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So wird Weihnachten nicht zum Risiko für die Lebergesundheit: Deutsche Leberstiftung gibt Tipps

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„Alle Jahre wieder …“ Dem bekannten Weihnachtslied kommt – schaut man auf
die aktuell steigenden Corona-Zahlen – eine weitere Bedeutung zu: Wie im
vergangenen Jahr wird auch die kommende Advents- und Weihnachtszeit
Corona-bedingt von besonderen Maßnahmen und Einschränkungen geprägt sein.
Viele Deutsche haben in der Pandemie zugenommen und den sogenannten
„Corona-Speck“ zugelegt. Damit die adventliche Kombination aus wenig
Aktivität und viel Leckerei nicht zusätzlich zur Gewichtszunahme führt und
damit die Lebergesundheit gefährdet, gibt die Deutsche Leberstiftung Tipps
für die kommenden Advents- und Feiertage.

Seit dem Martinstag am 11. November läuft in Deutschland die
„Gänsesaison“. Ob zu Hause oder im Restaurant, der beliebte Gänsebraten
kommt traditionell auf viele Teller, im Jahr 2020 waren es nach Angaben
des Statistischen Bundesamtes insgesamt 21.589 Tonnen. Und auch die Zahlen
für die süße Weihnacht sind beeindruckend, beispielsweise wurden im
vergangenen Jahr laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI)
100 Millionen Schoko-Weihnachtsmänner verzehrt.

Schon immer wurde in der Advents- und Weihnachtszeit viel – und häufig
viel zu viel – gegessen. Bereits vor einigen Jahren lieferten britische
Forscher einen Erklärungsansatz, den sie den „Variety effect“, also
„Vielfalts-Effekt“ nannten: Je größer das Angebot unterschiedlicher
Lebensmittel auf dem Tisch ist, desto mehr wird gegessen. Die sogenannte
wahrnehmungsspezifische Sättigung bewirkt, dass unser Bedürfnis, ein
bestimmtes Nahrungsmittel zu konsumieren, sinkt, während wir es
verspeisen. Wenn jedoch wie bei den meisten Festessen in der
Weihnachtszeit weitere Alternativen auf dem Tisch stehen, erfolgen weitere
Stimulationen – und es wird weiter gegessen.

In diesem Jahr sieht der Leberexperte und Vorstandsvorsitzende der
Deutschen Leberstiftung, Prof. Dr. Michael P. Manns, die möglichen
gesundheitlichen Folgen der Adventszeit und des weihnachtlichen Schlemmens
besonders kritisch: „Auch wenn die bislang veröffentlichten Ergebnisse der
verschiedenen Studien bei den Angaben des konkreten Kilozuwachses bei
Kindern und Erwachsenen während der Pandemie variieren, kann man davon
ausgehen, dass sich der bereits vor der Pandemie deutlich erkennbare
Anstieg der Zahl übergewichtiger Menschen weiter manifestiert hat. Kinder
und Erwachsene nehmen zu viele Kalorien auf, immer öfter auch flüssig über
zuckerhaltige Getränke. Es gibt immer mehr Arbeitsplätze, die nur zu einer
geringen körperlichen Aktivität führen. Auch Kinder und Jugendliche
verbringen immer mehr Zeit sitzend am Computer oder mit dem Mobiltelefon.

