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Corona-Drittimpfung unerlässlich bei fehlender Immunantwort

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Studie zeigt Wirkung der Boosterimpfung für Menschen ohne Immunantwort

In einer neuen Studie des Deutschen Zentrums Immuntherapie unter Leitung
der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie (Direktor:
Prof. Dr. med. Georg Schett) am Universitätsklinikum Erlangen der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurden
Patientinnen und Patienten, die auf zwei Impfungen gegen das neue
Coronavirus keine Immunantwort entwickelten und damit keinen Schutz vor
einer Infektion hatten, einer dritten Impfung unterzogen. Die Ergebnisse
zeigen, dass diese Personen – medizinisch   auch „Impfversager/-in“
genannt – nach der Drittimpfung in den allermeisten Fällen einen sehr
guten Impfschutz aufbauen.*

„Wir hatten bereits in einer früheren Studie
(https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33958324/) zeigen können, dass
Patientinnen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen wesentlich häufiger
als gesunde Menschen keinen adäquaten Immunschutz nach zweimaliger Corona-
Impfung aufweisen“, sagt Studienleiter Dr. David Simon von der
Medizinischen Klinik 3. In diesen Untersuchungen sprach einer von zehn
Patient/-innen mit einer Autoimmunerkrankung nicht ausreichend auf die
Corona-Impfung an, während bei Gesunden nur einer von hundert keinen
ausreichenden Immunschutz nach zweimaliger Impfung aufbaute. Damit sind
Patient/innen mit Autoimmunerkrankungen besonders anfällig für
Impfdurchbrüche.

„Durch die konsequente Durchführung von Tests, die die Antiköperantwort
nach der Impfung untersuchen, konnten bereits im Frühjahr all jene
Patientinnen und Patienten aus der Studie   identifiziert werden, die
keine entsprechende Immunantwort auf die Corona-Impfung entwickelten“
erklärt Dr. Koray Tascilar von der Medizinischen Klinik 3. Dabei handelte
sich in erster Linie um Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Arthritis.
Die Betroffenen wurden über diese Situation aufgeklärt und bereits im
Sommer 2021, als eine der ersten Patientinnen und Patienten einer
Drittimpfung unterzogen. Auf die Drittimpfung bildeten die allermeisten
dieser Patient/-innen mit primären Impfversagen eine robuste Immunantwort
gegen das neue Coronavirus.

Die Daten der Studie belegen die Bedeutung der Drittimpfung. Der Status
„vollimmunisiert“ nach zwei Impfungen gilt nicht für alle Menschen nach
zwei Impfdosen. Gerade bei Patientinnen und Patienten mit
Autoimmunerkrankungen ist eine fehlende Immunantwort nach zwei Impfdosen
gar nicht so selten, sodass bei diesem Personenkreis eine Überprüfung des
Immunstatus nach der Impfung wichtig erscheint, um frühzeitig
Impfversager/-innen zu identifizieren und Impfdurchbrüche zu verhindern.
„Geimpft und erkrankt“ ist somit möglich, wobei es sowohl primäre
Impfversager/-innen gibt als auch solche, die ihre Immunantwort nach
einiger Zeit wieder verlieren. Autoimmunerkrankungen begünstigen beide
Situationen. Diese Untersuchungen legen daher nahe, dass gerade
Risikogruppen, wie Patientinnen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen,
von einer raschen Drittimpfung profitieren.

Die Untersuchungen wurden im Rahmen des Deutschen Zentrums Immuntherapie
(DZI) durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über den
Sonderforschungsbereich 1181 und die Forschergruppe 2886 unterstützt.

* https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34819271/