Hochschule Bonn-Rhein-Sieg baut mit Partnern Zentrum für Wissenschaftskommunikationsforschung auf
Das Interesse an Themen aus der Wissenschaft ist groß. Aber wie kann die
Wissenschaft ihre Arbeitsweisen und Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit
teilen? Um die Forschung über Wissenschaftskommunikation nachhaltig
voranzubringen, fördert die Volkswagenstiftung vier neue Forschungszentren
in Deutschland. Eines davon ist das „Rhine-Ruhr Centre for Science
Communication Research“. Prof. Dr. Oliver Ruf wird für die Hochschule
Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) die Forschungseinrichtung in einem Verbund mit
weiteren Partnern in NRW aufbauen.
Die Volkswagenstiftung fördert die Erforschung der
Wissenschaftskommunikation mit 15 Millionen Euro. Die Fördersumme verteilt
sich auf vier Projekte in Deutschland. Zu den geförderten Projekten gehört
das „Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“. Die Hochschule
Bonn-Rhein-Sieg hat sich in einem Verbund mit drei weiteren
Forschungseinrichtungen mit diesem Vorhaben an der Ausschreibung der
Stiftung beteiligt und den Zuschlag bekommen. Die Projektpartner der H-BRS
sind das Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund,
das Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn sowie das
Kulturwissenschaftliche Institut Essen.
Federführend an der H-BRS für das Projekt ist Prof. Dr. Oliver Ruf vom
Institut für Medienentwicklung und Medienanalyse (IMEA) am Standort Sankt
Augustin. Professor Ruf hat das Vorhaben gemeinsam mit Kolleginnen und
Kollegen der Partnerinstitute auf den Weg gebracht. Ruf lehrt
Medienkulturwissenschaft an der H-BRS am Fachbereich Elektrotechnik,
Maschinenbau und Technikjournalismus. Seine Forschungsgebiete umfassen
insbesondere die Theorie und Ästhetik der Medien, Kommunikation und
Gestaltung. Er ist zudem Co-Direktor des IMEA.
„Mit dem zukünftigen Zentrum gewinnen wir die Möglichkeit, einen
einzigartigen Verbund zwischen Rhein und Ruhr aufzubauen, der die
Wissenschaftskommunikation vor allem der Geistes- und Sozialwissenschaften
erforscht. Es wird zudem neue Formen und Formate für die Kommunikation
über Wissenschaft hervorbringen und evaluieren“, so Professor Ruf.
Das künftige „Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“ stellt
dazu die Frage in den Mittelpunkt seiner Arbeit, wie die Vermittlung von
Wissen über das Wissenschaftssystem selbst gelingen kann. Erforscht werden
etwa die Rollen von Forschenden im Hinblick auf die Kommunikation mit der
Öffentlichkeit und die Bedeutung des Publizierens. Der fachliche Rahmen
ist dabei weit gesteckt; er umfasst Soziologie, Philosophie und
Wissenschaftsgeschichte ebenso wie Spezialgebiete wie die Bibliometrie.
Diese vermisst das Publikationsaufkommen mithilfe mathematischer und
statistischer Methoden.
Das neue Forschungszentrum will neue Qualitätsstandards und Formate
entwickeln für den Austausch zwischen Wissenschaft, Medien, Politik und
anderen Zielgruppen. Für die dafür notwendige Infrastruktur arbeitet das
„Rhine-Ruhr Centre for Science Communication Research“ mit Praxispartnern
wie dem Science Media Center in Köln und der Wissenschaftspressekonferenz
zusammen.
An der Ausschreibung der Volkswagenstiftung „Wissenschaftskommunikation
hoch drei" konnten sich Projekte bewerben, in denen die drei Perspektiven
Wissenschaftskommunikationsfor
Kommunikationspraxis zusammenwirken. Der Förderzeitraum beträgt fünf Jahre
und kann um maximal drei Jahre verlängert werden. Voraussetzung für die
Bewilligung war die Zusage einer Hochschule, die neu etablierten Zentren
auch über den Förderzeitraum hinaus dauerhaft zu unterstützen. Die drei
anderen geförderten Zentren stehen unter der Federführung der
Universitäten München, Kiel und Tübingen.
Das Echo war laut Volkswagenstiftung enorm: Bis zum Stichtag gingen 27
Anträge von Konsortien mit 500 Einzelpersonen aus 300 Institutionen in 24
Ländern ein.
