Neue Funktionen und zusätzliche Betreuungsangebote verbessern die
Unterstützung der Gesundheitsämter bei der Einführung von SORMAS und bei
der Bekämpfung der Pandemie

Zeit ist für Gesundheitsämter dieser Tage die wertvollste Ressource. Um
Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen, ist das Management der
Kontaktpersonen ein essenzieller Baustein. Das digitale Tool SORMAS hilft
Gesundheitsämtern, wertvolle Zeit zu sparen. SORMAS ist ein führendes
digitales System zur integrierten Epidemiebekämpfung, welches durch
Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) weiterentwickelt
wurde. Aufgrund der großen Nachfrage zur Einführung des digitalen Tools in
Gesundheitsämtern unterstützen alle Forschungszentren der Helmholtz-
Gemeinschaft das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und die
Akademie des Öffentlichen Gesundheitswesens in ihren Betreuungsangeboten.

SORMAS (Abkürzung für „Surveillance Outbreak Response Management and
Analysis System“) wurde vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
(HZI) entwickelt und ist nach einer Analyse der Johns-Hopkins-Universität
eines der international erfolgreichsten digitalen Systeme für das Fall-
und Kontaktpersonenmanagement bei COVID-19. Ein speziell für
Gesundheitsämter im Rahmen der COVID-19-Pandemie entwickeltes Modul sorgt
auch in Deutschland für einfachere und effiziente Arbeitsprozesse beim
Management von Fall- und Kontaktpersonen.

„Die lückenlose Ermittlung und Unterbrechung von Infektionsketten ist
zentral für die Bewältigung der Pandemie. Hierbei leistet SORMAS einen
wesentlichen Beitrag in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und anderen
Ländern der Welt“, sagt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Präsident der
Helmholtz Gemeinschaft.

Erhöhter Bedarf an Schulungen und Support abgedeckt
Inzwischen ist SORMAS in mehr als 250 von insgesamt 375 Gesundheitsämtern
installiert – das entspricht einem Anteil von rund zwei Drittel. „Damit
der Einstieg schnell und reibungslos gelingt, bieten wir gemeinsam mit dem
HZI eine breite Palette an verschiedenen Schulungs- und Austauschformaten
sowie Webseminare und eine Hotline an“, sagt Dr. Ute Teichert, Leiterin
der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen. Auch die Helmholtz-
Gemeinschaft bündelt ihre Expertise, um die Gesundheitsämter hierbei
optimal zu unterstützen: Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 18
Helmholtz-Forschungszentren verstärken nun das SORMAS-Team für Schulungen
und als Support.

Neues Update SORMAS X für mehr Konnektivität in Vorbereitung
Für die SORMAS-Entwicklerinnen und -Entwickler war es entscheidend, dass
durch Digitalisierung mitten in einer Pandemie keine zusätzliche
Bürokratie und Mehraufwände entstehen. Im Gegenteil: Mehrfache Buchführung
und Datenpflege sollen vermieden werden. Deswegen liegt der Fokus der
neuen Version SORMAS eXchange (kurz Sormas X) auf Schnittstellen und
Interoperabilität. Dieses Update testet das Team des SORMAS@DEMIS-
Konsortiums seit Anfang Dezember mit fünf Gesundheitsämtern im
Pilotbetrieb auf Herz und Nieren.

Den Gesundheitsämtern steht jetzt mit SORMAS X eine vernetzte Version zur
Verfügung, die unter anderem folgende neue Funktionen bietet:
•           Synchrone Anbindung des digitalen Symptomtagebuches (Climedo),
sodass Symptomangaben der Kontaktpersonen direkt in SORMAS erscheinen
•           Direkter Empfang digitaler Labormeldungen aus dem Deutschen
Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz
(DEMIS)
•           Digitaler, medienbruchfreier Transfer übermittlungspflichtiger
Daten in die lokale SurvNet-Instanz zur digitalen Übermittlung an die
Landesbehörde
•           Digitaler und datenschutzkonformer Austausch personenbezogener
Daten direkt zwischen den Gesundheitsämtern

„Durch diese Erweiterungen wird das Kontaktpersonenmanagement viel
effizienter. Telefonate, Schriftwechsel und das Übertragen von Daten
entfallen in vielen Fällen“, erläutert Teichert.

