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Den maritimen Dokumenten-Schatz für die Zukunft sichern: DSM erhält Sondermittel aus Berlin

Der studentische Mitarbeiter Alexander Timm säubert alte Schriftstücke, damit diese der Nachwelt lange im Archiv erhalten bleiben.  Alexander Reis  DSM
Der studentische Mitarbeiter Alexander Timm säubert alte Schriftstücke, damit diese der Nachwelt lange im Archiv erhalten bleiben. Alexander Reis DSM
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Der studentische Mitarbeiter Alexander Timm säubert alte Schriftstücke, damit diese der Nachwelt lange im Archiv erhalten bleiben.  Alexander Reis  DSM
Der studentische Mitarbeiter Alexander Timm säubert alte Schriftstücke, damit diese der Nachwelt lange im Archiv erhalten bleiben. Alexander Reis DSM

Unter der Obhut von Museen und Archiven scheinen historische Dokumente für
die nächsten Generationen gesichert zu sein. Doch handelt es sich bei der
Aufbewahrung und dem Erhalt dieser Archivalien um eine große
Herausforderung. Dessen ist sich das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) /
Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven bewusst und
unternimmt geeignete Maßnahmen, um den Dokumenten-Schatz ‚fit für die
Zukunft‘ zu machen.

Wie geduldig ist Papier? Im Archiv des DSM befinden sich Schrift- und
Bildquellen zur deutschen Schifffahrtsgeschichte im globalen Kontext. Der
Sammlungsschwerpunkt liegt im 20. Jahrhundert, reicht aber bis in die
Frühe Neuzeit zurück. Die Sammlung von Bildmaterialien umfasst unter
anderem Fotografien, Stiche, technische Zeichnungen und Werbegrafiken. Die
Schriftgut-Sammlung beinhaltet vor allem Nachlässe von Firmen,
Institutionen und Privatpersonen – unter anderem in Form von Akten,
Briefwechseln, Tagebüchern und Wandkarten. Darunter sind beispielsweise
das Tagebuch der Caroline von Aschen, die 1801 an Bord der BATAVIA von
Bremen nach Amerika auswanderte, das Tagebuch eines Offiziers über seinen
Einsatz im Boxeraufstand von 1900 bis 1901 oder das Klebealbum eines
Bremers, der 1859 mit Frau und Kindern von New York nach Bremen mit dem
NDL Segeldampfer BREMEN zurückfuhr.

Nach dem Neubau des Forschungsdepots arbeitet das Museumsteam stetig
weiter an der Verbesserung der konservatorischen Situation. Mithilfe von
Sondermitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM) für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts und finanzieller
Unterstützung des Landes Bremen kann bis Dezember 2021 eine Auswahl der
Bestände des Schriftgutarchivs sowie des Plan- und Plakatarchivs des
Museums konservatorisch besser gesichert werden.

Nach einer Einführung in die Grundlagen im Umgang mit Archivgut kümmern
sich nun vier Studierende aus Bremerhaven und Bremen um die Verbesserung
der Lagerungsbedingungen ausgewählter Bestände, wie z. B. der Seekarten.
Aus 81 Regalmetern werden papierschädigende Materialien wie metallene
Heftklammern oder weichmacherhaltige Kunststoffe entfernt, diese Bestände
in archivgerechte, säurefreie Kartons und Einschlagmappen umgebettet und
mit den jeweiligen Signaturen versehen. Verschmutztes Schriftgut wird
dabei mittels Latexschwamm gereinigt.

Nach dem Motto kleine Maßnahmen - große Wirkung vermeiden diese
präventiven Konservierungsmaßnahmen teure Schäden und erhalten weiterhin
die Geschichtsquellen für nachfolgende Generationen.

Gefördert wird das Projekt durch die Beauftragte der Bundesregierung für
Kultur und Medien (BKM) und die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des
schriftlichen Kulturguts (KEK).