Die Berliner Jugendhilfe hat den Wechsel zur digitalen Verwaltung
vollzogen. Die Einführung des neuen IT-Fachverfahrens für die Jugendhilfe
wurde nun erfolgreich und innerhalb der Zeitplanung abgeschlossen. Es ist
als Teil der »Integrierten Software Berliner Jugendhilfe« (ISBJ) seit dem
1. Januar 2021 landesweit im Einsatz. Mehr als 3000 Verwaltungsangestellte
sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter in den Berliner Jugendämtern und
der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gewähren damit für
zehntausende Kinder Leistungen von mehreren hundert Millionen Euro im
Jahr.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: »Mit dem neuen
IT-Verfahren wird die Verwaltungsarbeit in den Berliner Jugendämtern
weitgehend digitalisiert. Das beschleunigt die Prozesse und es bleibt mehr
Zeit für persönliche Beratungen. Auch Urkundenregister werden jetzt
komplett digital geführt. Die Zugriffe auf Einwohnermeldedaten, Adress-
und Sozialraumdaten sowie der Zahlungsverkehr erfolgen unter Einhaltung
des Datenschutzes direkt aus dem Fachverfahren. All dies ist eine enorme
Arbeitserleichterung und ein Schritt in die Zukunft der Verwaltung.«

Zu den Leistungen der Jugendhilfe zählen ambulante und stationäre Hilfen
für Kinder und deren Familien, Beratung, erzieherische Hilfen in der
Familie und in Einrichtungen, Kindernothilfe und Unterstützung bei
Unterhaltsfragen. Mit der nun seit Januar vollständig eingesetzten
Softwarelösung wird die Antragstellung, Bedarfserfassung, Abrechnung und
die Dokumentation solcher Leistungen in den Berliner Jugendämtern
effizienter gestaltet und vollständig digital durchgeführt.

In einem fünfjährigen Projektzeitraum wurde das neue IT-Verfahren in den
Aufgabenfeldern der Hilfen zur Erziehung, Vormundschaften,
Beistandschaften und Unterhaltsvorschuss eingeführt. Ferner wurden
Fachverfahren für die Jugendgerichtshilfe und den Berliner Notdienst
Kinderschutz bereitgestellt, die ab sofort komplett digitale
Verwaltungsprozesse auch in diesen Aufgabenfeldern ermöglichen. Die als
eigenständige Mandanten agierenden Jugendämter können so untereinander
datenschutzkonform Falldaten austauschen.

Im Rahmen des Projekts hat Fraunhofer FOKUS die Anforderungsanalyse
durchgeführt, daraus eine Leistungsbeschreibung und die
Ausschreibungsunterlagen entwickelt, die Vergabe begleitet und die
Anpassung der ausgewählten Software sowie das begleitende
Organisationsentwicklungsprojekt qualitätsgesichert.

Dr. Jens Klessmann, Leiter des Geschäftsbereichs Digital Public Services
am Fraunhofer FOKUS: »Wir freuen uns sehr, dass der mehrstufige Rollout so
gut gelungen ist. Nach der Migration der Alt-Daten ist die Lösung jetzt
vollständig produktiv, damit haben wir mit unserem Ansatz eine
funktionierende E-Government-Dienste-Architektur für das Berliner
Jugendwesen geschaffen.«

Das neue IT-Fachverfahren Jugendhilfe basiert auf der Software SoPart® der
Firma GAUSS-LVS und ist ein weiterer Baustein der ISBJ-Plattform für das
Berliner Jugendwesen. Die Basis für die technische Realisierung bildet
eine vom Fraunhofer FOKUS entworfene komponentenbasierte und
dienstezentrierte Anwendungs- und Sicherheitsarchitektur. Mit dem
Produktivgang im Januar 2021 ist das Projekt ISBJ in die nächste
Projektphase eingetreten: Im nächsten Schritt findet eine Wirkungsmessung
inklusive Evaluation der Hilfearten statt. Im Sinne einer agilen
Arbeitsweise werden die IT-Prozesse laufend weiterentwickelt und
verbessert.


Weitere Informationen:
https://www.fokus.fraunhofer.de/de/dps/projekte/isbj
https://www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus/news/itfachverfahren_jugendhilfe_2021_02