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Ann Phoenix übernimmt Angela-Davis-Gastprofessur

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Renommierte Professorin spricht auf Einladung des Cornelia Goethe Centrums
über die Verschränkung von Ungleichheit und Differenz in sozialen Gefügen
und soziale Transformationen aus intersektionaler
Perspektive/Antrittsvorlesung am 8. Juli.

FRANKFURT. Prof. Ann Phoenix übernimmt in diesem Jahr die Angela-Davis-
Gastprofessur am Cornelia Goethe Centrum. Sie lehrt derzeit am University
College London und gilt als eine der international herausragendsten
Wissenschaftler*innen im Bereich der Intersektionalitätsforschung. Ihre
Antrittsvorlesung zum Thema „The ties that divide us: Rethinking
psychosocial positioning as local, national and global?“ wird Prof.
Phoenix am Donnerstag, den 8. Juli 2021, von 18 bis 20 Uhr online halten.
Ein weiterer öffentlicher Vortrag von Ann Phoenix mit dem Titel „The
indispensability of Intersectionality: Living through unexpected
transformational conjunctions” findet ebenfalls online am darauffolgenden
Donnerstag, den 15. Juli 2021, 18 Uhr statt. Beide Vorträge werden in
englischer Sprache gehalten.

In ihrer Antrittsvorlesung wird Ann Phoenix über Intersektionalität, also
das Zusammenwirken von unterschiedlichen Formen und Dimensionen von
Ungleichheit, Differenz und Herrschaft, und deren komplexe und
widersprüchliche Wirkungen in sozialen Gefügen sprechen. Auch für ihren
zweiten öffentlichen Vortrag ist das Thema Intersektionalität maßgeblich:
Am Beispiel der großen Ungleichheitsthemen im Jahr 2021 –
COVID-19-Pandemie, Black Lives Matter Bewegung und Klima-Aktivismus –
zeigt Prof. Phoenix, dass Intersektionalitätsforschung für das Verständnis
aktueller gesellschaftlichen Herausforderungen und ihrer komplexen
geschlechtsspezifischen Dimensionen unverzichtbar ist.

Für Ann Phoenix ist die Verbindung von Subjektivität und
gesellschaftlichen Strukturen ebenso zentral wie die Verschränkung der
Ungleichheitsdimensionen race, gender und class, die sie
gegenstandsbezogen um weitere ungleichheitsrelevante Kategorien erweitert.
In zahlreichen internationalen Forschungsprojekten und einer kaum
überschaubaren Vielzahl von Publikationen setzt sich Ann Phoenix mit den
Themen Mutterschaft und Familie, Schule und Rassismus, Kindheit und
Jugend, Armut und Migration auseinander. Dabei sind verschiedene
Lebensalter – Kindheit, Adoleszenz und Erwachsenenalter – Gegenstand ihrer
Analysen, in denen sie oft Perspektiven und Erfahrungen verschiedener
Generationen zueinander ins Verhältnis setzt. Der Zusammenhang von
Intersektionalität und Schwarzem Feminismus zieht sich als roter Faden
durch ihr Werk.
Nach einem Studium der Philosophie, Ökonomie und Psychologie promovierte
Ann Phoenix 1991 mit einer Untersuchung über Mütter unter 20 Jahren. Es
folgte eine Tätigkeit als Senior Lecturer für Psychologie an der Open
University und als Co-Direktorin der Thomas Coram Research Unit der
University of London, bis sie als Professorin für psychosoziale Studien an
das Institute of Education des University College London berufen wurde.
2014 wurde Ann Phoenix in Anerkennung ihrer überragenden
wissenschaftlichen Leistungen mit einer Mitgliedschaft in der British
Academy und der Academy of Social Sciences geehrt. Sie war und ist eine
international gefragte Gastprofessorin. Mit ihrer Leidenschaft und ihrem
Engagement für eine kritische, empirische, intersektionale Forschung und
Lehre hat Ann Phoenix Wissenschaftler*innen und Studierende weltweit
inspiriert.

2013 hat das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung
der Geschlechterverhältnisse (CGC) die Angela-Davis-Gastprofessur
eingerichtet. Die Einweihung durch die Namensgeberin, Aktivistin,
öffentliche Intellektuelle und Wissenschaftlerin Prof. Angela Davis, hat
national wie auch international großes öffentliches Aufsehen erregt. Davis
gilt als Wegbereiterin aktueller, kritischer Diskurse innerhalb der Gender
und Diversity Studies. Diese Themen stehen auch im Mittelpunkt der
Gastprofessur, die in diesem Jahr nach Angela Davis (2013), Chandra
Talpade Mohanty (2015) und Amina Mama (2018) durch Ann Phoenix vertreten
wird.

Prof. Ann Phoenix wird im Rahmen der Gastprofessur neben den öffentlichen
Vorträgen ein Blockseminar für Studierende und ein Kamingespräch für
Promovierende anbieten. Außerdem wird es Gelegenheit zum kollegialen
Austausch geben.

Die Angela-Davis-Gastprofessur wird in diesem Jahr durch den Förderkreis
des Cornelia Goethe Centrum, das GRADE Center Gender, das
Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität Frankfurt a. M., die Freunde
und Förderer der Goethe-Universität und die Goethe-Universität selbst
unterstützt.