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„Facettenreiche Insekten“: Wanderausstellung in Hamburg eröffnet

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Schillernd schön, erfolgreich, nützlich – und bedroht. Obwohl Insekten
extrem viel für uns Menschen leisten, tragen wir die Verantwortung für
ihren Schwund. Ab heute, 23. März 2022, ist die interaktive
Wanderausstellung „Facettenreiche Insekten: Vielfalt I Gefährdung I
Schutz“ im Zoologischen Museum in Hamburg und danach in weiteren
Ausstellungshäusern Deutschlands zu sehen. Sie geht unter anderem der
Frage nach, wie wir diese faszinierenden Tiere besser schützen können.

„Um die Vielfalt der Insekten und die biologische Vielfalt in ihrer
Gesamtheit zu erhalten, braucht es ein Umdenken in unserer Gesellschaft.
Die Ausstellung ,Facettenreiche Insekten´ führt uns vor Augen, dass wir
mit dem Rückgang der Insekten nicht nur den Anblick farbenfroher
Schmetterlinge verlieren, sondern unsere Lebendgrundlagen in Gefahr sind“,
betonte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
(BfN), in ihrer Eröffnungsrede. Die Ausstellung ist Teil des Projektes
„ProInsekt“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das
Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums
gefördert und vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels
(LIB) in Zusammenarbeit mit NORe (Museumsverbund der Nord- und Ostsee
Region e. V.) umgesetzt wird.

Der Rückgang der Insektenarten ist in den Roten Listen über viele
Jahrzehnte belegt. Auch der vor wenigen Tagen vom BfN veröffentlichte
dritte Band der wirbellosen Tiere zeigt, dass zwar bei einigen wenigen
Insektenarten die Bestände zugenommen haben, die Rückgänge vieler Arten
aber deutlich überwiegen.

Umfassende Studien zum massiven Schwund der Biomasse hatten vor fünf
Jahren die drastische Entwicklung zum Thema öffentlicher Diskussionen
gemacht, ein Umdenken setzte ein: Die Bundesregierung verabschiedete 2019
das sogenannte „Aktionsprogramm Insektenschutz“, kurz API, das wirksamste
und umfangreichste Maßnahmenpaket zum Schutz von Insekten und ihrer
Vielfalt. Darüber hinaus wurden zahlreiche Forschungs- und Schutzprogramme
für Insekten ins Leben gerufen.

Welche konkreten Maßnahmen sind im API festgelegt und was tut Deutschland
darüber hinaus für den Erhalt der Insekten – auch im Vergleich zu anderen
Ländern? Was wissen wir inzwischen über das Leben und die Lebensräume der
Sechsbeiner – wo fehlen uns Informationen? Wie effektiv wirken Maßnahmen
in der Landwirtschaft und im Privaten?

Diesen Fragen geht die Ausstellung nach: „Facettenreiche Insekten“
skizziert, wo die Ursachen und Folgen des massiven Rückgangs an
Insektenbiomasse sowie an Insektenarten liegen. Sie legt dar, welche
Möglichkeiten sich auf politischer und privater Ebene bieten, den Schwund
zu stoppen. Aktuell erhobene wissenschaftliche Daten aus den Sammlungen
der an der Ausstellungsentwicklung beteiligten NORe-Museen fließen ein und
zeigen, wie sich die Zusammensetzung der Insektengemeinschaften in
Norddeutschland geändert hat und welche Arten aktuell gefährdet sind.

„Ich freue mich sehr über die Ausrichtung dieser Ausstellung“, betont
Prof. Dr. Bernhard Misof, Generaldirektor des Leibniz-Institut zur Analyse
des Biodiversitätswandels (LIB). „Sie spiegelt das gesamte Spektrum der
Forschung im LIB wider und bereitet sie für jeden nachvollziehbar auf. An
unseren Standorten in Hamburg und Bonn sowie mit Partnerinnen und Partnern
in aller Welt analysieren wir, in welcher Form Insekten gefährdet sind und
warum sie verschwinden. Wir suchen intensiv nach Lösungen, wie wir
Insekten schützen können und gehen dazu mit der Politik und der
Öffentlichkeit ins Gespräch.“

Hintergrund
Insekten sind die artenreichste Tiergruppe. Mit ihren ausgefeilten
Verhaltensstrategien und vielfältigen Körpermerkmalen sind sie in nahezu
allen Lebensräumen der Erde zu finden. Ihre zahlreichen Fähigkeiten machen
sie unverzichtbar für die Ökosysteme und auch für unser Leben: Bestäuber
sorgen für gute Ernten, andere Insekten helfen beim Abbau von Dung,
Kadavern und abgestorbenen Pflanzen. Zudem sind sie eine wichtige
Nahrungsquelle für eine Vielzahl anderer Tiere. Entsprechend hat der
Rückgang der Insekten gravierende Folgen – auch für den Menschen.

Ausstellung „Facettenreiche Insekten“
„Facettenreche Insekten“ wird bis 2024 in den Museen des NORe-Verbundes
gezeigt und wandert anschließend in weitere Ausstellungshäuser
Deutschlands. Die Wanderausstellung greift Vorurteile auf und nimmt alle
Bevölkerungs- und Altersgruppen mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt
dieser faszinierenden Tiergruppe. Mit vielen Mitmach- und Medienstationen
ist die Ausstellung interaktiv und lädt zum Entdecken, kreativen
Gestalten, zum Zuhören und Nachdenken über den eigenen Aktionsradius an.
Ein vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm und ein
Begleitbuch ergänzen die Ausstellung.
Die Ausstellung wurde im Projekt „ProInsekt“ entwickelt und wird im
Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz
(BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (DBU) gefördert.