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Architektur im Wandel – Spitzenforschung an der HCU Hamburg

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Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben und auch arbeiten. Für die
Zukunft wird erwartet, dass im Jahr 2050 rund zwei Drittel der
Weltbevölkerung in Städten leben. Die Vereinten Nationen rechnen für
diesen Zeitpunkt mit einer Weltbevölkerung von 9,7 Milliarden Menschen.
Das Wachstum wird die Städte gravierend verändern. Allein die Freie und
Hansestadt Hamburg plant jährlich den Bau von 10.000 neuen Wohnungen.
Entweder breiten sich die Städte in einem rasanten Tempo aus, sie werden
größer, oder sie werden nachverdichtet. Das heißt, innerhalb bestehender
Städte wird dichter und höher gebaut.

Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben und auch arbeiten. Für die
Zukunft wird erwartet, dass im Jahr 2050 rund zwei Drittel der
Weltbevölkerung in Städten leben. Die Vereinten Nationen rechnen für
diesen Zeitpunkt mit einer Weltbevölkerung von 9,7 Milliarden Menschen.

Das Wachstum wird die Städte gravierend verändern. Allein die Freie und
Hansestadt Hamburg plant jährlich den Bau von 10.000 neuen Wohnungen.
Entweder breiten sich die Städte in einem rasanten Tempo aus, sie werden
größer, oder sie werden nachverdichtet. Das heißt, innerhalb bestehender
Städte wird dichter und höher gebaut.

Bernd Dahlgrün ist Professor für Baukonstruktion und Studiendekan des
Fachbereichs Architektur an der HafenCity Universität (HCU) in Hamburg. Er
entwickelt neue Perspektiven für die städtische Nachverdichtung:

“Mit dem Wachstum der Städte steigt der Druck auf den Wohnungsmarkt. Dies
führt zwangsläufig zu steigenden Mieten und Kaufpreisen, wenn wir nicht
aktiv daran arbeiten, günstigen städtischen Wohnraum bereitzustellen.

Wir müssen also aktiv der Gefahr entgegenwirken, dass die Menschen, die
die Städte am Laufen halten, wie zum Beispiel Polizisten, Pflegepersonal
und Feuerwehrleute, nicht mehr in den hochpreisigen Städten leben und
arbeiten können. Hamburg wird sich also verändern müssen! Die Aufgabe der
Planer ist es, für diese Herausforderungen innovative Lösungen zu
entwickeln, damit Hamburg so lebenswert bleibt, wie es derzeit ist“.

Dahlgrün erforscht schwerpunktmäßig das Bauen im Bestand und beschäftigt
sich intensiv mit dem Thema Wohnraumschaffung durch städtische
Nachverdichtung:

“Ich glaube nicht, dass sich Hamburg unendlich ausdehnen kann. Für die
jährlich anvisierten neuen 10.000 Wohnungen geht die Hansestadt Hamburg
von einer Flächeninanspruchnahme von ca. 67 ha Bauland aus. Das sind
jährlich ca. 94 voll erschlossene UEFA-Fußballfelder! Wo wollen wir die
auf Dauer herbekommen?
Darüber hinaus sind die infrastrukturellen Ausbaumöglichkeiten des
städtischen Flächenwachstums und die einhergehenden Kosten bisher
unbekannt und stoßen irgendwann an ihre Grenzen“.

Das Forscherteam um Prof. Dahlgrün konzentriert sich deshalb auf die
städtische Nachverdichtung, um Perspektiven für bezahlbaren Wohnraum zu
entwickeln:
„Wir erforschen die Wohnraumpotenziale von Gebäudeaufstockungen,
Umnutzungen, innovativen Nutzungskonzepten und dichteren Bebauungen. Wir
versuchen mit unseren Erkenntnissen wegbereitend für ein
sozialverträgliches und nachhaltiges Städtewachstum zu wirken“.

Für diesen Kulturwandel müssen neue Ideen und Lösungen entwickelt werden.
Auch der Studiengang Architektur an der HafenCity Universität wandelt sich
und stellt neue Weichen für die Zukunft.

„Die angehenden ArchitektInnen stehen großen Herausforderungen gegenüber.
Neben der schwierigen kostengünstigen Wohnraumschaffung müssen sie
zukünftig klimaneutrale und nachhaltige Gebäude entwickeln. Darüber hinaus
werden Digitalisierung, künstliche Intelligenz und parametrische
Entwurfswerkzeuge ihren Berufsalltag gravierend verändern, worauf wir die
Studierenden schon jetzt vorbereiten“.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist weitgehend unklar, wie man in der Praxis
klimaneutrale, kreislaufgerechte Bauten erstellt und wie der Berufsalltag
der Zukunft aussehen wird. Dahlgrün entwickelt deshalb gemeinsam mit den
Studierenden Perspektiven für die Zukunft und geht die künftigen
Herausforderungen aktiv an. Diese Zielsetzung hat zu einem
Paradigmenwechsel innerhalb des Studiengangs geführt, so Dahlgrün:

„ProfessorInnen sind nicht nur Baumeister, die Ihren Erfahrungsschatz
vermitteln, sondern auch ForscherInnen, die diese drängenden
Zukunftsfragen glaubwürdig beantworten wollen. Entsprechend wollen wir
genau diese Fragen strukturiert mit wissenschaftlichen Methoden erforschen
und mit Experimenten im Labor erproben. Wir wollen Lösungen entwickeln und
damit wegbereitend für die Baubranche wirken“.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Studienprogramm Architektur neu
strukturiert und unterschiedliche Schwerpunkte im Bachelor- und
Masterstudium gesetzt. Im Bachelorstudium erlangen die
Architekturstudierenden ein breit gefächertes Fachwissen, eine integrale
Entwurfs- und Planungskompetenz sowie die Beherrschung digitaler
Instrumente. Das Bachelorstudium an der HCU ist sehr kompakt und
arbeitsintensiv und vermittelt die fachlichen Grundlagen für
zukunftsorientierte ArchitektInnen.
Im Masterstudium gehen die Architekturstudierenden und ProfessorInnen in
fachübergreifenden Zukunftslaboren drängenden Zukunftsfragen der
Architektur nach. In einer Workshop-ähnlichen Atmosphäre werden gemeinsame
Lösungen entwickelt und erprobt.

Dieses Lehr- und Forschungskonzept hat der Studiengang Architektur in
einem Leitbild zusammengefasst, das den zahlreichen Neuberufungen von
Professoren in den nächsten zwei Jahren zugrunde liegen wird. Das Leitbild
des Studiengangs Architektur ist auf der Homepage der HCU abrufbar:
https://www.hcu-hamburg.de/bachelor/architektur/studiengang/