Afrikanische Schweinepest: Keine Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher
Erreger ist nicht auf den Menschen übertragbar
Die am 15. Juli 2021 erstmals in Deutschland bei Hausschweinen
festgestellte Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt für den Menschen
keine Gesundheitsgefahr dar. „Der Erreger der ASP ist nicht auf den
Menschen übertragbar“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident
des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Weder vom direkten Kontakt
mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten
Haus- oder Wildschweinen stammen, geht ein Risiko für die Gesundheit aus.“
Erreger der ASP ist ein Virus, das Wild- und Hausschweine befällt und das
zu einer schweren, häufig tödlichen Erkrankung der Tiere führt. Es wird
über direkten Kontakt, über Ausscheidungen infizierter Tiere oder über
Zecken übertragen. Das ASP-Virus ist in infizierten Wildtieren in Afrika
heimisch. Auch in Südeuropa kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Der
Erreger breitet sich seit 2007 von Georgien über Armenien, Aserbaidschan
und Russland nach Nordwesten aus. Seit 2014 wurden im Baltikum ASP-Fälle
bei Wildschweinen und Ausbrüche bei Hausschweinen registriert. Zudem wurde
das Virus in Rumänien, Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik
nachgewiesen. Im September 2018 ist der Erreger auch bei Wildschweinen in
Belgien und damit erstmals in Westeuropa gefunden worden. Am 10. September
2020 ist das ASP-Virus erstmals in Deutschland bei einem Wildschwein in
Brandenburg nachgewiesen worden. Am 15. Juli 2021 erfolgte nun auch zum
ersten Mal in Deutschland der Nachweis des ASF-Virus bei Hausschweinen in
zwei Betrieben in Brandenburg.
Der Erreger ist sehr stabil und kann in Lebensmitteln über mehrere Mo-nate
infektiös bleiben. Werden nicht erhitzte Lebensmittel oder nicht erhitzte
Lebensmittelreste, die von infizierten Tieren stammen, an nicht-infizierte
Tiere verfüttert, kann das Virus daher in zuvor ASP-freie Regi-onen und
damit auch in die Hausschweinbestände verbreitet werden.
Obwohl das ASP-Virus für den Menschen weder eine Gefahr noch ein Risiko
darstellt, sollte Haus- und Wildschweinfleisch wie jedes andere rohe
Fleisch stets hygienisch zubereitet werden, da es auch andere Erreger
enthalten kann, rät das BfR. Es sollte gekühlt aufbewahrt und vor dem
Garen getrennt von anderen Lebensmitteln zubereitet werden. Beim Erhitzen
sollte an allen Stellen des Fleischstücks eine Temperatur von 70 Grad oder
höher für mindestens zwei Minuten erreicht werden, empfiehlt das BfR.
Für weitergehende Informationen hat das BfR Fragen und Antworten zur ASP
zusammengestellt. Sie können auf der Webseite des BfR abgerufen werden:
<https://www.bfr.bund.de/de/fr
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
