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KIT-Experten zu aktuellem Thema: Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

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In der Nacht zum Donnerstag, 15. Juli 2021, gingen Regenmengen von mehr
als 150 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit über Teilen von Rheinland-
Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Belgien, Luxemburg, und Nordfrankreich nieder.
Besonders betroffen ist die Eifel, wo beispielsweise der Pegel der Ahr in
Altenahr mit 5,75 Metern die bisherige Rekordmarke von 3,71 Metern (Juni
2016) um mehr als zwei Meter übertraf. Durch die Flutkatastrophe wurden
zahlreiche Menschen getötet und hohe Sachschäden verursacht. Sind
Ereignisse wie dieses Folgen des Klimawandels? Und müssen wir uns in
Zukunft verstärkt auf solche Extremereignisse einstellen? Mit diesen
Fragen beschäftigen sich auch Klimaforschende des KIT.

In der Nacht zum Donnerstag, 15. Juli 2021, gingen Regenmengen von mehr
als 150 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit über Teilen von Rheinland-
Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Belgien, Luxemburg, und Nordfrankreich nieder.
Besonders betroffen ist die Eifel, wo beispielsweise der Pegel der Ahr in
Altenahr mit 5,75 Metern die bisherige Rekordmarke von 3,71 Metern (Juni
2016) um mehr als zwei Meter übertraf. Durch die Flutkatastrophe wurden
zahlreiche Menschen getötet und hohe Sachschäden verursacht. Sind
Ereignisse wie dieses Folgen des Klimawandels? Und müssen wir uns in
Zukunft verstärkt auf solche Extremereignisse einstellen? Mit diesen
Fragen beschäftigen sich auch Klimaforschende des KIT.

„Das aktuelle Ereignis liegt für viele Kenngrößen außerhalb jeglicher
bisheriger Beobachtungen. Die sehr hohen Niederschlagsmengen in kurzer
Zeit, das relativ große betroffene Gebiet und die hohen Abflussmengen
kleiner und mittlerer Bäche sowie Flüsse sind extrem“, sagt Dr. Christian
Grams vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung –
Troposphärenforschung (IMK-TRO), der das letzte extreme Hochwasser in
Deutschland untersucht hat, von dem im Frühsommer 2013 viele Bundesländer
betroffen waren. „Von Extremereignissen spricht man, wenn eine Kenngröße
wie die Niederschlagsmenge am Rande des Spektrums vergangener Messwerte
liegt, beispielsweise im oberen Prozent aller jemals aufgetretenen
Messwerte – oder diese überschreitet.“

Professor Andreas Fink vom IMK-TRO verweist weiter auf die Parallelen zur
Wetterlage während des historischen Elbehochwassers von 2002: „Das
Augenmerk sollte aktuell jedoch auf dem hohen Wassergehalt der Luftmasse
im Kontext der Klimaerwärmung liegen. Der Wassergehalt erreichte Werte,
die statistisch gesehen nur alle 40 Jahre zu erwarten sind.“

„Physikalische Gesetze sagen uns, dass wärmere Luftmassen mehr Wasserdampf
speichern können – in etwa sieben Prozent mehr mit jedem Grad Celsius
Erwärmung“, erklärt Dr. Julian Quinting vom IMK-TRO. „Diese Feuchtigkeit
steht dann für Niederschlag zur Verfügung und verändert die Stärke
möglicher Niederschlagsereignisse. So werden auch bisher unbeobachtete
Extremniederschläge möglich.“

Nach Einschätzung der Expertinnen und Experten des KIT ist demnach vor dem
Hintergrund der Klimaerwärmung generell mit mehr und stärkeren
Extremereignissen zu rechnen. Dies betreffe aber nicht nur
Starkregenereignisse, sondern auch Hitze- und Dürreperioden. „Wäre die
derzeitige Höhenströmung einige tausend Kilometer nach Westen verschoben,
würden wir jetzt eine Hitzewelle erleben wie gerade in Nordosteuropa oder
bei uns in den letzten Jahren“, sagt Professor Andreas Fink. „Auch solche
Hitzewellen werden vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung extremer als
bisher.“ Außerdem sei zu vermuten, dass ortsfeste Wettermuster – wie
zuletzt häufig beobachtet – durch den Klimawandel verstärkt aufträten. Das
sei gegenwärtig noch Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung.

Zum besseren Verständnis von Extremwetterereignissen leisten am IMK-TRO
mehrere Arbeitsgruppen Grundlagenforschung. Das vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Programm ClimXtreme ermittelt den
bisher nicht eindeutig bekannten Einfluss des Klimawandels auf extreme
Wettereignisse. Die Helmholtz- Nachwuchsgruppe SPREADOUT erforscht die
Dynamik und Auswirkung großräumiger Strömungsmuster und des regionalen
Klimawandels auf Extremereignisse wie Hitzewellen und Fluten im heutigen
und zukünftigen Klima. Die Verbesserung von computergestützten
Wettervorhersagen ist Ziel des Sonderforschungsbereich Waves to Weather.

Weitere Informationen: https://www.imk-tro.kit.edu/index.php

Hinweis für die Redaktionen: In Ihrer Berichterstattung zu den Unwettern
in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz können Sie unsere Experten
gerne im Wortlaut zitieren. Bei Rückfragen steht Ihnen der Presseservice
des KIT zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an Margarete Lehné, Tel.: +49 721 608-41157, E-Mail:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>, oder an das Sekretariat der Abteilung
Gesamtkommunikation, Tel.: 0721 608-41105, E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>.

Im Portal „KIT-Expertinnen und -Experten“ finden Sie weitere
Ansprechpersonen zu Highlights der Forschung am KIT und tagesaktuellen
Themen: https://www.sek.kit.edu/kit-experten.php