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Wertevermittelnder Journalismus: Medienethik-Award META 2021 für Ulrich Land, Jörg Marksteiner und Erik Hane

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Studierende der Hochschule der Medien (HdM) haben Ulrich Land und Jörg
Marksteiner für ihr Radiofeature in der Sendung Dok 5 – Das Feature (WDR
5) und Erik Hane für seinen Film in der Sendung planet e. (ZDF) mit dem
META 2021 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich für herausragende
journalistische Beiträge vergeben, die ethische Grundsätze berücksichtigen
sowie Werte transportieren. 2021 wurde er in den Kategorien Radio und TV
ausgelobt

Die Journalisten nahmen den META am 9. Dezember 2021 im Rahmen der
Fachtagung IDEepolis entgegen. Die Verleihung fand Corona-bedingt virtuell
statt.
Für den META 2021 wertete eine Jury aus 49 Studierenden des Studiengangs
Medienwirtschaft Beiträge zum Thema "Technologie und Nachhaltigkeit“ aus.
In einem Beobachtungszeitrum von Januar bis März dieses Jahres
untersuchten sie 18 Radio- sowie von Januar bis November 17 TV-Sendungen.

In der Kategorie Radio überzeugten Ulrich Land und Jörg Marksteiner die
Jury mit ihrem Feature "Retouren-Glück – Gekauft. Zurück!", ausgestrahlt
am 10. Januar 2021 in der Sendung Dok 5 – Das Feature (WDR 5). Es
beschäftigt sich mit dem Ausmaß sowie den ökologischen, wirtschaftlichen
und sozialen Auswirkungen von Rücksendungen. Die Jury empfand die
Aufklärung durch den Beitrag dank der aufwendigen und exzellenten
Recherche als außerordentlich und lobte insbesondere sein hohes
Reflexionspotenzial. "Die beiden Autoren schaffen Bewusstsein für die
weitreichenden Folgen unseres Handelns für Mensch und Umwelt, die
gewöhnlich im Verborgenen bleiben. Sie plädieren für einen besonnenen,
bedarfsgerechten Konsum und appellieren damit an unsere Verantwortung,
Ressourcen zu schonen“, erklärt Laudator Dennis Schubert. Aber auch die
Politik und die Unternehmen werden mit dem Feature in die Pflicht genommen
und ihnen gleichzeitig Lösungsansätze geboten. "Mit dem richtigen Gespür
für die Auswahl ethisch und gesellschaftlich relevanter Argumente haben
Ulrich Land und Jörg Marksteiner einen auch für die Zukunft nachhaltigen
Beitrag geschaffen“, so Schubert weiter.

In der Kategorie TV nahm Erik Hane den Preis für seinen Film „Mythos
Elektroauto – Revolution oder Reinfall?“ entgegen, der am 21. September
2021 in der Sendung planet e. (ZDF) ausgestrahlt wurde. Der Film setzt
sich kritisch mit dem Image vom klimafreundlichen Elektroauto auseinander
und zeigt, welche Folgen der Umstieg auf Elektroautos hat und welche
Alternativen es gäbe. Nach Ansicht der Jury gelingt es Erik Hane in
hervorragender Weise, den Blick über das Elektroauto hinaus auf die
gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen einer Energie- und
Verkehrswende zu weiten. Er verdeutlicht, dass der Ausbau der
Elektromobilität aufgrund des hohen Energiebedarfs und des dafür fehlenden
Ökostroms vielmehr den Kohleausstieg verzögern wird. "Seine Argumentation
ist dabei für die Zuschauerinnen und Zuschauer jederzeit nachvollziehbar,
stichhaltig und differenziert, sodass Orientierung und Raum für die eigene
Meinungsbildung bleiben”, erklärt Laudatorin Louisa Schneider. "Mit seiner
aufklärenden, umfassenden und hoch gesellschaftsrelevanten Darstellung ist
Erik Hane nichts weniger als eine Neubewertung von Elektroautos gelungen,
die noch lange nachhallt und Einstellungsänderungen auszulösen vermag", so
Schneider.

Qualitätssiegel und Digitalkompetenz

Der META will als Qualitätssiegel für wertebewussten und ethischen
Journalismus Medienschaffende und die Gesellschaft für ethische
Fragestellungen sensibilisieren. "Haben Sie sich in letzter Zeit auch
schon mal gefragt, ob Videokonferenzen, Netflix oder Online-Shopping
klimafreundlich sind? Wir sollten uns endlich auch über die Nachhaltigkeit
von digitalen Technologien Gedanken machen und nach Lösungen suchen. Die
studentische Jury hat sich mit vollem Engagement ihrer Aufgabe gewidmet,
den besten Beitrag in Radio und TV zum Thema ‚nachhaltige Technologien‘
ausfindig zu machen. Damit haben sie Qualitätsjournalismus in der Praxis
kennengelernt und sich auch Medienkompetenz bei der Beurteilung von
Medienqualität angeeignet“, erklärt die Initiatorin Prof. Dr. Petra Grimm.

Seit 2003 verleiht eine studentische Jury den META. Die "MediaCharta“, ein
eigens für die Auszeichnung entwickelter Kriterienkatalog, bildet die
Bewertungsgrundlage, anhand derer die journalistischen Beiträge bewertet
und schließlich die Gewinner gekürt werden. Der META wird dieses Jahr zum
18. Mal verliehen. 2011 wurde das Projekt mit dem baden-württembergischen
Landeslehrpreis ausgezeichnet.