Weihnachtsgottesdienste waren rar besucht. Die Familie stand an erster
Stelle.
Egal, ob zweifelnd oder fromm: Für viele Menschen gehört der
Weihnachtsgottesdienst normalerweise ‚einfach dazu‘. Wie so vieles war das
im Corona-Jahr 2020 jedoch anders. Während in einigen Gegenden
Gottesdienste mit Abstand und/oder draußen gefeiert wurden, waren
andernorts gar keine Gottesdienste vor Ort möglich. Stattdessen gab es
Alternativen in vielfältiger Form. Im Rahmen des COSMO-Monitors  wurde
erfragt, wie sie angenommen wurden und welche Rolle die Kontakt-
Einschränkungen für Weihnachten spielten. Der Befragung liegt ein
repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt mit 1007 Befragten zugrunde.

Weihnachtsgottesdienste waren rar besucht. Die Familie stand an erster
Stelle.
Egal, ob zweifelnd oder fromm: Für viele Menschen gehört der
Weihnachtsgottesdienst normalerweise ‚einfach dazu‘. Wie so vieles war das
im Corona-Jahr 2020 jedoch anders. Während in einigen Gegenden
Gottesdienste mit Abstand und/oder draußen gefeiert wurden, waren
andernorts gar keine Gottesdienste vor Ort möglich. Stattdessen gab es
Alternativen in vielfältiger Form. Im Rahmen des COSMO-Monitors  wurde
erfragt, wie sie angenommen wurden und welche Rolle die Kontakt-
Einschränkungen für Weihnachten spielten. Der Befragung liegt ein
repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt mit 1007 Befragten zugrunde.

Die vielfältigen Einschränkungen hatten zur Folge, dass 2020 nach eigenen
Angaben nur 4,8 % der Bevölkerung an Weihnachten einen Gottesdienst vor
Ort besucht haben. Alternativen wie Gottesdienste im Fernsehen, Radio,
online oder aber im Familienkreis wurden von 9,9 % der Befragten
wahrgenommen. Insgesamt nahmen im Jahr 2020 11,4 % der Bevölkerung in
irgendeiner Form an einem Weihnachtsgottesdienst teil (Tab. 1). Dem Wert
von 4,8 % aller Befragten, die einen Gottesdienst vor Ort besucht haben,
steht gegenüber, dass 15 % aller Befragten angeben, dass es ihnen (eher)
wichtig war bzw. (eher) wichtig gewesen wäre, an Weihnachten einen
Gottesdienst vor Ort besuchen zu können. Dieser Anteil liegt bei
Angehörigen der evangelischen oder katholischen Kirche bei 24,6 %, ihre
Angabe zum Gottesdienstbesuch bei 4,9 % vor Ort und 15,9 % insgesamt. Wie
diese Lücke zwischen Wunsch und Besuch bei den Kirchenmitgliedern zu
deuten ist, lässt sich nach Einschätzung des SI-Direktors Prof. Dr. Georg
Lämmlin schwer sagen: „Es deutet möglicherweise darauf hin, dass die
Kirchenmitglieder für die alternativen Angebote, TV oder Online, nur zum
Teil empfänglich gewesen sein könnten.“

Stärker im Vordergrund als religiöse Fragen stand für die meisten an den
Festtagen – wie auch schon Ostern – die Familie. 49,7 % aller Deutschen
geben an, dass es ihnen (eher) gefehlt habe, mit der erweiterten Familie
persönlich zusammen zu sein. Videotelefonate oder Messenger-Dienste
konnten im Angesicht der Beschränkungen nur bedingt helfen. So gaben 47 %
der befragten Deutschen an, dass der Kontakt zur Familie über digitale
Kommunikationswege (eher) kein guter Ersatz für das persönliche
Zusammensein gewesen sei. Mit diesem Befund werde, so die Einschätzung von
Georg Lämmlin, das Bemühen der Regierungen gerechtfertigt, für die
Weihnachtsfeiertage nach einer familienkompatiblen „Lockerung“ der
Kontaktbeschränkungen zu suchen, auch wenn das dann tatsächlich nur in
geringem Maße möglich gewesen sei. „Weihnachten ist das Familienfest“, so
der Direktor weiter.

Im Zeitvergleich mit Daten aus dem Frühjahr  zeigt sich außerdem, dass die
Zustimmung zum Satz „In dieser Situation hilft mir mein Glaube bzw. meine
Spiritualität.“ vor und nach dem Osterfest unter katholischen und
evangelischen Kirchenmitgliedern höher war als am Ende des Jahres (Abb.
1.). Die Zustimmung zu Fragen nach dem Beitrag der Kirchen zur
gesellschaftlichen und der persönlichen Krisenbewältigung blieb gleich
hoch (Abb. 2.). In der Gesamtschau bestätigen diese Ergebnisse einen
Eindruck, den man bereits in der medialen Berichterstattung oder in den
Kirchengemeinden selbst gewinnen konnte. Möglicherweise spiegle sich, nach
Einschätzung von Lämmlin, in diesem Befund die auch öffentlich
thematisierte Wahrnehmung, dass es den Kirchen nicht gelungen sei, ihre
theologische Antwort auf die Krise den Mitgliedern und in der Bevölkerung
zu vermitteln. „In den Augen ihrer Mitglieder sind die Antworten und
Anstrengungen der Kirchen auch im Angesicht der Corona-Pandemie eher
gesellschaftlich relevant. Persönliche Fragen nach religiösen
Interpretationen der Krise scheinen hingegen für viele Menschen offen
geblieben zu sein“, beschreibt er.