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Das Projekt DZDconnect „graphs to fight diabetes“ des Deutschen Zentrum
für Diabetesforschung (DZD) hat einen bytes4diabetes-Award 2020 gewonnen.
Die Auszeichnung erhielt Dr. Alexander Jarasch, Leiter Bioinformatik und
Datenmanagement im DZD, bei der Vorstellung des Digitalisierungs- und
Technologiereports Diabetes (D.U.T.) am 23. Januar in Berlin. Heute und
morgen präsentiert Jarasch das Projekt auf der Fortbildungsveranstaltung
für Diabetes-Technologie & Digitalisierung DiaTec in Berlin.

Diabetes ist eine komplexe Erkrankung, die durch ein vielschichtiges
Zusammenspiel von Genen, Lebensstil und Umweltfaktoren entsteht. Im DZD
erforschen Experten verschiedener Disziplinen wie Grundlagenforschung,
Epidemiologie, Versorgungsforschung und Klinik die Stoffwechselerkrankung.
Jede dieser Gruppen sammelt jeweils wichtige Daten zu einzelnen Aspekten
der Erkrankung – etwa aus Kohorten, klinischen Studien, Bioproben,
präklinischen Modellen, Geno- und Phäntypisierung, Omics-Analysen sowie
aus Untersuchungen zu epigenetischen Veränderungen des genetischen Codes.
Allerdings sind die Daten meist heterogen, unstrukturiert, schwer
durchsuchbar und an verschiedenen Standorten in separaten Datenbanken
(Datensilos) gespeichert. Um jedoch die Entstehung der Krankheit zu
verstehen und neue präzise Therapieansätze (Precision Medicine) entwickeln
zu können, müssen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen
miteinander verbunden und ausgewertet werden.

Das DZD arbeitet daher an einem standortübergreifenden Daten- und
Knowledge-Management. Die Grundlage dafür bildet eine Graphdatenbank. Sie
soll die bereits vorhandenen Daten aus unterschiedlichen Quellen
zugänglich, wiederverwertbar und übergreifend nutzbar machen. Ziel ist es,
Forschungsdaten aus heterogenen Quellen zusammenzuführen, zu strukturieren
und mithilfe von innovativen IT-Technologien – wie Artificial Intelligence
– zu analysieren. So lassen sich künftig bislang verborgene Zusammenhänge
und Muster der Krankheit aufdecken: Warum erkranken manche Menschen an
Diabetes, andere nicht? Welche Rolle spielen dabei Gene, Ernährung,
Bewegung und Umweltfaktoren? Die Verknüpfung unterschiedlicher Datensätze
kann hier grundsätzlich neue Antworten liefern und helfen z. B. neue
Marker für Prädiabetes oder andere Subtypen des Diabetes zu entdecken.

Für das Projekt „Graphs to Fight Diabetes“ wurde Dr. Alexander Jarasch mit
einem bytes4diabetes-Award geehrt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
„Die Volkskrankheit Diabetes lässt sich in einer vollkommen neuen
Dimension erforschen, wenn es gelingt, die vielfältigen und bisher meist
in separaten Datenbanken gespeicherten Informationen miteinander zu
vernetzen und mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien
auszuwerten“, erläutert Jarasch. „Die Auszeichnung unserer Arbeiten mit
einem bytes4diabetes-Award zeigt, dass wir mit DZDconnect den richtigen
Ansatz gewählt haben, heterogene Daten miteinander zu vernetzen und
auswertbar zu machen“, freut sich DZD-Vorstand Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Martin Hrabě de Angelis über die Auszeichnung. „Um die Entstehung von
Typ-2-Diabetes noch besser verstehen und weitere interessante Muster
erkennen zu können, ist es aber wichtig, künftig noch wesentlich größere
Datenmengen einzubeziehen.“ Hier plant das DZD gemeinsam mit dem Helmholtz
Zentrum München ein digitales Diabetes-Präventionszentrums (Digital
Diabetes Prevention Center, DDPC) aufzubauen.

bytes4diabetes-Award
Um den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie weiter voranzutreiben
und den konstruktiven Austausch zwischen den Akteuren zu fördern, hat die
BERLIN-CHEMIE AG gemeinsam mit führenden Experten den bytes4diabetes-Award
ausgeschrieben. Der bytes4diabetes-Award wird 2020 erstmalig verliehen.
Insgesamt wurden vier Projekte ausgezeichnet. Weitere Informationen:
www.bytes4diabetes.de