Regional

Flugzeugunglück Taunus

Morgen, 22. Januar, jährt sich der Flugzeugabsturz im Taunus, bei dem die Wattenscheider Stadtspitze ums Leben gekommen ist, zum 50. Mal. An diesem Tag befanden sich Oberbürgermeister Erwin Topp, Oberstadtdirektor Georg Schmitz und Baudirektor Kurt Wille auf einer Dienstreise in Frankfurt, um eine Baustelle zu besichtigen und einen Vortrag zum U-Bahn-Bau zu hören. Das Bauunternehmen Heitkamp hatte die Reise im eigenen Flugzeug organisiert, das Unglück geschah auf dem Rückflug. Der Geschäftsführer des Bauunternehmens sowie die beiden Piloten starben ebenfalls.

 

Der plötzliche Tod hinterließ eine große Lücke in der Stadt und bei den Hinterbliebenen. Bereits in den ersten Stunden trugen sich mehr als 600 Bürgerinnen und Bürger in das Kondolenzbuch im Rathaus ein. Bei der Trauerfeier nahmen über 1.000 Gäste aus dem gesamten Ruhrgebiet teil. Mit den tödlich verunglückten Politikern verlor die Stadt Wattenscheid die Persönlichkeiten, die maßgeblich und unkonventionell die Bergbaukrise der 1960er Jahre in der Stadt meisterten. Sie sorgten für über 100 neue Firmenansiedlungen in Wattenscheid, die den Verlust der Arbeitsplätze im Bergbau mehr als ausgeglichen haben. Auch heute spielt das Ereignis im historischen Gedächtnis der Wattenscheiderinnen und Wattenscheider durchaus noch eine Rolle.

 

An der Unglücksstelle selbst wurde bereits kurz nach dem Absturz ein Gedenkstein angebracht. Dieser Gedenkort wurde von der Stadt Königstein im Taunus in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband „Naturpark Taunus“ zum 50. Jahrestag wiederhergerichtet. Die Stadt Bochum spendete eine Bank, die mit einer Plakette an das Unglück vom 22. Januar 1971 erinnert. Die ursprünglich geplante Gedenkfeier in Königstein, an der auch Bürgermeisterin Gabriela Schäfer und der Wattenscheider Bezirksbürgermeister Hans-Peter Herzog teilnehmen wollten, musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Eine Delegation der Stadt Königstein legt morgen an der Absturzstelle zwei Kränze zum Gedenken nieder.