Am Puls der Zeit bei den Stromautobahnen – Kooperation von NKT und Hochschule Koblenz
Um die elektrische Leistung der Windfarmen in Nord- und Ostsee in die
Industriezentren nach Süddeutschland transportieren zu können, werden die
Stromautobahnen Südlink und Süd-Ost-Link teilweise bereits realisiert. Da
aber die neuen Erdkabel nicht nur installiert, sondern auch irgendwann
einmal gewartet beziehungsweise im Falle eines Fehlers repariert werden
müssen, haben das Unternehmen Nordiske Kabel og Traadfabriker (NKT) und
die Hochschule Koblenz nun eine Kooperation vereinbart, die bereits einen
Schritt weiterdenkt.
NKT stellt in Köln für große Streckenabschnitte der beiden Projekte die
Hochspannungskabel her und verfügt bereits über das notwendige Know-How
der Herstellung, der Verlegung und der Vor-Ort-Prüfung. Die Hochschule
Koblenz unterstützt NKT dabei, neue Prüfverfahren zur Bestimmung des
Isolationszustands von betriebsgealterten Kabeln weiter zu entwickeln und
in der Praxis zu überprüfen. Auch bei der Fehlerortung und Fehleranalyse
von Kabeldefekten an Gleichstrom-Erdkabeln kann NKT auf die Expertise der
Hochschule Koblenz zurückgreifen.
„Im Gemeinschaftsprojekt mit der Hochschule Koblenz versuchen wir,
Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu finden, die wir jetzt noch nicht
haben, die aber definitiv auf uns zukommen werden“, so Senior Test
Specialist Michael Haase, NKT Köln. „Einige der Diagnoseverfahren, die bei
Wechselspannungs-Erdkabeln absoluter Standard sind und ein eindeutiges
Bild von Fehlerursache und Fehlerort ergeben, sind bei Gleichspannung
schlicht nicht nutzbar. Also testen, vergleichen und adaptieren wir andere
Prüfverfahren, um den gleichen technischen Stand wie bei den
Wechselspannungskabeln erreichen zu können“, erläutert Prof. Dr. Johannes
Stolz von der Hochschule Koblenz.
Im Zuge der weiteren gemeinsamen Kooperation wurde daher ein mobiles 400
kV-Prüfsystem und ein zugehöriges Hochspannungskabel als Prüfling als
Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, um die nötigen Anpassungen der
Prüfverfahren im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten weiter zu
untersuchen.
