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Klimatisierung in Einklang mit der Energiewende: Arne Speerforck ist neuer Professor an der TU Hamburg

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Arne Speerforck hat eine Mission. Er möchte, dass sich die Menschen in
ihren Wohnungen und an ihren Arbeitsplätzen wohl fühlen, weil sie das
Klima dort als besonders angenehm empfinden. Gerade in ärmeren Regionen
der Erde besteht noch viel Potential, den Menschen das Leben durch
behagliches Innenraumklima zu erleichtern. Der neue Professor am Institut
für Technische Thermodynamik beschäftigt sich deshalb vor allem mit
Klimatisierung. Genauer gesagt mit dem Kühlen und Heizen von Räumen. Und
die Energie dafür muss aus möglichst effizienten oder klimaneutralen
Quellen kommen.

„Denn“, so Speerforck, „ich möchte, dass meine Forschung zum Erreichen der
Klimaziele beiträgt. Energieeffiziente Lösungen in diesem Bereich sind
zwingend notwendig, da sich laut der Internationalen Energieagentur der
Elektrizitätsbedarf wegen des steigenden Bedarfs bei der
Gebäudeklimatisierung bis zum Jahr 2050 verdreifachen wird“.

Der Energietechniker arbeitet für sein Ziel sowohl an Grundlagen als auch
an anwendungsbezogenen stationär und mobil ausgeführten Anlagen, wie
beispielsweise Wärmepumpen. Sie erzeugen Heizwärme mithilfe von
Umweltenergie und können einen wichtigen Teil zur Elektrifizierung des
Gebäudesektors liefern. Ein entscheidender Punkt ist der Wechsel zu
natürlichen Kältemitteln wie Propan oder Propen. Um ihre Füllmenge in den
Wärmepumpen bei gleichbleibender Heizkapazität und Effizienz zu
reduzieren, müssen viele einzelne Komponenten hinsichtlich ihrer Struktur
so optimiert werden, dass kältemittelführende Kanäle erheblich verkleinert
werden.

Energienetze integrieren

Neben der Entwicklung geeigneter „Hardware“ ist es Speerforck wichtig,
vorhandene Energie effizient zu nutzen: „Wir möchten mehr erneuerbare
Energie in die bestehenden Netze integrieren. Dafür müssen Strom-, Gas-,
und Wärmenetz stärker miteinander verbunden werden. Wir kooperieren daher
mit anderen universitären Instituten und Unternehmen an einem neuen
methodischen Vorgehen zur integrierten Netzplanung“, so der
Wissenschaftler. Ihm ist es für die Gestaltung seiner Professur besonders
wichtig, Studierende in die Projekte einzubinden, um Ihnen interessante
Abschlussarbeiten in relevanten Themenfeldern zu ermöglichen. Für die
Bachelorstudierenden bietet er die Vorlesung Technische Thermodynamik an,
„in der die Grundlagen für diverse spätere Lehrveranstaltungen gelegt
werden“, wie Speerforck betont.

Die TU Hamburg ist für den Wissenschaftler kein unbekanntes Terrain, er
hat hier bereits Maschinenbau studiert und nach dem Abschluss am NIT über
Klimaanlagen promoviert. Nach einem Abstecher an die University of
Maryland, USA, und einer mehrjährigen Management-Tätigkeit in der
R&D-Technologieentwicklung für Wärmepumpen beim Heizungsbauer Vaillant
Group, ist er nun zurückgekehrt an die TU Hamburg, wo Wasser und Wind –
Speerforcks bevorzugte Elemente – immer in der Nähe sind.