Zwei der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UN (Foto: FOM/Tom Schulte)
Zwei der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der UN (Foto: FOM/Tom Schulte)

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, auch bekannt als
Agenda 2030, waren Gegenstand der Konferenz, die das KCN KompetenzCentrum
für nachhaltige Entwicklung der FOM Hochschule vergangene Woche in
Düsseldorf veranstaltete. Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Politik ermöglichten in den Diskussionen einen Blick auf bestehende
Herausforderungen und mögliche Lösungsbausteine.

Klima, Bildung, Mobilität, Wertschöpfungsketten

Chief Sustainability Officer von SAP, Daniel Schmid, eröffnete die
Konferenz mit einer „Nachhaltigkeitsreise“ des Unternehmens durch die
letzten zehn Jahre. Heute sei die Agenda 2030 essentieller Baustein der
Strategie der Firma. Prof. Dr. Alexander Siegmund von der Universität
Heidelberg und Sprecher des BNE-Hochschulnetzwerks Baden-Württemberg
thematisierte die Rolle der Bildung für eine nachhaltige Wirkung und
zeigte auf, dass nicht nur im Bereich der Hochschulbildung an vielen
Stellen noch Nachholbedarf bestehe.

Es folgten vier Workshops zu den Themen „Systemtheorie als Impulsgeber für
nachhaltiges Handeln“, „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“,
„Nachhaltige Mobilität“ und zur „Allianz für Entwicklung und Klima“.

In den Präsentationen der Ergebnisse zeigte sich bei allen Unterschieden
der behandelten Themen doch eine Gemeinsamkeit: Eine wirklich systemische
Herangehensweise findet sich bisher allenfalls in Ansätzen und bleibt
damit eine wesentliche Herausforderung für alle beteiligten Akteurinnen
und Akteure. Ebenso deutlich wurden die zahlreichen Abhängigkeiten
zwischen den vier Workshop-Themen: So haben z. B. globale Liefer- und
Wertschöpfungsketten viel mit (nachhaltiger) Mobilität zu tun, für die
wiederum die Möglichkeit freiwilliger CO2-Kompensation (etwa für
Flugreisen) eine wichtige Rolle spiele.

Realisierung der Agenda 2030

Prof. Dr. Franz Josef Radermacher, Präsident des Senats der Wirtschaft und
Mitglied des Club of Rome, skizzierte nach einer sehr deutlichen Analyse
des heutigen, nicht nachhaltigen Status Quo mögliche Ansätze für eine
erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030: „Zentrale Elemente stellen sog.
Nature Based Solutions dar. Mittels biologischer Sequestrierung wird der
Atmosphäre CO2 entzogen. Von großer Bedeutung sind die Böden als
CO2-Speicher, Aufforstung und Walderhalt.“ Weiterer Baustein sei die
Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aus in den Sonnenwüsten der
Welt hergestelltem grünen Wasserstoff. Große Potenziale würden sich sowohl
für die Europäer als auch für die Entwicklungsländer bieten, die mit einem
solchen Vorgehen partnerschaftlich die Herausforderungen im Energie- und
Klimabereich angehen.

NRW-Nachhaltigkeitsstrategie

Die Konferenz endete mit einem Austausch zwischen Professor Radermacher
und Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt,
Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW. Nach einer
Vorstellung verschiedener Aspekte der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie
diskutierten sie eine mögliche Verschränkung der Aktivitäten auf
Landesebene mit den zuvor aufgebrachten globalen Lösungsansätzen im
Energie- und Klimabereich.

Mit dem Verlauf der Konferenz und den diskutierten Themen wurden
wesentliche Inhalte des vor wenigen Wochen erschienenen und von den KCN-
Leiterinnen Prof. Dr. Estelle Herlyn und Prof. Dr. Magdalène Lévy-Tödter
herausgegebenen Sammelbandes „Die Agenda 2030 als Magisches Vieleck der
Nachhaltigkeit – Systemische Perspektiven“ aufgegriffen. „Es war unser
Ziel, mit der Konferenz nach Analyse der bestehenden Herausforderungen
auch Lösungsansätze aufzuzeigen und mit den rund 100 Anwesenden in eine
offene Diskussion zu treten. Ich denke, dass dies gelungen ist“, resümiert
Professorin Herlyn den Tag.