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100 Jahre Stern-Gerlach-Experiment

Das Gemälde des österreichischen Kunstmalers Jürgen Jaumann zeigt Otto Stern (links) und Walther Gerlach (rechts). Die Idee zur Grafik in der Mitte stammt vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch.  Bild: Jürgen Jaumann
Das Gemälde des österreichischen Kunstmalers Jürgen Jaumann zeigt Otto Stern (links) und Walther Gerlach (rechts). Die Idee zur Grafik in der Mitte stammt vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch. Bild: Jürgen Jaumann
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Das Gemälde des österreichischen Kunstmalers Jürgen Jaumann zeigt Otto Stern (links) und Walther Gerlach (rechts). Die Idee zur Grafik in der Mitte stammt vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch.  Bild: Jürgen Jaumann
Das Gemälde des österreichischen Kunstmalers Jürgen Jaumann zeigt Otto Stern (links) und Walther Gerlach (rechts). Die Idee zur Grafik in der Mitte stammt vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch. Bild: Jürgen Jaumann

Nur wenige Physikexperimente der vergangenen 200 Jahre haben einen so
großen Einfluss auf die Wissenschaften gehabt wie das Stern-Gerlach-
Experiment. Daher feiert die Deutsche Physikalische Gesellschaft zusammen
mit dem Physikalischen Verein Frankfurt, dem Fachbereich Physik der
Frankfurter Goethe-Universität und der Gesellschaft Deutscher Chemiker am
8. Februar 2022 in der Frankfurter Paulskirche die epochale Entdeckung.
Beginn der etwa 90-minütigen Festlichkeit ist um 18:00 Uhr. Die
Öffentlichkeit kann die Veranstaltung via Livestream verfolgen.

4. Februar 2022 – Mit den Messergebnissen der Nacht vom 7. auf den 8.
Februar 1922 gelang den Physikern Walther Gerlach und Otto Stern in der
Alten Physik (Robert-Mayer-Straße) in Frankfurt am Main erstmals der
experimentelle Nachweis der Quantisierung der inneren Struktur von Atomen
sowie Molekülen. Dieser historische Versuch gehört zu den wichtigsten
Experimenten der Physik im 20. Jahrhundert und hatte auch großen Einfluss
auf die Chemie. Stern und Gerlach haben damit die Grundlage gelegt für die
moderne Quantenphysik mit vielen daraus folgenden Entdeckungen: von
Kernspinverfahren, der hochpräzisen Zeitmessung mittels Atomuhren, des
Masers und Lasers sowie von vielem anderen mehr.

100 Jahre nach der erfolgreichen Durchführung dieses bedeutenden
Experimentes gedenken die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), der
Physikalische Verein Frankfurt, der Fachbereich Physik der Frankfurter
Goethe-Universität und die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) diesem
historischen Moment, und zwar mit einer etwa 90-minütigen
Festveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche. Hauptelemente der
Feierstunde sind der Vortrag „Das Stern-Gerlach-Experiment – Ein
Meilenstein der Physikgeschichte“ von Prof. Dr. Horst Schmidt-Böcking vom
Institut für Kernphysik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
am Main sowie der Vortrag „Stern-Gerlach in der Moderne“ –
Präzisionsphysik mit gespeicherten Ionen“ von Prof. Dr. Klaus Blaum,
Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und
Vizepräsident der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion der Max-
Planck-Gesellschaft. Das Grußwort hält die Bürgermeisterin Nargess
Eskandari-Grünberg. Zudem findet ein Dialog-Gespräch zwischen Prof. Dr.
Dorothée Weber-Bruls, Präsidentin des Physikalischen Vereins, und Dr. Lutz
Schröter, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft statt.

Anmeldungen zur Veranstaltung noch bis zum 6. Februar unter labedzke@dpg-
physik.de. Ferner ist die Veranstaltung ohne Anmeldung live zu verfolgen
unter https://hvo.events/dpg/.

Hintergründe
--
Kaum ein Physikexperiment der vergangenen 200 Jahre hat einen so großen
Einfluss auf die Wissenschaften gehabt wie das Stern-Gerlach-Experiment.
Mit der von Otto Stern entwickelten Molekularstrahlmethode gelang es ihm
und Walther Gerlach 1922 ein Messgerät zu bauen, mit dem sie das Innere
von Atomen und später mit einer verbesserten Version sogar deren Kerne
untersuchen und zeigen konnten, dass sich die Bausteine der Atome nicht
nach den Gesetzen der klassischen Physik verhalten. Die bei dem Experiment
verwendete Molekularstrahlmethode wurde 1943 mit dem Physik-Nobelpreis
ausgezeichnet. In der Folge fußten um die 45 weitere Nobelpreise für
Physik oder Chemie auf diesen Erkenntnissen – darunter Nobelpreise für das
Kernspinresonanzverfahren, für die Entwicklung des Lasers sowie für die
Atomuhr. Sie alle sind heute etablierte Techniken, die die Grundlage aller
Präzisionsmessungen bilden.

Eine allgemeinverständliche Erklärung des Experiments und dessen
wissenschaftliche Bedeutung liefert das DPG-Faktenblatt Physikkonkret „100
Jahre Stern-Gerlach-Experiment“ (https://www.dpg-
physik.de/veroeffentlichungen/publikationen/physikkonkret/pix/59
-2021_pk_stern-gerlach.pdf
)

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis
in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit rund
55.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft
der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen
Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und
Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen
Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen.
Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen
Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am
Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin. Website:
https://www.dpg-physik.de