Kulturbecken einer modernen Warmwasserkulturanlage  Adrian Bischoff-Lang
Kulturbecken einer modernen Warmwasserkulturanlage Adrian Bischoff-Lang

Zum 1. Januar 2020 wurde das Interreg-Projekt AquaVIP (Aquaculture virtual
career development platform for the South Baltic Region) ins Leben
gerufen, das auf eine Entwicklung des Aquakultursektors und eine
Verlagerung des Schwerpunkts in den südöstlichen Ostseeraum zielt. Das
dreijährige Vorhaben wird vom Klaipeda Science and Technology Park in
Litauen geleitet und von der Universität Rostock (Deutschland), der
Universität Gdańsk (Polen) und der Universität Klaipeda (Litauen)
begleitet. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung gefördert.

Ziel der langfristigen Strategie „Blaues Wachstum“ der Europäischen
Kommission ist es, das nachhaltige Wachstum in allen marinen und maritimen
Wirtschaftszweigen zu unterstützen. Die Aquakultur gehört dabei zu einem
der vielversprechendsten Sektoren der maritimen Wirtschaft bezüglich des
Wachstums- und Arbeitsplatzpotenzials. Im südlichen Ostseeraum ist die
Aquakultur bisher jedoch noch kein weit verbreiteter Wirtschaftszweig. Der
Bedarf an hochqualifiziertem Personal und Wissen in der modernen
Aquakultur ist sehr hoch. Hier wird das Projekt „AquaVIP“ ein Aktionsfeld
haben. Das Vorhaben konzentriert sich auf die Förderung der Ausbildung
durch die Förderung von Studierenden und Fachkräften in diesem Sektor mit
dem Ziel, gut vorbereitete Arbeitskräfte sowie eine Ausweitung des
Aquakulturmarktes im südlichen Ostseeraum zu erreichen. Die AquaVIP-
Partner verfügen über langjährige Erfahrung und Kompetenzen im Bereich der
Aquakultur.

Besonderes Augenmerk wird das Projekt auf die Untersuchung bewährter
Praktiken und den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Bezug auf das
bereits vorhandene und zukünftige Personal für die blaue und grüne
Wirtschaft des Aquakultursektors legen. Darüber hinaus wird in
Zusammenarbeit mit assoziierten Partnern und weiteren Akteuren an
gemeinsamen Entwicklungen maßgeschneiderter Lösungen zur Verbesserung der
Personalsituation sowie der Erprobung innovativer Methoden und Instrumente
gearbeitet. AquaVIP wird internationale Netzwerke mit Organisationen
bilden, welche die gleichen Ziele verfolgen und sektorübergreifende
Kooperationsmöglichkeiten untersuchen.

„Im Rahmen dieses Projekts werden wir eine starke Basis für die Stärkung
von Aquakulturprogrammen an den Universitäten schaffen, praktische
Erfahrungen für akademische Gemeinschaften bereitstellen und Bedingungen
für Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Die innovative Aquakultur
wird den Unternehmen in unserer Region und der Gesellschaft im Allgemeinen
zugutekommen, da sie gesunde, sichere und regional produzierte
Lebensmittel von hoher Qualität liefern wird. Der Einsatz innovativer
umweltfreundlicher Produktionstechnologien wird auch neue und
internationale Märkte eröffnen und damit weitere neue Arbeitsplätze und
ein blau-grünes Wachstum im südlichen Ostseeraum schaffen“, betont Andrius
Sutnikas, Projektleiter und Entwicklungsmanager im Wissenschafts- und
Technologiepark Klaipeda.

Verschiedene Experimente, mit unterschiedlichen Schwerpunkten werden in
den Einrichtungen der Partner durchgeführt und sind als Kernaktivitäten
für die Ausbildung und Vernetzung der Partnerländer und des
Aquakulturpersonals vorgesehen. Die Forschungsaktivitäten werden
beispielsweise die Verbesserung künstlicher Nahrungsketten für die Zucht
empfindlicher Fischlarven, das Thema Aquaponik, unter anderem mit der
Weißfußgarnele Litopenaeus vannamei und Mikroalgen, Anwendung von
Brackwasser bei der Kultur von Süßwasserfischen, geothermische Sole zum
Aufsalzen des Wassers bei der RAS-Kultivierung von Meeresfischen umfassen.