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Optimierte Verkehrswege per Simulation

Daten zu Verkehrsströmen aus dem Rhein-Main-Gebiet werden für das Forschungsprojekt ASIMOW genutzt: Heatmap zu Pkw-Fahrtenden in der Stadt Hanau auf Basis von etwa 100.000 Fahrten, aus dem ReLUT-Projekt ClusterMobil.  ReLUT, Frankfurt UAS
Daten zu Verkehrsströmen aus dem Rhein-Main-Gebiet werden für das Forschungsprojekt ASIMOW genutzt: Heatmap zu Pkw-Fahrtenden in der Stadt Hanau auf Basis von etwa 100.000 Fahrten, aus dem ReLUT-Projekt ClusterMobil. ReLUT, Frankfurt UAS
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Daten zu Verkehrsströmen aus dem Rhein-Main-Gebiet werden für das Forschungsprojekt ASIMOW genutzt: Heatmap zu Pkw-Fahrtenden in der Stadt Hanau auf Basis von etwa 100.000 Fahrten, aus dem ReLUT-Projekt ClusterMobil.  ReLUT, Frankfurt UAS
Daten zu Verkehrsströmen aus dem Rhein-Main-Gebiet werden für das Forschungsprojekt ASIMOW genutzt: Heatmap zu Pkw-Fahrtenden in der Stadt Hanau auf Basis von etwa 100.000 Fahrten, aus dem ReLUT-Projekt ClusterMobil. ReLUT, Frankfurt UAS

Wissenschaftler wollen Mobilitätsverhalten simulieren, um
verkehrspolitische Maßnahmen für alle Beteiligten besser abzuschätzen
Welche Maßnahmen in Mobilität und Verkehr führen dazu, dass möglichst
viele Menschen insgesamt einen positiven Nutzen daraus ziehen? Indem sie
eine Simulationsumgebung für Mobilitätsverhalten im Rhein-Main-Gebiet
erproben, wollen Wissenschaftler/-innen des Research Lab for Urban
Transport (ReLUT) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt
UAS) Verbesserungsmöglichkeiten für den Verkehr im Rhein-Main-Gebiet
aufzeigen. Im Vergleich zu den konventionellen Verkehrsmodellen soll bei
diesem Vorgehen die Heterogenität der Menschen stärker berücksichtigt
werden. Dabei sollen neben den Verkehrsteilnehmer/-innen auch die
Anwohner/-innen berücksichtigt werden, mit ihren unterschiedlichen
soziodemografischen Hintergründen. Damit könnten bessere Prognosen zu
Nutzen und Kosten von Maßnahmen, auch in Form von Reisezeit und
Emissionen, für die verschiedenen Personengruppen möglich werden – und so
auch differenziertere Bewertungen dieser Maßnahmen.

Das Forschungsprojekt mit dem Titel „Agentenbasierte Simulationsmodelle
für Mobilitätsmuster im Rhein-Main-Gebiet zur Evaluation von
Wohlfahrtseffekten verkehrlicher Maßnahmen“ (ASIMOW) wird mit 246.069 Euro
für zwei Jahre in der neuen Förderlinie „LOEWE-Exploration“ für
unkonventionelle innovative Forschung vom Hessischen Ministerium für
Wissenschaft und Kunst gefördert. Das geplante Projekt ist vor allem daher
unkonventionell, dass dieser Simulationsansatz bisher noch nicht gezielt
für wohlfahrtsökonomische Fragestellungen eingesetzt wurde.

Die Projektbeteiligten nutzen die am ReLUT vorliegenden umfangreichen
Daten zu Verkehrsströmen. Sie setzen dabei auf eine rechenintensive
Modellumgebung, um die Auswirkungen solcher Maßnahmen künftig
differenzierter und umfangreicher einschätzen zu können. Damit wollen sie
einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entscheidungsfindung leisten.
„Sollten die Simulationsmodelle so gut funktionieren, wie wir das
anstreben, kann damit abgeschätzt werden, wie sich verkehrliche Maßnahmen,
wie neue Radwege, eine City-Maut oder auch längerfristige Trends wie z.B.
Homeoffice oder ein größeres Umweltbewusstsein, auf einzelne
Personengruppen auswirken. Innovativ wird hier sein, dass Gewinner und
Verlierer einzelner Maßnahmen identifiziert werden können. Die Akzeptanz
von Maßnahmen kann dann gefördert werden, wenn Verlierer kompensiert
werden“, erklärt Prof. Dr. Marco Sunder, einer der beiden Projektleiter
und Professor für Transportökonomik.

„Unsere Simulation soll der strategischen Stadtplanung und Verkehrspolitik
nutzen und ein Tool für eine Maßnahmenevaluation bieten“, so Prof. Dr.
Tobias Hagen, Projektleiter und Professor für Volkswirtschaftslehre und
Quantitative Methoden und Direktor des Research Lab for Urban Transport.
Über die agentenbasierte Simulation (mit vielen simulierten
Entscheidungsträger/-innen mit individuellen Eigenschaften) kann gezeigt
werden, wie z.B. tausend Individuen (= Agenten), mit dem Ziel, in
möglichst kurzer Reisedauer von A nach B zu kommen, sich auf ihrem Weg
ausweichen, verlangsamen oder einen anderen Weg einschlagen. Ist
beispielsweise ein neuer Radweg geplant, könnte simuliert werden, wie sich
die Verkehrsströme ändern, was dies über die Emissionen aussagt und welche
Gruppen von einem solchen Radweg profitieren oder dadurch verlieren
würden. Das könnte auch Wege aufzeigen, um die Akzeptanz der neuen
Maßnahme zu erhöhen.

Zum LOEWE-Programm:
Die Forschungsprojekte in der neuen Förderlinie „LOEWE-Exploration“ – das
Projekt ASIMOW ist aktuell das einzige an einer Hochschule für Angewandte
Wissenschaften (HAW) – werden aus dem Forschungsförderprogramm LOEWE mit
Projektmitteln in Höhe von insgesamt rund drei Millionen Euro für die
Laufzeit von zwei Jahren ausgestattet. Damit können die
Wissenschaftler/-innen eine unkonventionelle Hypothese oder einen radikal
neuen Ansatz testen. Das 2008 aufgelegte hessische Exzellenzprogramm LOEWE
fördert in nunmehr fünf Förderlinien hervorragende Forschungsprojekte,
hochinnovative Forschungsideen und exzellente Wissenschaftler/-innen. Seit
2008 wurden bereits 15 LOEWE-Zentren, 64 LOEWE-Schwerpunkte sowie 324
LOEWE-KMU-Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 3:
Wirtschaft und Recht, Prof. Dr. Marco Sunder, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
uas.de; Prof. Dr. Tobias Hagen, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Näheres zu ReLUT: <http://www.relut.de>