SORMAS ist open source
SORMAS wird im Rahmen des Forschungsvorhabens SORMAS@DEMIS durch das BMG
mit einem zweistelligen Millionenbetrag gefördert und Gesundheitsämtern
hierbei kostenlos zur Verfügung gestellt. Prof. Dr. Gérard Krause, HZI,
Wissenschaftlicher Leiter des SORMAS@DEMIS-Konsortiums, verweist auf
weitere Vorteile: „Für SORMAS sind keine Lizenzgebühren zu zahlen, da es
open source zur Verfügung steht. Dies erleichtert die Einbindung
ergänzender Systeme.“ Zudem läuft der Betrieb in den Infrastrukturen des
ITZBund und entlastet auch damit die Gesundheitsämter erheblich, da das
Personal des Gesundheitsamtes sich nicht um Installation, Systempflege
oder Datensicherung kümmern muss.

SORMAS:
Weitere Informationen über SORMAS in Deutschland finden Sie unter <www
.sormas-oegd.de>, zu SORMAS international unter <www.sormas.org>.

SORMAS@DEMIS:
SORMAS wird im Projekt SORMAS@DEMIS außerdem von starken Partnern des
Konsortiums unterstützt, wie dem Robert Koch-Institut (RKI), der Akademie
für Öffentliches Gesundheitswesen, der Netzlink Informationstechnik GmbH,
der Vitagroup AG, der Climedo Health GmbH, Fraunhofer Focus, der gematik
GmbH und dem Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund). <www.sormas-
demis.de>

Diese Pressemitteilung finden Sie auch auf unserer Homepage unter dem Link
<https://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/news-
detail/article/complete/forschungszentren-der-helmholtz-gemeinschaft-
unterstuetzen-die-gesundheitsaemter-bei-der-einfuehrung/>.

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH:
Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI)
untersuchen in Braunschweig und an anderen Standorten in Deutschland
bakterielle und virale Infektionen sowie die Abwehrmechanismen des
Körpers. Sie verfügen über fundiertes Fachwissen in der
Naturstoffforschung und deren Nutzung als wertvolle Quelle für neuartige
Antiinfektiva. Als Mitglied des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung
(DZIF) betreibt das HZI translationale Forschung für die Entwicklung neuer
Therapien, Diagnostika, Impfstoffe und digital health-Produkte und
koordiniert dort unter anderem gemeinsam mit dem RKI die Translationale
Infrastruktur "Epidemiologie". <www.helmholtz-hzi.de>

Helmholtz-Gemeinschaft:
Helmholtz leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von
Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche
Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt,
Gesundheit, Information, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr.
Helmholtz ist mit mehr als 41.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18
Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 5 Milliarden Euro die
größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der
Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
<www.helmholtz.de>

Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen:
Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen mit Hauptsitz in Düsseldorf
ist eine öffentlich-rechtliche Bildungsinstitution, die von zehn
Bundesländern finanziert wird. Neben Lehrgängen zum Beispiel zum
Facharzt/-ärztin für Öffentliches Gesundheitswesen, Hygienekontrolleur:in
oder Lebensmittelkontrolleur:in bietet die Akademie
Fortbildungsveranstaltungen an, die sowohl einzelne Fachberufe des
Öffentlichen Gesundheitsdienstes ansprechen als auch multiprofessionell
sowie themen- oder problemzentriert ausgelegt sind. An den rund 200
Veranstaltungen pro Jahr nehmen mehr als 5000 Beschäftigte des
Öffentlichen Gesundheitsdienstes teil. Mehr Infos im Internet unter <www
.akademie-oegw.de>.