YouTube-Algorithmen im Bundestagswahlkampf – Forschungsprojekt der European New School of Digital Studies
European New School of Digital Studies beteiligt sich an Datenspende-
Plattform „DataSkop”:
Welche Videos empfiehlt der YouTube-Algorithmus Nutzerinnen und Nutzern
zur Bundestagswahl? Das soll mithilfe der neuen Datenspende-Plattform
„DataSkop“ untersucht werden, die ab Donnerstag, den 15. Juli, online
geht.
Betrieben wird die Plattform von der European New School of Digital
Studies (ENS) an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) im
Verbund mit der Universität Paderborn, der Fachhochschule Potsdam und dem
Verein Mediale Pfade unter Leitung der gemeinnützigen Organisation
AlgorithmWatch. Das dreijährige Vorhaben wird durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Mensch-Technik-
Interaktion für digitale Souveränität mit 1,8 Millionen Euro gefördert.
Ab heute können Nutzerinnen und Nutzer mit einem YouTube-Konto den
DataSkop-Client von der Projektwebsite herunterladen. Sechs Wochen lang,
vom 15. Juli bis zum 25. August 2021, können sie so ihre Daten spenden und
selbst Einblicke in den Algorithmus gewinnen.
Die gespendeten Daten werden von Forschenden der ENS und von
Datenjournalistinnen und -journalisten von dem Wochenmagazin „Der Spiegel“
ausgewertet. Noch vor der Bundestagswahl Ende September sollen erste
Erkenntnisse veröffentlicht werden.
Ziel ist es, nachzuvollziehen, welche personalisierten Empfehlungen und
Suchergebnisse die Video-Plattform YouTube zu Themen der Bundestagswahl
ausspielt. Je mehr Daten gespendet werden, desto besser sind die zu
erwarteten Ergebnisse.
„Wenn es um Informationen geht, die die gesellschaftliche und politische
Teilhabe betreffen, ist es wichtig, hinzusehen. Umso genauer, wenn die
Zusammenstellung von Informationen sich durch Algorithmen und Modelle in
der Blackbox großer privater Plattformen vollzieht“, so Prof. Dr. Jan-
Hendrik Passoth vom Lehrstuhl für Techniksoziologie an der European New
School of Digital Studies (ENS) „Ohne Zugriff auf die Daten und Modelle
von YouTube selbst ist es für unabhängige Forschung fast unmöglich, genaue
Aussagen über die Funktionsweise und Konfiguration der Empfehlungssysteme
zu treffen. Mit den Datenspenden können wir ein sehr viel realistischeres
Bild zeichnen“.
Weitere Informationen gibt es auf der Projektwebsite: https://dataskop.net
