Das Artist-in-Residence-Programm INHABIT startet in die nächste Runde: Mit
Céline Berger, Syowia Kyambi und Murat Adash bereichern in diesem Jahr
drei weitere internationale Gäste den kreativen Dialog am Frankfurter Max-
Planck-Institut für empirische Ästhetik.

Am 1. März tritt die französische Künstlerin und Filmemacherin Céline
Berger ihre dreimonatige Künstlerresidenz an. Auf sie folgt im Frühsommer
die deutsch-kenianische Mixed-Media-Künstlerin Syowia Kyambi. In der
zweiten Jahreshälfte wird der deutsch-türkische Performance-Künstler und
Choreograph Murat Adash am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik
(MPIEA) zu Gast sein.

„Céline Berger, Syowia Kyambi und Murat Adash sind in verschiedenen
Disziplinen beheimatet. Alle drei bilden aber vor allem den Bereich der
visuellen und performativen Künste ab. Dies stellt einen entscheidenden
Unterschied zur ersten Edition 2019/2020 dar“, erläutert Eike Walkenhorst,
Kurator von INHABIT.

Die Auswahl traf eine Jury aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik sowie namhaften
Persönlichkeiten aus dem Kunst- und Kulturbetrieb: Julia F. Christensen
(MPIEA, Abteilung für Sprache und Literatur), Christian Grüny (MPIEA,
Abteilung für Musik), Nick Meehan (Künstlerischer Leiter, Institute for
Sound and Music, Berlin), Yasmil Raymond, (Direktorin, Städelschule,
Frankfurt am Main), Edward A. Vessel (MPIEA, Abteilung für
Neurowissenschaften), Anna Wagner (Dramaturgin, Mousonturm, Frankfurt am
Main), Eike Walkenhorst (MPIEA, Kurator INHABIT) sowie Olivia Wen (MPIEA,
Forschungsgruppe „Neural and Environmental Rhythms“).

Zwei Künstlerinnen, ein Künstler – drei neue Perspektiven

Céline Berger untersucht in ihren künstlerischen Arbeiten die spezifischen
Abläufe, Gesten und Verhaltensmuster, die den Arbeitsalltag in
Unternehmensstrukturen charakterisieren. Im Rahmen der Künstleresidenz
wird sie ihren Blick auf die Beschreibungsinstrumente, Zahlen und Grafiken
richten, die spezifisch bei der Forschung am Max-Planck-Institut für
empirische Ästhetik eingesetzt werden.

Syowia Kyambi wendet sich Fragen des Geschlechts, der Erinnerung und
Identität im Kontext kolonialer Geschichte zu. Ihre Arbeiten erörtern, wie
die Vergangenheit unsere Gegenwart und Zukunft beeinflusst. Während ihres
Gastaufenthaltes wird sie sich mit Aspekten kollektiver Erinnerung im
öffentlichen Raum und in Archiven in Frankfurt beschäftigen.

Murat Adashs Arbeiten befassen sich mit dem Potential von Bewegung für die
Reflexion sozialer Beziehungen. Während seiner Residenz wird er ein
Projekt fortsetzen, das sich mit dem Konzept der Camouflage
auseinandersetzt. Dabei interessiert ihn die Tarnung als Akt räumlichen
Denkens und als Prozess der Verhandlung und Verwandlung des Selbst.