Endlagerung: Ein Thema mit Verhandlungsbedarf
Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche? Das beantwortet
Julia Mareike Neles in der dritten Episode des Podcasts „Wenden bitte! Der
Podcast zu Wissenschaft und nachhaltigen Transformationen“. Die Expertin
ist stellvertretende Leiterin des Institutsbereichs Nukleartechnik &
Anlagensicherheit am Öko-Institut. Sie forscht seit über 20 Jahren zu den
Themenfeldern Zwischen- und Endlagerung, radioaktive Abfälle und
Öffentlichkeitsbeteiligung. Als Mitglied in der Entsorgungskommission des
Bundesumweltministeriums berät sie die Politik unter anderem bei
anstehenden Entscheidungen zur Endlagerung.
Akzeptanz und Verantwortung zuerst
Ihre Einschätzung: „Es gibt sicherlich kein Verfahren, bei dem hinterher
alle glücklich sind.“ Aber: Wenn aber eine große Mehrheit der Meinung sei,
dass es ein faires Verfahren war, in dem Kriterien für die größtmögliche
Sicherheit angewendet wurden und dass Meinungen aus der Gesellschaft
ausreichend berücksichtigt wurden, dann sei ein Standort durchaus
realisierbar. Die gesamtgesellschaftliche Beteiligung an dem Prozess sowie
die Verantwortung, die eine Entscheidung für einen Endlagerstandort mit
sich bringt, sieht sie als unumgänglich: „Es geht darum,
Hinterlassenschaften von uns gut und sicher zu beseitigen“. Auch wenn es
ein Thema sei, das niemand so richtig anfassen mag.
Prozess im Standortauswahlgesetz
Neles gibt im Gespräch mit dem Moderatorinnenteam auch Antworten auf die
Frage, wo wir derzeit im Suchprozess stehen, der im Standortauswahlgesetz
(StandAG) vorgegeben ist. Sie legt dar, warum es ihrer Ansicht nach
zwischen der Phase 1 und der nächsten eine zu große Leerstelle gibt und
wie wichtig es ist, die junge Generation jetzt bei der Suche einzubinden.
Die Frage, ob der Endlagerstandort wirklich bis zum Jahr 2031, wie
geplant, feststeht, sieht Neles kritisch, denn bis dahin gebe es noch zu
viele Aufgaben zu erledigen.
Als Orientierung zur Beurteilung empfiehlt die Expertin zum Schluss, sich
den Paragraf 1 des StandAG vor Augen zu führen: „Mit dem
Standortauswahlverfahren soll in einem partizipativen,
wissenschaftsbasierten, transparenten, selbsthinterfragenden und lernenden
Verfahren für die im Inland verursachten hochradioaktiven Abfälle ein
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Anlage zur Endlagerung
[…] in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt werden.“
Zum Podcast des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/podcast)
Wissen statt Alltagsberatung
Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit
politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien,
NGOs und Öffentlichkeit. Der Podcast wird moderiert von Nadine Kreutzer,
Journalistin und Moderatorin unter anderem mit Schwerpunkt auf
Nachhaltigkeitsthemen. 45 bis 60 Minuten spricht sie mit Mandy Schoßig,
Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation, und jeweils einem Gast über
anstehende Nachhaltigkeitstransformatione
„Langstrecke der Umweltpodcasts“.
Die Episoden 1 bis 6
Episode 1: „Warum ist Wasserstoff der Champagner der Energiewende?“ mit
Dr. Felix Chr. Matthes, erschienen am 8. April 2021
(https://www.oeko.de/podcast/e
der-energiewende)
Episode 2: „Wie geht es mit dem Flugverkehr nach Corona weiter?“ mit
Jakob Graichen, erschienen am 21. Mai 2021
(https://www.oeko.de/podcast/e
corona-weiter)
Episode 3: „Was bringt die Bürgerbeteiligung bei der Endlagersuche?“ mit
Julia Mareike Neles, erschienen am 1. Juli 2021
(https://www.oeko.de/podcast/e
bei-der-endlagersuche)
Für die nächsten Episoden von „Wenden bitte! Der Podcast zu Wissenschaft
und nachhaltigen Transformationen“ sind folgende Themen geplant:
August 2021: „Längere Lebensdauer für Geräte“ mit Siddharth Prakash
September 2021: „Soziale Gerechtigkeit in der Energiewende“ mit Dr. Katja
Schumacher
November 2021: „Internationale Klimaverhandlungen“ mit Anke Herold
Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei
Apple Podcasts sowie bei Spotify
Zum Podcast auf der Website des Öko-Instituts mit Shownotes und weiteren
Hintergrundinformationen (https://www.oeko.de/podcast/e
die-buergerbeteiligung-bei-der
