsten Heuschreckenschwärme weite Teile Ostafrikas und rufen dort eine
Hungerkrise hervor. Auch Terroranschläge und kriegerische
Auseinandersetzungen sind grausamer Alltag in vielen Teilen der Welt.

Nach der Krise ist vor der Krise

„Nach der Krise ist vor der Krise. Die Frage steht, was Krisen gemeinsam
haben und wie wir ihnen begegnen können“, sagt Prof. Dr. Rafael Biermann
von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Politikwissenschaftler
hat gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Christian Kreuder-Sonnen einen
neuen Masterstudiengang konzipiert. Vom Wintersemester 2020/21 an sind
Studierende aus Deutschland und der ganzen Welt eingeladen, in Jena
„International Organisations and Crisis Management“ zu studieren. Wie
Prof. Kreuder-Sonnen erläutert, werde besonders die Arbeit internationaler
Regierungs- aber auch Nichtregierungsorganisationen untersucht, denn
Krisen machen nicht vor Ländergrenzen Halt. Im Fokus stehen Organisationen
wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, die
Weltgesundheitsorganisation, das Internationale Rote Kreuz und Ärzte ohne
Grenzen. Der neue Studiengang ist international und englischsprachig
konzipiert. Vier Semester lang können Studierende aus allen Ländern der
Welt und unterschiedlichen Kulturen gemeinsam Krisen aus ihrer je eigenen
Perspektive studieren.

„Wir bedenken die Möglichkeiten und Grenzen internationalen Krisenhandelns
ebenso wie die Versuchungen zum nationalen Alleingang und die
Notwendigkeiten internationaler Koordination“, sagt Prof. Kreuder-Sonnen.
Bedacht würden zudem die Legitimitätskrisen, in die Organisationen selbst
geraten, wenn sie einer Krise nicht gerecht werden und reformiert werden
müssen.

Pflichtsemester im Ausland

Der neue Studiengang „International Organisations and Crisis Management“
sieht ein Pflichtsemester im Ausland vor – an Universitäten wie
Birmingham, Haifa oder Rhodes Island, wo ebenfalls Krisen und
Organisationen studiert werden können. Vorgesehen sind zudem Seminare mit
Praktikern ebenso wie Exkursionen zum Sitz internationaler Organisationen
in Europa oder Praktika in Organisationen, Ministerien oder
„Denkfabriken“. Eine regelmäßige Sommerschule wird sich diversen
Krisenszenarien widmen.

Mit dem neuen Studiengang möchte das Institut für Politikwissenschaft der
Uni Jena dazu beitragen, Erfahrungen wie die Corona-Krise langfristig zu
bewahren und zu reflektieren, außerdem Experten mit breitem Krisenwissen
für internationale Organisationen, nationale Verwaltungen, für Medien,
Industrie und Wissenschaft auszubilden.

Internationale Studierende können sich bis zum 31. Juli bewerben, für
Bewerbungen aus Deutschland endet die Frist am 15. September. Für
Studieninteressierte mit formalen Fragen zum Bewerbungsprozess gibt das
Master-Service-Zentrum Hilfe unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Inhaltliche Fragen
zum neuen Studiengang beantwortet der Studienberater unter: study-
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