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Science Bench: Telemedizin – und der Hausarzt immer mit dabei

Auf der Science Bench plaudern THD-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen mit interessierten Leuten über verschiedene Zukunftsthemen – zuletzt geschehen im vergangenen Juli.  Lukas Haselberger  THD
Auf der Science Bench plaudern THD-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen mit interessierten Leuten über verschiedene Zukunftsthemen – zuletzt geschehen im vergangenen Juli. Lukas Haselberger THD
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Auf der Science Bench plaudern THD-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen mit interessierten Leuten über verschiedene Zukunftsthemen – zuletzt geschehen im vergangenen Juli.  Lukas Haselberger  THD
Auf der Science Bench plaudern THD-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen mit interessierten Leuten über verschiedene Zukunftsthemen – zuletzt geschehen im vergangenen Juli. Lukas Haselberger THD

Bereits mehrfach hat die Technische Hochschule Deggendorf (THD)
Wissenschaftler mit Bürgern ins Gespräch gebracht. Ganz einfach, Aug in
Aug. Auf einer gemütlichen Bank vor dem Rathaus. Am kommenden Freitag, 17.
September, ist es wieder soweit. Dann wird Anna Schmaus-Klughammer,
wissenschaftliche Mitarbeiterin und Expertin für Telemedizin und Global
Healthan der THD, auf der Bank Platz nehmen, um mit interessierten
Menschen zu plaudern.

„Telemedizin – braucht‘s das wirklich?“, mag man sich fragen. Wofür hat
man schließlich den Hausarzt. „Ja und ja“, sagt Schmaus-Klughammer.
„Unsere Gesundheitsversorgung wird nicht nur von persönlichen und lokalen
Faktoren bestimmt, sondern auch von nationalen und sogar internationalen.“
Die Corona Pandemie führe uns dies gerade sehr deutlich vor Augen. Gerade
Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, beispielsweise
Rheuma, standen während der Pandemie mit all ihren Gefahren und
Kontaktbeschränkungen vor großen Herausforderungen. Sie müssen nämlich
ihren Gesundheitsstatus, ihre Medikation sowie deren Wirkung
kontinuierlich überprüfen. „Tatsächlich haben pandemiebedingt viel mehr
Patienten Videosprechstunden für ihre Verlaufskontrolle genutzt“,
berichtet Schmaus-Klughammer. Aber auch andere Tele-Gesundheitshelfer wie
etwa Apps oder sogenannte Wearables, mit deren Unterstützung Patientinnen
ihren aktuellen Status regelmäßig prüfen können, seien auf dem Vormarsch.
„Die Gesundheitsversorgung“, so Schmaus-Klughammer werde immer digitaler.
Was aber keinesfalls bedeute, dass die virtuellen Tools die Haus- oder
Fachärztin ersetze. Im Gegenteil. Es gehe um eine sinnvolle und hilfreiche
Erweiterung des Patientenservice.

Die Wissenschaftlerin der THD geht bei diesem Thema freilich noch einen
großen Schritt weiter: „Telemedizin vereinfacht natürlich nicht nur die
Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen in Deggendorf bzw. Deutschland,
sondern tatsächlich auch weltweit.“ Denn mit Covid19 dränge sich
beispielsweise die Frage auf, wie die Digitalisierung in der
Gesundheitsversorgung bei der globalen Verbreitung von Impfstoffen
Gerechtigkeit für alle sicherstellen kann. Daran hänge auch die
Absicherung unserer eigenen Gesellschaft. Schließlich ist sie ein Rädchen
in einem mehr oder weniger komplett globalisierten System. So werden 90
Prozent aller Industrie- und Konsumgüter per Seefracht von A nach B
transportiert. Sie sind also weltweit unterwegs. Und Schmaus-Klughammer
benennt noch einen anderen, für viele Bürger weitaus direkteren Aspekt:
„Viele Menschen sehnen sich danach, wieder unbeschwert in ferne Länder
reisen zu können. In diesen wiederum ist der Tourismus oft die wichtigste
Einnahmequelle.“ Der Begriff der Globalisierung werde sehr oft in einen
negativen Zusammenhang gestellt, „aber am Ende müssen die allermeisten von
uns doch einräumen, selbst ganz schön globalisiert zu sein“, so die THD-
Wissenschaftlerin. Wer sich am kommenden Freitag auf der Science Bench auf
ein Gespäch mit Frau Schmaus-Klughammer einlässt, kann am Beispiel des
ADAC und eben der Telemedizin erfahren,  wie globale, digitale
Gesundheitsversorung bereits heute erfolgreich praktiziert wird. „Das
Thema Gesundheit verlangt heutzutage viel mehr Weitsicht. Von den
verantwortlichen Institutionen, aber ohne Zweifel auch von den einzelnen
Menschen selbst“, sagt Schmaus-Klughammer. Auf die „Wissenschaftsbank“ am
17. September freut sie sich schon. „Ich möchte gerne möglichst viele
Bürgerinnen und Bürger treffen, mich mit ihnen austauschen und ihre Fragen
beantworten.“ Sie gebe gerne ihr Wissen weiter, sie wolle aber auch
unbedingt mehr über die Sichtweise der Leute auf der Straße erfahren. Und
genau dieser Austausch, das freundliche und offene Gespräch auf Augenhöhe,
das ist ja auch das Ziel der THD-Science Bench.