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Wie helfen Modellierungen und Simulationen in der Corona-Krise? Grenzen und Möglichkeiten im MATH+ Talk

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Zur Bedeutung von mathematischen Modellierungen und Simulationen in der
Pandemie hat der Exzellenzcluster MATH+ eine Panel-Diskussion auf YouTube
veröffentlicht. Um verständlich zu machen, wie Mathematik in der Corona-
Krise hilft, haben die MATH+ WissenschaftlerInnen über das Thema „Ischgl,
Heinsberg, Berlin – Mathematik der Pandemie. Möglichkeiten und Grenzen
mathematischer Modellierung" gesprochen. Gemeinsam mit der Moderatorin
Julia Vismann diskutieren sie darüber, wie unterschiedliche Ansätze
mathematischer Modellierung in der Pandemie helfen können, Prognosen zur
Pandemie-Dynamik zu erstellen und damit die Politik in Bezug auf
entsprechende Maßnahmen zu beraten.

Edda Klipp, Professorin für Theoretische Biophysik an der Humboldt-
Universität zu Berlin, Kai Nagel, Professor für Verkehrsplanung an der
Technischen Universität Berlin und Christof Schütte, Professor für
Biocomputing an der Freien Universität Berlin und Präsident des Zuse-
Instituts sprechen mit Julia Vismann über ihre Methoden und die Grenzen
von Modellierungen. Am Beispiel der Corona-Pandemie erklären sie, wie
angewandte Mathematik die Gesellschaft bei Herausforderungen unterstützen
kann. Die Diskussion ist verfügbar unter:
https://mathplus.de/de/unkategorisiert/math-talk-wie-helfen-mathematische-
modellierungen-und-simulationen-in-der-corona-krise/


Im Gespräch mit Julia Vismann diskutieren die Forschenden auch ihre
unterschiedlichen Ansätze in der agentenbasierten Modellierung, die vor
allem in der Größenordnung der untersuchten Gebiete und der Anzahl der
Agenten liegt. Während sich die Arbeitsgruppe um Edda Klipp mit komplexen
Modellen, frei zugänglichen Daten und sehr detailgetreuen Abbildungen auf
eine Kleinstadt, Gangelt im Kreis Heinsberg mit etwa 11.000 Einwohnern,
konzentriert, beziehen sich die Teams um Kai Nagel und Christof Schütte
auf die Bewegungsmuster und Interaktionen in der Großstadt Berlin mit über
einer Million Agenten.

Wichtige Ausgangsfragen für die Modellierungen und Simulationen sind
dabei: Was verhindert eine Infektionswelle am besten? Welche Faktoren
tragen in welchem Maße zur Infektionsdynamik bei, wie etwa das Öffnen der
Gastronomie? Wie wirken sich nicht-pharmazeutische Gegenmaßnahmen,
beispielsweise Schließungen von Schulen und Maskentragen, auf die
Infektionsdynamik aus? Die unterschiedlichen Szenarien für den Lockdown
werden unter diesen Fragestellungen in beiden Forschungsgruppen mit
unterschiedlichen Ansätzen simuliert, und aus den so im Modell
entstandenen Bewegungsmustern und Interaktionen können Rückschlüsse auf
die Realität gezogen werden.

Erörtert wird, welche Möglichkeiten die Mathematik über Modellierungen und
Simulationen einbringen kann. Doch es geht auch um die Grenzen: Inwieweit
sind Modelle eben nur Modelle und müssen ständig neu geprüft und bewertet
werden?

Film und Medieninformationen:
- Aufzeichnung der Diskussionsrunde "Ischgl, Heinsberg, Berlin – Pandemie
der Mathematik": https://www.youtube.com/watch?v=KbTu3BsmxWQ
- Text und Medieninformation vom 30. März 2021 "Mathematik in der Pandemie
–  Hilfestellungen in der Krise durch die Berliner Mathematik":
https://mathplus.de/news/mathematics-in-pandemic-assistance-in-crisis-by-
berlin-mathematics/

- MATH+ Wissenschaftler Tim Conrad vom Zuse-Institut im Radioeins-
Interview vom 28. Juni 2021 über Modellierungen und die Gefahr durch die
Delta-Variante:
https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/_/98540.html
- MATH+ Wissenschaftler Kai Nagel, Corona-Modellierer von der TU Berlin,
zieht im Berliner Tagesspiegel-Interview  vom 18.Juni 2021 die Lehren aus
dem Jahr 2020:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/corona-modellierer-zu-delta-und-einer-4
-welle-wir-wissen-was-wir-letzten-sommer-nicht-genuegend-getan-

haben/27297946.html