Virtuelle Schau zeigt das Leben in einem spätantiken Kastell
Die virtuelle Ausstellung „Castrum Virtuale: Zeitreise in der römischen
Festung von Fenékpuszta“ macht die Vergangenheit lebendig: Sie
rekonstruiert einstige Bauten und gewährt eindrucksvolle Einblicke in das
Leben in der Provinz Pannonien während der Spätantike. Die Möglichkeiten
der Digitalisierung eröffnen innovative Zugänge und lassen uns das
archäologische Erbe in einer vollkommen neuen Form erleben und verstehen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die 15 ha große, römische Festung in
Keszthely-Fenékpuszta, die im 4. Jh. errichtet und bis zum 7. Jh. bewohnt
wurde. Dreidimensionale Rekonstruktionen der Wehr- und Monumentalbauten in
Modellen, Animationen und Filmen geben Einblicke in die rund 300 Jahre
währende Geschichte des Ortes. Zudem wird ein Blick in die Zukunft gewagt:
Ein Panorama mit Visualisierungen von Teil- und Vollrekonstruktionen,
sowie Schutzbauten eines geplanten archäologischen Parks zeigen Wege der
Bewahrung und Inwertsetzung dieses bedeutenden Kulturdenkmals.
Die Ausgrabungsstätte liegt in Ungarn am westlichen Ende des Plattensees,
wenige Kilometer südlich der heutigen Stadt Keszthely. Das Castrum in
Fenékpuszta gilt als einer der wichtigsten Fundorte Ungarns, an dem das
Weiterleben spätantik-frühchristlicher Traditionen bis zum Frühmittelalter
beobachtet werden kann. Das GWZO forscht seit 2009 gemeinsam mit der
Universität Heidelberg und dem Balatoni Múzeum Keszthely an diesem
Fundort.
Die virtuelle Schau „Castrum Virtuale“ ist in drei Sprachen erlebbar,
Deutsch, Englisch und Ungarisch. Sie wird von PD Dr. Orsolya Heinrich-
Tamáska (GWZO), Dr. Roland Prien (Heidelberg Zentrum Kulturelles Erbe) und
Dr. Zsolt Vasáros (Budapest University of Technology and Economics)
kuratiert und wissenschaftlich geleitet. Die technische Umsetzung übernahm
das Architekturstudio „Narmer“ in Budapest.
Zur virtuellen Schau | http://narmer.hu/castrumvirtua
Die gleichnamige analoge Schau „Castrum Virtuale: Zeitreise in der
römischen Festung von Fenékpuszta“ wurde als Wanderausstellung konzipiert
und ist derzeit noch bis 24. Oktober 2021 im Katona József i Múzeum in
Kecskemét (Ungarn) zu sehen.
Zur Schau | https://muzeum.kecskemet.hu/es
Zur Online-Vernissage am 13. Juli 2021, 18 Uhr, sind alle Interessierten
herzlich eingeladen. | https://bit.ly/3w9cetj
Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)
erforscht in vergleichender Perspektive die historischen und kulturellen
Phänomene und Prozesse in dem Raum zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und
Adria vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart. Die am Institut tätigen
Wissenschaftler*innen repräsentieren verschiedene Disziplinen der
Geisteswissenschaften, darunter Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte
und Literaturwissenschaft. In seiner Forschungsarbeit stützt sich das GWZO
auf ein dichtes Netz an Kooperationsbeziehungen mit
Wissenschaftseinrichtungen in Europa und Übersee.
www.leibniz-gwzo.de
