Das Projekt „Vielfalt im Lehramt und an Schulen“ (VieLeS) will bei Kindern und Jugendlichen den Spaß am Lesen und Schreiben wecken.  Paul-Philipp Militzke  ZLS, Paul-Philipp Militzke
Das Projekt „Vielfalt im Lehramt und an Schulen“ (VieLeS) will bei Kindern und Jugendlichen den Spaß am Lesen und Schreiben wecken. Paul-Philipp Militzke ZLS, Paul-Philipp Militzke

Den Spaß am Lesen und Schreiben will das gerade am Zentrum für
Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig gestartete
Projekt „Vielfalt im Lehramt und an Schulen“ (VieLeS) bei Kindern und
Jugendlichen wecken. Lehramtsstudierende der Universität Leipzig fördern
dabei mit Unterstützung der Joachim Herz Stiftung Schülerinnen und Schüler
an Leipziger Schulen. Ziel ist es, zu mehr Bildungsgerechtigkeit
beizutragen und zugleich die Begabungen einzelner Mädchen und Jungen
auszubauen. Die Akteure des Projektes sind auch beim bundesweiten
Vorlesetag am 20. November 2020 im Einsatz.

Initiiert von der Stiftung Lesen, findet der Vorlesetag zum 17. Mal statt
– in diesem Jahr zum Jahresmotto "Europa und die Welt". Die Studierenden
lesen am Aktionstag an Leipziger Schulen aus Büchern vor und wollen so
Kinder und Jugendliche zwischen der ersten und zehnten Klasse zum Lesen
motivieren. Auch der Direktor des ZLS, Dr. Jürgen Ronthaler, wird den
Kindern und Jugendlichen an diesem Tag Geschichten vorlesen. „Nicht alle
Menschen verfügen über die gleiche Lese- und Rechtschreibfähigkeit – so
wie nicht jeder Mensch gleich gut musizieren oder singen kann. Diese
Vielfalt gilt es, sichtbar zu machen und dafür zu sensibilisieren. Für das
Team von VieLeS geht es nach dem Vorlesetag weiter“, erklärt Ronthaler.

Lese- und Schreibkompetenz sind basale Voraussetzungen zum Wissenserwerb
und -transfer. Diese Schlüsselkompetenzen sollen durch das Projekt
„Vielfalt im Lehramt und an Schulen“ gefördert werden. Das Projekt nutzt
das Potenzial von Lehramtsstudierenden, indem es sie auch jenseits ihrer
Pflichtpraktika in die Bildungspraxis einbindet. Die Studierenden sind
über einen längeren Zeitraum an Schulen aktiv und unterstützen
Schülerinnen und Schüler beim Erwerb von Lese- und
Rechtschreibkompetenzen. Dabei wenden sie unter anderem Methoden der
Fachdidaktik, der Lese-Rechtschreib-Förderung sowie verschiedene Formen
des Lern-Coachings in Verbindung mit digitalen Lehrmethoden und
papierbasiertem Lernen an. Sie legen außerdem besonderes Augenmerk auf
Hoch- und Mehrfachbegabte.

Seit September läuft VieLeS als Pilotprojekt des ZLS in Kooperation mit
der Joachim Herz Stiftung an mehreren Leipziger Grund- und Oberschulen
sowie Gymnasien. „Wir laden weiterhin Schulen zur Teilnahme ein, die im
zweiten Schulhalbjahr Unterstützung durch Lehramtsstudierende erhalten
möchten. Für die Förderung von Lese- und Schreibtechniken fehlt im
Regelbetrieb oft die Zeit“, sagt die wissenschaftliche Projektleiterin
Maren Reichert. Schulen können sich noch bis zum 30. November für den
Projektzeitraum 2021 bewerben.