Nimet Seker - Professorin für Textwissenschaft am Berliner Institut für Islamische Theologie ernannt
“Frauenperspektiven in der islamischen Theologie stärken“
Dr. Nimet Seker wurde als Professorin für Textwissenschaften (Koran und
Hadith) an das Berliner Institut für Islamische Theologie (BIT) berufen.
Mit der Besetzung der sechsten Professur ist das Professor:innenteam
komplett.
Nimet Seker wird am Berliner Institut für Islamische Theologie ihre
textwissenschaftlichen Forschungs- und Lehrschwerpunkte weiterführen. Der
Fokus wird dabei auf den beiden thematischen Säulen geschlechterbezogene
sowie geschlechteregalitäre Textwissenschaften und die historisch-
kritische Rekonstruktion des Offenbarungsumfelds des Korans aus
materiellen Zeugnissen sowie frühislamischen Überlieferungen (Hadithen)
liegen. Hierfür sind derzeit mehrere Forschungsvorhaben sowie
internationale Kooperationen in Vorbereitung.
Der Direktor des BIT Prof. Dr. Serdar Kurnaz freut sich, dass Frau Dr.
Nimet Seker als Professorin für Textwissenschaft gewonnen werden konnte.
„Durch ihre jahrelange Erfahrung in der Islamischen Theologie und ihren
Forschungsschwerpunkten, die über die Textwissenschaften hinausgehen, wie
etwa ihre Studien zur feministischen Theologie, verstärkt sie nicht nur
das Team des BIT, sondern verleiht ihr eine Tiefe in der Profilschärfung
und trägt maßgeblich dazu bei, die Islamische Theologie in der gesamten
Breite zu vertreten“.
Nimet Seker studierte Islamwissenschaften, Germanistik und Ethnologie an
der Universität zu Köln. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als
Redakteurin und Journalistin für überregionale Medien. Ihre Promotion mit
Schwerpunkt auf Koranexegese und Koranwissenschaften schloss sie 2017 an
der Goethe-Universität Frankfurt am Main ab. Nach der Post-Doc-Phase mit
mehreren Gastdozenturen in der Schweiz und Vertretungsprofessuren unter
anderem an der Humboldt-Universität zu Berlin wurde sie an der Goethe-
Universität Frankfurt am Main im Fach Islamische Studien habilitiert.
Nimet Seker: „Ich freue mich sehr darauf, das BIT künftig mit prägen zu
dürfen und damit einen konstruktiven Beitrag zur Entwicklung des Fachs
Islamische Theologie in Deutschland zu leisten. Ich bin davon überzeugt,
dass Frauen und weibliche Perspektiven die Zukunft des Islams, sowohl in
Wissenschaft als auch in Gesellschaft, maßgeblich mitgestalten werden. Ich
beteilige mich selber aktiv daran, die geschlechterbezogene Forschung und
Lehre am BIT weiter auszubauen und damit Frauenperspektiven in der
islamischen Theologie insgesamt zu stärken.“
Im Sommersemester kann die Lehre nun ohne Vertretungs-professuren
grundständig vom BIT selbst angeboten werden. Zum BIT gehören der
Lehrstuhl für Islamisches Recht (Prof. Dr. Serdar Kurnaz) außerdem der
Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik und Praktische Theologie
(Prof. Dr. Tuba Isik), die Juniorprofessur Islamische Glaubensgrundlagen,
Philosophie und Ethik (Prof. Dr. Mira Sievers) sowie zwei vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Professuren, zum
einen für Islamische Ideengeschichte der postklassischen Periode (Prof.
Dr. Mohammad Gharaibeh), zum anderen die Juniorprofessur für Vergleichende
Theologie in islamischer Perspektive (Prof. Dr. Ufuk Topkara).
Das BIT nahm im Wintersemester 2019/20 den Studienbetrieb an der Humboldt-
Universität zu Berlin auf. Die aktuelle Zahl der Studierenden liegt bei
180, die als Mono- und Kombibachelorstudierende im Fach Islamische
Theologie in der Hannoverschen Straße und in den letzten Semestern
überwiegend online studierten. Zudem kann Islamische Theologie innerhalb
des Bachelors Bildung an Grundschulen studiert werden.
