30 Wochen BfR-Corona-Monitor: Zwischenbilanz zeigt Trends in der
Wahrnehmung der Pandemie

Die vom Bund und den Ländern eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der
Ausbreitung des neuartigen Coronavirus werden von der Bevölkerung
mehrheitlich als angemessen angesehen. Lediglich das erst kürzlich
eingeführte Beherbergungsverbot von Personen aus innerdeutschen
Risikogebieten trifft auf deutlich weniger Akzeptanz: Nur 45 Prozent
bewerten die Regelung als angemessen. Das ist das Ergebnis der aktuellen
Ausgabe des BfR-Corona-Monitors, einer regelmäßigen Umfrage des
Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Seit nunmehr 30 Wochen
dokumentiert unsere Studie, wie die Menschen das Geschehen rund um das
Coronavirus einschätzen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas
Hensel. „Das ermöglicht uns zu beobachten, wie auf Veränderungen in der
Pandemie reagiert wird.“

Link zu den Ergebnissen: BfR-Corona-Monitor | 13.-14. Oktober 2020

<https://www.bfr.bund.de/cm/343/201013-bfr-corona-monitor.pdf>

Weitere Trends in der Übersicht:

Einstufung möglicher Infektionsquellen

Die Umfrage registriert seit März, welche Quellen die Befragten als
mögliche Übertragungswege für das Coronavirus einstufen. Über den gesamten
Verlauf der Befragung hinweg zeigt sich dabei ein stabiles Muster: Die
Nähe zu anderen Menschen wird mehrheitlich mit einer hohen
Ansteckungswahrscheinlichkeit in Verbindung gebracht (in der aktuellen
Befragung 67 Prozent). Verhältnismäßig häufig wird auch der Kontakt mit
Türklinken als Infektionsquelle angesehen (44 Prozent). Die
Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Lebensmittel, Haustiere oder
Kleidung wird dagegen meist niedrig eingeschätzt.

Persönliche Schutzmaßnahmen

Die Anordnungen - darunter die Maskenpflicht und das Abstandhalten -
werden durchgängig von der großen Mehrheit umgesetzt. Ebenso wird mehr auf
Hygiene geachtet: Die Befragten gaben in der aktuellen Umfrage an, sich
vor einer Infektion durch gründlicheres Händewaschen (92 Prozent) und dem
häufigeren Gebrauch von Desinfektionsmittel (74 Prozent) zu schützen.
Viele schränken zudem ihre sozialen Kontakte ein. Hier ließ sich im
Verlauf des Sommers jedoch ein Abwärtstrend beobachten: Während im Juni
noch etwa 80 Prozent angaben, sich seltener mit anderen zu treffen, sank
dieser Wert während der letzten Monate auf bis zu 60 Prozent.

Informationsverhalten

Die Menschen informieren sich seit Beginn der Epidemie in Deutschland über
verschiedene Informationskanäle: Klassische Medien, wie das Radio, Print
und vor allem das Fernsehen, spielen dabei ebenso eine Rolle wie Gespräche
unter Bekannten oder das Internet. Hierbei wird die
Medienberichterstattung rund um das Ausbruchsgeschehen von der Mehrheit
als angemessen eingestuft (in der aktuellen Befragung 65 Prozent), rund
ein Drittel bewertet sie hingegen als übertrieben (30 Prozent).

Wie geht es weiter?

Der BfR-Corona-Monitor wird auch im November fortgesetzt. Die Befragung
erfolgt weiterhin alle zwei Wochen und wird jeweils rund 1.000 Personen
umfassen.

Das BfR passt seine Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus laufend dem
Stand der Wissenschaft an:

<https://www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmittel_und_gegenstaende_uebertragen_werden_-244062.html>

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige)
repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in
Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März
und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte
Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des
Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020
wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000
Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf
der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr
Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den
Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.