Hochschule Coburg ernennt Beauftragte für Nachhaltigkeit
Prof. Dr. Stefanie Wrobel ist seit kurzem Beauftragte für Nachhaltigkeit
der Hochschule Coburg. Sie möchte das Thema proaktiv angehen und es als
festen Bestandteil im Studium, in der Forschung und der Verwaltung
etablieren.
Wenn es um die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit geht, ist Stefanie
Wrobel in ihrem Element. Die Betriebswirtin und Umweltwissenschaftlerin
hat zu umweltgerechter Produktion promoviert und das Thema Sustainability,
also Nachhaltigkeit, „immer im Gepäck“, wie sie sagt. Seit zwei Jahren
vertritt sie im Masterstudiengang ZukunftsDesign den Bereich Entre-
preneurship.
Angesichts der aktuellen Ereignisse mit Extremwetterlagen, die
Überschwemmungen und Dürre zur Folge haben, seien jetzt recht schnell
Aktionen erforderlich: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen und alle
mitnehmen“, betont die Professorin. Das gelte auch für die Hochschulen.
Sie haben ihrer Meinung nach große Verantwortung, aber auch großes Poten-
zial. „Wir können allen Menschen, die wir ausbilden und die bei uns
arbeiten den entspre-chenden Mindset und das Bewusstsein, aber auch Wissen
und Methoden mitgeben“, ist sie überzeugt. Angefangen beim Betrieb der
Gebäude und dem Energieverbrauch bis hin zur Lehre mit Bezug zur
Nachhaltigkeit und der Forschung. An der Hochschule Coburg gibt es bereits
seit längerem zahlreiche Projekte, die sich beispielsweise mit Fragen der
Technik für die Energiewende, der Biodiversität oder einer nachhaltigen
Stadtgestaltung beschäftigen. Damit die Entwicklung weiter an Fahrt
gewinnt, sei es notwendig, dass künftig alle involviert werden und „dass
es ein Projekt von uns allen wird“, so Stefanie Wrobel.
Netzwerk Hochschule & Nachhaltigkeit
Bei der Implementierung und Umsetzung müsse die Hochschule „das Rad nicht
neu erfin-den“. Es sei wichtig, dass man von den Erfahrungen anderer
Hochschulen lernt und die glei-chen Tools nutzt. Beispielsweise bei der
Erstellung einer CO2-Bilanz für die Gebäude. Denn nur so sei eine
Vergleichbarkeit sichergestellt. Impulse und Erfahrungen gibt es durch den
Austausch im Netzwerk Hochschule & Nachhaltigkeit Bayern e.V., dem die
Hochschule Coburg seit Ende 2020 angehört. Beispiele sind Tools zur
CO2-Bilanzierung oder ein Kriteri-enkatalog zur Nachhaltigkeit an
Hochschulen, der im Projekt "Nachhaltige Hochschule: Krite-rien für eine
Bestandsaufnahme" mit der Förderung des bayerischen Staatsministeriums für
Umwelt und Verbraucherschutz entwickelt wurde.
Das Interesse an dem Thema ist groß in der Hochschule. Mehr als 80
Interessierte folgten einem Aufruf von Professorin Wrobel und möchten sich
auf verschiedenen Ebenen einbrin-gen. „Im Herbst wollen wir starten. Es
ist wichtig, das Thema auf viele Schultern zu verteilen und festzulegen,
wo wir unsere Schwerpunkte setzen“, sagt sie. Und sie ergänzt: „Wir wollen
nicht über die Köpfe der Menschen hinweg Pläne schmieden, sondern wir
brauchen das Know-how der Leute, die die geplanten Maßnahmen dann
umsetzen.“
Konkret geht es dabei beispielsweise um das Erstellen einer CO2-Bilanz für
die Gebäude. Weitere kurzfristige Ziel sind, Fairtrade-Hochschule zu
werden und den Ressourcenverbrauch zu verringern. „Und wir können in
Forschung und Lehre mit Partnern aus der Region zusam-menarbeiten, die
sich selbst nachhaltig aufstellen und engagieren wollen. So kann Exzellenz
durch Nachhaltigkeit entstehen. Und wir werden für künftige Studierende
interessant, für die das Thema immer wichtiger wird;“ ist Stefanie Wrobel
überzeugt.