Damit es in den kommenden Wochen nicht zu einer weiteren Gewichtszunahme
kommt, sollte über ein verändertes Ess- und Trinkverhalten nachgedacht
werden. Oftmals werden tradierte Muster beispielsweise beim Ausrichten der
Festtagsspeisen nur weitergeführt, weil es „schon immer so“ war. Die
fettigen und süßen Gerichte, die nach alten Rezepten zubereitet werden,
vergrößern oftmals das Risiko für Übergewicht. Starkes Übergewicht ist
eine der Hauptursachen für die Entstehung einer nicht-alkoholischen
Fettlebererkrankung (NAFLD), der bei Erwachsenen und Kindern am stärksten
zunehmenden Lebererkrankung in Deutschland. Eine Fettleber kann sich
entzünden (Fettleberhepatitis) und aus einer chronischen Leberentzündung
kann sich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) entwickeln, die eine
Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) zur Folge haben kann. Die
Fettleberhepatitis führt zu einem erhöhten Risiko, einen Leberzellkrebs zu
entwickeln. Und wir dürfen nicht vergessen, dass starkes Übergewicht
gleichzeitig auch einer der Risikofaktoren für einen schweren
COVID-19-Verlauf ist.“

Die von Prof. Manns angesprochenen alternativen Möglichkeiten beim Essen
und Trinken während der Advents- und Weihnachtszeit – und
selbstverständlich auch während der anderen elf Monate im Jahr – sind
vielfältig: Das Wichtigste ist Maßhalten. Auch langsam und bewusst zu
essen ist entscheidend, denn das Sättigungsgefühl setzt erst nach circa 15
Minuten ein. Salate, leichte Suppen und Gemüse sind gesunde und
kalorienarme Bestandteile einer Mahlzeit. Auf bunten Tellern sollten
Nüsse, Trockenfrüchte und frische Früchte den größten Anteil ausmachen.
Und beim selber Backen hat man die Möglichkeit, den Zuckeranteil zu
reduzieren oder mit einer Zuckeralternative zu arbeiten. Damit nicht nur
die reine Schokolade verzehrt wird, können auch Erdbeeren oder Weintrauben
auf Spieße gesteckt werden und in flüssige Schokolade gedippt werden.

Ganz wichtig ist zudem ausreichende Bewegung. Anstatt sich vor den
Fernseher oder den Computer zu setzen, sollte nach den Mahlzeiten ein
ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft oder eine Radtour gemacht
werden.

Wie gefährlich fehlende Bewegung gerade in der Vorweihnachtszeit und
während der Festtage sein kann, erklärt Prof. Manns: „Eine dänische Studie
belegt, dass die Gesamt-Cholesterol-Werte nach Weihnachten und Neujahr oft
erhöht sind. Der LDL-Wert – Low Density Lipoprotein, das „schlechte
Cholesterin“ – war sogar um 20 Prozent erhöht. Der Anteil des LDL-
Cholesterins ist ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von Herz-
Kreislauf-Erkrankungen. Eine Fettstoffwechselstörung gilt als eine der
größten Risikofaktoren für die Entstehung von Arteriosklerose, besser
bekannt als Verkalkung der Blutgefäße. Obwohl Weihnachten eigentlich das
Fest der Liebe sein soll, wird es immer mehr zum Fest der ungesunden
Ernährung. Wer seinen Liebsten wirklich mit einem Geschenk etwas Gutes tun
möchte, das sich nachhaltig positiv auf die Gesundheit und speziell auf
die Lebergesundheit auswirken kann, der verschenkt „Das Leber-Buch“, das
kürzlich in der vierten, aktualisierten und deutlich erweiterten Auflage
erschienen ist. Verständlich und anschaulich erläutert der bewährte
Ratgeber aktuell und umfassend die lebenswichtigen Aufgaben sowie die
möglichen Erkrankungen der Leber und die entsprechenden Behandlungen. Und
auch das wichtige Thema Ernährung wird in der neuen Auflage ausführlich
behandelt. Nur wer gut über seinen Körper und die Organfunktionen
informiert ist, kann ein lebergesundes Leben führen.“

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

BUCHTIPP: Jetzt in der vierten, aktualisierten und erweiterten Auflage:
„Das Leber-Buch“ informiert umfassend und allgemeinverständlich über die
Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien. Es ist im
Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3043-7, € 19,99 [D]. Weitere
Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch. Sie
können ein Rezensionsexemplar per Mail an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> (Frau M.
Asche) anfordern.