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Vortrag: Ausgrabungen im alten Ninive Der Heidelberger Assyriologe Stefan Maul leitet archäologisches Projekt im Irak

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Über schwierige und nicht ungefährliche Forschungen im Irak berichtet
Prof. Dr. Stefan Maul in einem Vortrag an der Universität Heidelberg. Der
Assyriologe, der am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients
der Ruperto Carola lehrt, erforscht mit seinem Team die Ruinen des antiken
Ninive, der einstigen Hauptstadt des assyrischen Reiches. Die auch aus der
biblischen Jonas-Erzählung bekannte Stadt liegt am Tigris auf dem Gebiet
der heutigen Großstadt Mosul im Norden des Irak. Die Veranstaltung mit dem
Titel „Ausgrabungen im alten Ninive – Archäologie in einer verwüsteten
Stadt“ findet am 14. Dezember 2021 in der Aula der Alten Universität
statt; Beginn ist um 18 Uhr. Eine Aufzeichnung des Vortrags wird vom 16.
Dezember an abrufbar sein über heiONLINE – das zentrale Portal der
Universität Heidelberg mit Vorträgen, Diskussionsrunden und
Veranstaltungen in digitalen Formaten, die sich an eine breite
Öffentlichkeit wenden.

Nachdem die Truppen des sogenannten Islamischen Staates (IS) im Sommer des
Jahres 2014 die nordirakische Stadt Mosul erobert hatten, sprengten sie
die berühmte Moschee mit dem Grab des Propheten Jonas. Dabei kamen die
Ruinen eines riesigen assyrischen Königspalastes zum Vorschein, der mitten
im Stadtgebiet des antiken Ninive gelegen hatte und im 7. Jahrhundert vor
Christus errichtet worden war. „Zwischen 2014 und 2017 wurde diese
Fundstätte systematisch ausgeraubt. 2018 bat der irakische Staat um Hilfe
bei der Schadensbegrenzung und der Rettung des zerstörten Kulturerbes“,
erläutert Prof. Maul. Seitdem führt ein Heidelberger Team von Assyriologen
und Archäologen Ausgrabungen im alten Ninive durch und entwickelt
gemeinsam mit irakischen Kollegen und Behörden Konzepte, wie das
bedeutende vorislamische Kulturerbe der Stadt Mosul gesichert, präsentiert
und nachhaltig geschützt werden kann. In seinem Vortrag wird Prof. Maul
über die Arbeiten in der vom Krieg zerstörten Stadt Mosul berichten und
Bilder von spektakulären Funden und Befunden zeigen.

Stefan Maul studierte Assyriologie, Vorderasiatische Archäologie und
Ägyptologie an der Universität Göttingen, an der er 1987 auch promoviert
wurde. Die Habilitation erfolgte 1993 an der Freien Universität Berlin.
Seit 1995 ist er Professor für Assyriologie an der Universität Heidelberg.
Gastprofessuren führten ihn nach Paris, Rom und London. Für seine
Forschungstätigkeit wurde Prof. Maul unter anderem mit dem Gottfried
Wilhelm Leibniz‐Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Die Präsenzveranstaltung wird auf der Basis der aktuellen Corona-
Verordnungen nach 2G+ mit Maskenpflicht durchgeführt.