Arbeitswelten der Zukunft – Ergebnisse des Projekts „Future Works“
Deutsche Arbeitswelten werden im Übergang zum 22. Jahrhundert fundamental
anders aussehen als bisher. Aber wie? Mögliche Zukunftsszenarien stellte
das vom DLR Projektträger (DLR-PT) mitkoordinierte Projekt „Future Work“
in Karlsruhe vor. Titel der öffentlichen Hybrid-Konferenz am 18. und 19.
September: „Arbeit von übermorgen – zwischen Science und Fiction“.
In Impulsvorträgen und Kurzlesungen konnten sich die Teilnehmenden der
Karlsruher Konferenz über die Projektergebnisse informieren und sich zu
verschiedenen Fragestellungen einbringen. Zum Beispiel: Wird unsere Arbeit
zunehmend automatisiert? Wie wird Arbeit zukünftig entlohnt werden? Und
wie verändern sich Wirtschaft und Gesellschaft im Zuge neuer
gesellschaftlicher Herausforderungen oder steigender Technisierung?
„Die erstellten Szenarien für die Arbeitswelt der Zukunft reichen bis an
die Schwelle zum 22. Jahrhundert“, erklärt Dr. Claudio Zettel vom DLR-PT.
Sie zeigen unterschiedliche Optionen auf, zu denen sich die Welt der
Arbeit in Deutschland entwickeln kann. „Im Projekt-Szenario einer
dystopischen Arbeitswelt sind die Menschen entweder Fremdbestimmung und
Zwang ausgesetzt“, so Zettel, „oder sie leben in einer von automatisierter
Arbeit dominierten Welt, in der sie auf der Suche nach Lebensgrundlagen in
Nischen wie Weltall oder Tiefsee verdrängt werden.“ Weitere Szenarien
skizzieren eine handwerklich dominierte Gesellschaft, in der die rasende
Schnelligkeit der modernen wachstums- und technologiezentrierten
Arbeitswelt überwunden wird.
Zurück zum Handwerk oder ohne Erwerbstätigkeit?
Modelliert wurde auch eine KI-assistierte Planwirtschaft, die
Entscheidungen der Arbeitswelt der Zukunft trifft und so den
Lebensstandard, Sicherheit und Umweltverträglichkeit aller Menschen
sichert, gleichzeitig aber die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung
auf ein Minimum reduziert. Zudem fand ein utopisches Szenario seinen Platz
im Projekt, in Form der „Postwachstumsgesellschaft“. Diese zeichnet sich
dadurch aus, dass Erwerbsarbeit in ihrer heutigen Form nicht mehr
existiert. Vielmehr besteht Arbeit in der Ausprägung persönlicher
Entfaltung, ermöglicht durch ein bedingungsloses Grundeinkommen und die
effektive Nutzung aller Ressourcen auf der Erde.
Claudio Zettel: „Die sehr unterschiedlichen Szenarien weisen eine hohe
Trennschärfe auf. Diese ist bei der verwendeten Methode der Szenario-
Technik von besonderer Bedeutung und erleichtert den nun mit der Tagung
begonnenen gesellschaftlichen Dialog, der sich in den kommenden Monaten
als diskursive Auseinandersetzung mit Vertreterinnen und Vertretern von
Sozialpartnern und aus der Wissenschaft fortsetzen wird.“ Ziel ist es, die
Szenarien zur Diskussion zu stellen und mögliche Schlussfolgerungen für
das heutige Handeln abzuleiten.
Beteiligte am Projekt „FutureWork“
Am Projekt „FutureWork“ sind neben dem DLR Projektträger (DLR-PT) das IQIB
– Institut für qualifizierende Innovationsforschung und -beratung, das ZAK
| Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT,
das Institut für Projektmanagement und Innovation der Universität Bremen
sowie die Gesellschaft für Fantastikforschung e.V. beteiligt. Der DLR-PT
bringt neben seiner Kompetenz im Bereich der Arbeitsforschung die
systematische Anwendung von Foresight-Methoden ein, die zunehmende
Bedeutung in der Politik- und Strategieberatung gewinnen.
