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Prof. Dr. Gabriele Berg stärkt Mikrobiomforschung am ATB

Prof. Dr. Gabriele Berg  Lunghammer  TU Graz
Prof. Dr. Gabriele Berg Lunghammer TU Graz
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Prof. Dr. Gabriele Berg  Lunghammer  TU Graz
Prof. Dr. Gabriele Berg Lunghammer TU Graz

Am 1. Juli 2021 übernahm Prof. Dr. Gabriele Berg in gemeinsamer Berufung
die Leitung der Abteilung „Bioverfahrenstechnik“ am Leibniz-Institut für
Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB) und den Lehrstuhl "Plant
Microbiome Management" am Institut für Biochemie und Biologie an der
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.
Prof. Berg wird die Forschung des ATB im Bereich Mikrobiomforschung
verstärken und weiter ausbauen.

Mikroorganismen und ihr Stoffwechsel spielen eine wichtige Rolle in allen
Ökosystemen, ob in natürlichen, landwirtschaftlichen oder technischen
Systemen wie Biogasanlagen oder Bioraffinerien. Ein vertieftes Verständnis
des Mikrobioms, also der Gesamtheit aller Mikroorganismen in einem
Ökosystem, ist essentiell für eine biobasierte Kreislaufwirtschaft, die im
Sinne des One Health Konzepts gesunde Böden, Pflanzen und Tiere für die
Produktion von gesunden Lebensmitteln nutzt, Reststoffe effizient
verwertet und die Energie- und Klimaeffizienz sowie die Wirtschaftlichkeit
erhöht.

Das ATB erforscht daher seit Langem Mikroorganismen in ihren vielzähligen
Funktionen, ob als Leistungsträger im Boden, in Konversionsprozessen wie
in Biogasanlagen oder als Verderberreger z.B. auf Obst und Gemüse. Im
Fokus der Untersuchungen stehen einzelne Arten bis hin zu komplexen
mikrobiellen Gemeinschaften und ihre jeweiligen Interaktionen. Die ATB-
Forschung zielt dabei auf ein grundlegendes Verständnis der mikrobiellen
Diversität innerhalb metabolischer Netzwerke als Voraussetzung für eine
gezielte Steuerung von Mikrobiomen zur Erzeugung, Nutzung und
Kreislaufführung von Biomasse.
„Künftig werden wir die kleinsten und bedeutendsten Akteure der
Bioökonomie noch stärker als bisher in den Fokus rücken“, so Prof. Dr.
Barbara Sturm, Wissenschaftliche Direktorin des ATB. „Wir freuen uns sehr,
dass Prof. Berg mit ihrer fundierten Kompetenz im Bereich der
Mikrobiomforschung unser Team verstärken wird. Mit ihr gewinnt das ATB
eine herausragende Wissenschaftlerin mit höchstem internationalen Renomé,
eine Visionärin, die für ihr Thema Mikrobiomforschung brennt.“

Prof. Dr. rer. nat. habil. Gabriele Berg ist seit 2005 Professorin für
Umweltbiotechnologie an der Technischen Universität Graz. Sie zählt zu den
Top 1% der meist zitierten Wissenschaftler*innen ihrer Disziplin. Die
gebürtige Potsdamerin studierte an den Universitäten Rostock und
Greifswald Biologie und promovierte 1995 im Fach Mikrobiologie. 2001
erhielt sie mit ihrer Habilitationsschrift zum Thema „Antagonistische
Mikroorganismen“ die Venia Legendi für Mikrobiologie. 2003 wurde sie mit
einem Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
ausgezeichnet und schließlich 2005 als erste Professorin auf einen
naturwissenschaftlichen Lehrstuhl der Technischen Universität Graz
berufen. Zum 1. Juli übernimmt sie die Abteilungsleitung
„Bioverfahrenstechnik“ am ATB, die Ernennung zur Professorin für „Plant
Microbiome Management“ am Institut für Biochemie und Biologie an der
Universität Potsdam ist bereits zum 1. Mai 2021 erfolgt.

„Die Gemeinsame Berufung wird neue Impulse für die Zusammenarbeit beider
Einrichtungen geben und neue Möglichkeiten für die Erforschung und Nutzung
mikrobieller Gemeinschaften von Pflanzen eröffnen“, sind sich Prof. Dr.
Elke Dittmann, geschäftsführende Leiterin des Instituts für Biochemie und
Biologie der Universität Potsdam und ATB-Direktorin Prof. Dr. Barbara
Sturm einig.

Prof. Dr. Gabriele Berg freut sich auf die neuen Herausforderungen und
ergänzt: „Ich freue mich auch darauf, wieder in meine Geburtsstadt
zurückzukehren. Hier wurde mein Interesse an den Naturwissenschaften
geweckt, einerseits im Elternhaus und andererseits am Hermann-von-
Helmholtz Gymnasium im Rahmen der wissenschaftlich-praktischen Arbeit an
der Universität Potsdam. Mit meiner Forschung möchte ich zur Lösung
aktueller globaler Gesundheitsfragen beitragen. Hierzu gibt es am ATB und
am Standort Potsdam ideale Vorrausetzungen und Kooperationen.“