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Notfallhilfe für autistische Menschen mit dem digitalen Gesundheitspass

Carola Niekisch (links) entwickelte gemeinsam mit dem Medizininformatik-Studenten Tino Nicksch und der Akademischen Mitarbeiterin Dr. Katja Orlowski eine App als digitalen Gesundheitspass für Menschen mit Autismus.  Bianca Kahl  THB
Carola Niekisch (links) entwickelte gemeinsam mit dem Medizininformatik-Studenten Tino Nicksch und der Akademischen Mitarbeiterin Dr. Katja Orlowski eine App als digitalen Gesundheitspass für Menschen mit Autismus. Bianca Kahl THB
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Carola Niekisch (links) entwickelte gemeinsam mit dem Medizininformatik-Studenten Tino Nicksch und der Akademischen Mitarbeiterin Dr. Katja Orlowski eine App als digitalen Gesundheitspass für Menschen mit Autismus.  Bianca Kahl  THB
Carola Niekisch (links) entwickelte gemeinsam mit dem Medizininformatik-Studenten Tino Nicksch und der Akademischen Mitarbeiterin Dr. Katja Orlowski eine App als digitalen Gesundheitspass für Menschen mit Autismus. Bianca Kahl THB

Die Unternehmerin und engagierte Mutter Carola Niekisch wurde gemeinsam
mit ihrem Ehemann mit dem Brandenburger Inklusionspreis für ihren
unermüdlichen Einsatz für Menschen mit Autismus ausgezeichnet. Gemeinsam
mit der Technischen Hochschule Brandenburg hat sie einen digitalen
Gesundheitspass entwickelt, der bald auch anderen Menschen in
Notsituationen helfen könnte.

„Menschen mit Autismus verhalten sich unter Umständen nicht so, wie es
erwartet wird. Das betrifft zum Beispiel Notfallsituationen, in denen sie
sehr aufgeregt sein können und dann am besten nicht angefasst werden
sollten“, erklärt Carola Niekisch, die einen autistischen Sohn großgezogen
hat. Aufgrund der eigenen Erfahrungen und der damit verbundenen
Schwierigkeiten gründete sie die „Selbsthilfegruppe Autismus Brandenburg“,
hält Vorträge und hat ein Kinderbuch geschrieben.

Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Brandenburg hat Carola Niekisch
eine App entwickelt, mit deren Hilfe sich Menschen mit Autismus in
Notfallsituationen ausweisen können: den digitalen Gesundheitspass. Die
Verantwortung dafür tragen die Akademische Mitarbeiterin Dr. Katja
Orlowski sowie der Medizininformatik-Student Tino Nicksch. Mit der App
kann ein individueller QR-Code erzeugt werden. Dieser liefert wichtige
Informationen zur Person und zu besonderen Verhaltensweisen in
Notsituationen. Das könnte zum Beispiel bei Problemen während der
Fahrkartenkontrolle im Öffentlichen Nahverkehr helfen. Außerdem werden
Kontaktdaten von Angehörigen bereitgestellt, sodass diese bei Bedarf
informiert werden können.

Der digitale Gesundheitspass hält zwei verschiedene Varianten des QR-Codes
bereit, die entweder online oder offline genutzt werden können. Der
jeweilige QR-Code kann vorgezeigt werden, um die Situation unter Kontrolle
zu halten. Er verweist entweder auf eine dynamische Webseite und zeigt
dort die eingegebenen Daten an oder öffnet eine Textdatei auf dem
Smartphone, sofern keine Internetverbindung besteht.

„Perspektivisch könnten wir die Informationsübermittlung auch mithilfe des
generierten QR-Codes auf einem Armband, Schlüsselanhänger, Anstecker oder
an einer Halskette lösen“, erklärt Dr. Katja Orlowski und die Initiatorin
Carola Niekisch ergänzt: „Ebenso kann ich mir ganz andere Aufgabenbereiche
vorstellen, zum Beispiel als Medikamentenausweis für chronisch Kranke oder
in Situationen, wenn demenzkranke Menschen das Pflegeheim verlassen und
sich verirren.“ Aktuell sucht sie nach Finanzierungsmöglichkeiten für die
Weiterentwicklung der App. Der bisherige Stand konnte mithilfe des
Brandenburgischen Innovationsgutscheines verwirklicht werden, über den
unter anderen Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie
Digitalisierungsmaßnahmen von kleinen und mittelständischen Unternehmen
gefördert werden. Für die förderfähigen Forschungsarbeiten an der
Technischen Hochschule Brandenburg im Auftrag von Unternehmen steht Kevin
Schuster zur Beratung zur Verfügung.

Nähere Informationen zu Carola Niekisch‘ Engagement für Menschen mit
Autismus sind im Internet erhältlich: https://autismusgruppe-in-
brandenburg.de
Die entwickelte App soll demnächst dort kostenlos zum Download zur
Verfügung stehen.