9. Bayerische Woche der Geodäsie: Von Geschäftsleerständen, Navis und zerbrechenden Bergen
Die Darstellung des Klimawandels, Städte-Simulationen und Drohneneinsätze
sind einige der Einsatzgebiete der Geodäsie
Mit Gummistiefeln und Gerätschaft das Gelände vermessen – diese Aktivität
zählt auch zu den Aufgaben von Vermesserinnen und Vermessern, jedoch
umfasst die sogenannte „Geodäsie“, die „Wissenschaft von der Ausmessung
und Abbildung der Erdoberfläche“, heutzutage deutlich mehr Themen und
Tätigkeiten. Um diese kennenzulernen, können sich Schülerinnen und Schüler
sowie Interessierte während der "Bayerischen Woche der Geodäsie" eingehend
informieren und mitmachen.
Um einige Beispiele zu nennen:
Über die Leerstandskartierung können die Teilnehmenden den Ort und das
selbst aufgenommene Foto eines aufgegebenen Geschäftes eingeben sowie
Vorschläge machen, was man sich nun dort wünscht.
In Workshops zur 3D-Rekonstruktion wird erläutert, wie man historische
Gebäude oder Gelände darstellen kann. So haben an der Hochschule für
angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt z.B. Studierende die
Würzburger Domstraße sowie die Stadt Würzburg im Jahr 1835 und heute
wiederauferstehen lassen, außerdem wurde eine Basaltwand im Markt
Parkstein über 3D visualisiert. Um Steinformationen geht es auch in einem
weiteren Angebot: Wie ein Berg zerbricht, dokumentiert die Geodäsie in der
Überwachung des sogenannten „Hochvogels“ im Allgäu. Eine große Spalte
verläuft aktuell durch den Gipfel, ein Teil wird abrutschen. In einer
Story zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche
Messverfahren beim Monitoring zum Einsatz kommen, welche Bewegungen und
Veränderungen erkennbar und relevant sind für weitere Handlungen, z.B.
Evakuierungen und Straßensperrungen.
Die Woche der Geodäsie zeigt nicht nur regionale Phänomene, sie geht z.B.
auch nach Ghana, Afrika: Hier zeigt die FHWS die Anwendung eines
Geoinformationssystems für ein Krankenwagen-Management anhand eines
humanitären internationalen Projekts: Freiwillige „Mapperinnen“ und
„Mapper“ beteiligen sich an dem Projekt, um Menschen vor Ort helfen zu
können. Darüber hinaus werden auch Einsatzmöglichkeiten von Drohnen
aufgezeigt. Die Teilnehmenden erfahren außerdem mehr über die
Darstellungsmöglichkeiten des Klimawandels, die Vermessung der Erde vom
Weltraum aus, Weltraum-Schrott oder über die Form der Erde.
Zum Programm der Aktionswoche:
Themen:
Effective Ambulance Management System – Einsätze von Geodäsie
Mit Handy und Webbrowser Leerstände kartieren
Interaktive semantische 3D-Stadtmodelle für Analysen und Simulationen
Laserscanner
Wärmebildkameras
Photogrammetrie
Ein Berg zerbricht
Tutorial 3D-Rekonstruktion
Studium:
Der Studienbereich Geo an der FHWS
Geodäsie und Geoinformation an der Technischen Universität München (TUM)
Studienangebot an der OTH Amberg-Weiden
Die Fakultät für Geoinformation an der Hochschule Bayern
Berufsschule für Vermessungstechnikerinnen und –techniker
Verband:
IGVB – Ingenieurverband Geoinformation und Vermessung in Bayern e.V.
Die Angebote der FHWS, die Bachelorstudiengänge Vermessung und
Geoinformatik, Geovisualisierung sowie der Masterstudiengang
Geodatentechnologie, können auch über die Aktionswoche (bis 16. Juli)
hinaus besucht werden über GEO
