Losland-Projekt gestartet: Zukunft in Kommunen gestalten
Mit dem Projekt „Losland“ unterstützt ein Team des Instituts für
transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) gemeinsam mit Mehr
Demokratie e.V. Bürgerbeteiligungen auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des
Projekts werden in zehn deutschen Kommunen und Städten passgenaue
Bürgerbeteiligungsprozesse zur Frage durchgeführt: „Wie können wir eine
enkeltaugliche Zukunft bei uns vor Ort gestalten?“. Losland wird gefördert
von der Bundeszentrale für Politische Bildung.
Im Projektzeitraum von zwei Jahren unterstützt das vierköpfige Losland-
Team zehn ausgewählte Kommunen dabei, Orte der Mitgestaltung von zentralen
Zukunftsthemen zu schaffen. Mit passgenauen Beteiligungsprozessen soll
Raum für Bürgerinnen und Bürger entstehen, konkrete Handlungsmöglichkeiten
zu erarbeiten, welche die „Enkeltauglichkeit“ ihres Dorfes oder ihrer
Stadt steigern können.
Die Beteiligungsräume werden dabei so gestaltet, dass durch Vernetzung,
Dialog und die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden neue Ideen
entstehen, getragen von den Lebenserfahrungen der Bürgerinnen und Bürger.
So sollen Handlungsoptionen deutlich werden, die über die Interessen
einzelner Gruppen hinausgehen. „Die Beteiligungsprozesse treten dabei
nicht in Konkurrenz zur repräsentativen Demokratie, sondern ergänzen diese
und bauen eine Brücke zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft“,
sagt Daniel Oppold, der vonseiten des IASS das Projekt wissenschaftlich
begleitet.
Das Vorgehen beim Projekt Losland
Die Losland–Prozesse in den einzelnen Kommunen sind jeweils passend zum
lokalen Kontext. Inspirationsquelle für die Prozesse sind unterschiedliche
ko-kreative und deliberative Moderationsmethoden wie sie etwa in
Bürgerräten zum Einsatz kommen. Dabei greift das Losland-Team auf die
Erfahrungen mit Bürgerräten nach dem „Vorarlberger Modell“ zurück.
Eine besondere Rolle spielt das Losverfahren bei der Auswahl der
Teilnehmenden, daher rührt der Projekttitel. Denn bei Losland wird den
Kommunen nahegelegt, mit einer gelosten Teilnehmergruppe die Frage nach
der Gestaltung einer enkeltauglichen Zukunft zu adressieren. Dieses
Vorgehen ermöglicht es, nicht nur diejenigen zu erreichen, die sich
ohnehin oft und gerne engagieren, sondern ebenso Personen anzusprechen,
die sich normalerweise nicht einbringen. Die bisherigen Gespräche mit
Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zeigen, dass gerade dieser Ansatz
für viele Kommunen spannend und passend erscheint, um sich der Frage nach
einer enkeltauglichen Zukunft zusammen mit einer bunten Teilnehmerschaft
zu nähern.
Der aktuelle Projektstand
Das Losland-Kernteam spricht gezielt Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
an, die an einer Zusammenarbeit mit Losland interessiert sein könnten.
Wenn alle Seiten an einer Zusammenarbeit interessiert sind, startet die
Planungsphase. Zwei Kommunen haben bereits begonnen: Leupoldsgrün in
Franken und Augustusburg in Sachsen. Zwei weitere Kommunen sind ausgewählt
und mit etlichen anderen Kommunen finden Gespräche statt.
Sobald die Planungsphase startet, kommen professionelle Prozessbegleiter-
Teams dazu, die von Losland aus Projektmitteln entlohnt werden. Diese
Prozessbegleitenden übernehmen später die Moderation der tatsächlichen
Beteiligungsveranstaltung(en). Zu diesem Zweck hat Losland inzwischen vier
regionale Teams für Nord, Süd, Ost und West, die mit den jeweils lokalen
Begebenheiten vertraut sind.
Weitere Schritte des Losland-Teams
Darüber hinaus entsteht eine Plattform für digitale Beteiligung, die
einerseits für die Prozesse vor Ort, andererseits die Vernetzung der
Losland-Kommunen untereinander zur Verfügung steht. Die Bürgerinnen und
Bürger als auch Verantwortliche in Politik und Verwaltung werden sich dort
austauschen können.
Die Erfahrungen und Erkenntnisse des Losland-Projektes sowie die
wissenschaftliche Begleitforschung der Beteiligungsprozesse in den zehn
Kommunen werden schließlich als Empfehlungen an die Landes- und
Bundespolitik weitergereicht.
Zur Webseite: www.losland.org
