Zum Hauptinhalt springen

Universitätsmedizin Magdeburg gewinnt Spitzenforscherin

Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino  Sarah Kossmann  Universitätsmedizin Magdeburg
Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino Sarah Kossmann Universitätsmedizin Magdeburg
Pin It
Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino  Sarah Kossmann  Universitätsmedizin Magdeburg
Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino Sarah Kossmann Universitätsmedizin Magdeburg

Die ausgewiesene Expertin für Erkrankungen der Leber und Gallenwege am
Universitätsklinikum Düsseldorf, Prof. Dr. med. Verena Keitel-Anselmino,
ist dem Ruf nach Magdeburg gefolgt und besetzt seit 1. September den
Lehrstuhl für Gastroenterologie, Hepatologie und lnfektiologie an der
Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die
44-Jährige übernimmt damit die Leitung der Klinik für Gastroenterologie,
Hepatologie und lnfektiologie Magdeburg. Nach dem Wechsel 2019 von Prof.
Dr. med. Ali Canbay nach Bochum leitete Prof. Dr. med. Jochen Weigt
kommissarisch die Klinik.

Als Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie liegt ihr Fokus
auf der molekularen, translationalen und klinischen Untersuchung von
Leber- und Gallenwegserkrankungen und hier insbesondere auf dem Gebiet der
cholestatischen Lebererkrankungen, bei denen es durch eine gestörte
Gallebildung und -ausscheidung zu einer Ansammlung von toxischen
Inhaltsstoffen der Galle im Körper kommt. Die gebürtige Baden-
Württembergerin gilt mit ihrer Forschung als Spezialistin auf diesem
Gebiet und engagiert sich mit ihrer Expertise in zahlreichen nationalen
und internationalen Forschungsverbünden. „Meine aktuellen
Forschungsprojekte befassen sich mit der Bedeutung von Gallensäuren und
ihrer Transportproteine sowie Rezeptoren bei Leberschädigung und
regenerativen Prozessen inklusive Tumorentwicklung. In unseren Arbeiten
untersuchen wir die Rolle von Gallensäuren als Botenstoffe unter
physiologischen Bedingungen als auch bei verschiedenen Lebererkrankungen
und befassen uns zudem mit angeborenen Lebererkrankungen und dem Einfluss
von genetischen Varianten auf die Entstehung und den Verlauf von
Lebererkrankungen. Letzteres gehört in den Bereich der Präzisionsmedizin
und wird uns hoffentlich in Zukunft durch individualisiertes
Risikomanagement und maßgeschneiderte therapeutische Ansätze eine noch
bessere Versorgung unserer Patientinnen und Patienten erlauben“, erläutert
Prof. Keitel-Anselmino. Zu diesem Themengebiet leitete sie zuletzt das
Düsseldorfer Cholestase-Labor und die Cholestase-Ambulanz, eine national
und international ausgewiesene Spezialeinrichtung für die Diagnostik und
Betreuung von Patient:innen mit angeborenen cholestatischen
Lebererkrankungen.

Die Spitzenforscherin freut sich auf die neue Aufgabe: „Ich habe mich
bewusst für den Wechsel nach Magdeburg entschieden, da ich hier auf ein
klinisch und wissenschaftlich hervorragendes Umfeld treffe, das eine
exzellente medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie
innovative interdisziplinäre Möglichkeiten in Forschung und Lehre bietet.“

Prof. Keitel-Anselmino studierte in Heidelberg, London und Durham (USA)
Medizin. Vor dem Wechsel an die Universitätsmedizin Magdeburg war sie als
leitende Oberärztin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und
Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf tätig. Daneben leitete
sie zudem das Leberkrebs- und Viszeralonkologische Zentrum und war
Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Universitätstumorzentrums
(UTZ). Prof. Keitel-Anselmino war über Jahre Leiterin des integrierten
Graduiertenkollegs des Sonderforschungsbereiches 974 „Kommunikation und
Systemrelevanz bei Leberschädigung und Regeneration“ und förderte so
direkt die strukturierte Ausbildung der naturwissenschaftlichen und
medizinischen Doktorand:innen an der Universität Düsseldorf. Zudem ist die
neue Klinikdirektorin in zahlreichen nationalen und internationalen
Fachgesellschaften tätig und damit immer auf dem neuesten Stand der
Forschung und Behandlungsmöglichkeiten in ihrem Tätigkeitsfeld. Als
Anerkennung für ihre Forschungsleistung wurde Prof. Keitel-Anselmino von
2013 bis 2015 in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der
Wissenschaften und der Künste aufgenommen.

Hintergrund:
Um in Sachsen-Anhalt eine Professur an einer Universität zu erlangen, muss
gemäß §36 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) ein
Berufungsverfahren durchgeführt werden. Geeignete Kandidat:innen
durchlaufen dabei ein umfangreiches Verfahren. Eine mit mehreren Experten
besetzte Berufungskommission begutachtet die Leistungen der Kandidat:innen
in Forschung, Lehre und Krankenversorgung.