210 Kilometer für die Gewebespende
25 Läuferinnen und Läufer treten am 03. April beim Hannover Marathon an,
um auf die Gewebespende aufmerksam zu machen. Informieren, entscheiden und
darüber sprechen – so lautet die Message der engagierten Teilnehmenden und
der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG)
aus Hannover. Denn die Entscheidung für eine Gewebespende nach dem Tod ist
die Voraussetzung für die vielfältigen Möglichkeiten der
Gewebetransplantation, die Sehkraft, Mobilität und manchmal sogar Leben
rettet. Doch noch ist die Gewebespende in Deutschland kein Selbstläufer.
Der Mangel an Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen ist hoch.
Insgesamt mehr als 210 Kilometer haben sich vier Staffel-Teams und ein
Marathonläufer vorgenommen, um mit ihrem sportlichen Einsatz auf die
Bedeutung der Gewebespende für die vielen Patient*innen auf den
Wartelisten aufmerksam zu machen. Im Rahmen des Hannover Marathons schickt
die DGFG seit 2017 Läufer*innen ins Rennen, um die Menschen der Region
Hannover für die häufig noch unbekannte Gewebespende zu sensibilisieren.
Hannover: Wichtiger Standort für die Patientenversorgung mit Spendergewebe
Die niedersächsische Landeshauptstadt ist ein wichtiger Standort für die
bundesweite Patientenversorgung mit menschlichem Spendergewebe: Von ihrem
Hauptsitz im Medical Park unweit der Medizinischen Hochschule Hannover
vermittelt die DGFG Gewebetransplantate an Patient*innen in ganz
Deutschland – über 7.000 in 2021. Ohne helfende Gewebetransplantate müssen
Patient*innen oftmals ihre Selbstbestimmtheit im Alltag aufgeben.
Alltägliches wie Sporttreiben, Auto fahren oder lesen wird zur
Herausforderung. Wieder die Preisschilder beim Einkaufen lesen zu können,
empfindet daher etwa eine Empfängerin eines Augenhornhauttransplantats als
großes Geschenk. Treppen steigen wiederum war für die Empfängerin einer
menschlichen Spenderherzklappe vor der Transplantation fast unmöglich.
„Umso wichtiger, dass die Hannoveraner*innen von der Gewebespende
erfahren! Unser Anliegen ist, dass Menschen sich über die Gewebespende
informieren, eine Entscheidung treffen und diese mit ihren Liebsten und
Nächsten besprechen. Dafür schnüren wir auch die Laufschuhe“, so Martin
Börgel, DGFG Geschäftsführer.
Schritt für Schritt: Aufklärungsprojekte zur Gewebespende fördern
Mit ihrem sportlichen Engagement werben die Staffelläufer*innen außerdem
Geldspenden ein. Mit Hilfe dieser können Aufklärungsprojekte finanziert
werden. In diesem Jahr ist das Spendenziel eine zweiwöchige Open-Air
Fotografieausstellung zur Gewebespende (www.gewebespende-erleben.de) auf
dem Hannah-Arendt-Platz in der Hannoveraner Altstadt. Die kostenfreie
Ausstellung soll ab dem 30. Mai Hannoveraner*innen und Besucher*innen im
Vorbeigehen zur Gewebespende informieren.
Für solche und ähnliche Projekte der Aufklärungsarbeit zur Gewebespende
hat der Awareness- und Spendenlauf im Rahmen des HAJ Marathons eine
zentrale Bedeutung. Die Teilnahme am Marathon ermöglicht in diesem Jahr
Liquid Reply, ein IT-Beratungsunternehmen, das andere Unternehmen bei dem
Umgang mit und in der Cloud unterstützt. „Unser junges, dynamisches Team
zeichnet sich vor allem durch die gegenseitige Hilfsbereitschaft aus. Wir
möchten nicht nur einander helfen, sondern auch anderen“, sagt Alexander
Baier des unterstützenden Unternehmens und schickt auch selbst ein
Staffel-Team für die Gewebespende an den Start.
Weitere Spenden sind darüber hinaus unter dem Verwendungszweck
„Spendenlauf 2022“ herzlich willkommen: IBAN: DE86 2512 0510 0001 5630 15,
BIC: BFSWDE33HAN, Bank für Sozialwirtschaft.
Über die Gewebespende
Allein in der Region Hannover wurden im vergangenen Jahr mehr als 1.800
potenzielle Gewebespender*innen durch die Medizinische Hochschule,
DIAKOVERE und KRH Kliniken gemeldet. Bundesweit stimmten über 3.000
Menschen einer Gewebespende in 2021 zu.
Gewebe, die nach dem Tod gespendet werden können, sind Augenhornhäute,
Herzklappen, Blutgefäße, aber auch Knochen, Sehnen, Bänder und Haut. Aus
der Lebendspende kommt die Amnionmembran. Sie ist Teil der mütterlichen
Plazenta und kann von einer Mutter nach einer Kaiserschnittgeburt
gespendet werden. Die Hirntoddiagnostik spielt bei der Gewebespende keine
Rolle. Mehr als neun von zehn Gewebespenden stammen von Menschen, die
eines ganz normalen Todes gestorben sind. Auch Krebserkrankungen oder ein
hohes Lebensalter sind kein Ausschlussgrund. Gewebespenden sind noch bis
zu drei Tage nach Todeseintritt möglich.
Über die DGFG
Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die seit 1997
die Gewebespende und
-transplantation in Deutschland fördert. Jede medizinische Einrichtung in
Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. Gesellschafter der DGFG
sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das
Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die
Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum
Neubrandenburg.
