Herzstiftung und herzmedizinische Fachgesellschaften unterstützen Ukraine mit Soforthilfe
Herzstiftung und Fachgesellschaften für Kardiologie, Herzchirurgie und
Kinderkardiologie erklären sich solidarisch mit den Bürgerinnen und
Bürgern der Ukraine und engagieren sich mit medizinischen Hilfslieferungen
und herzmedizinischer Versorgung
Die militärischen Aggressionen der Russischen Föderation gegen die Ukraine
halten bereits seit sechs Wochen an. Ihre Sorgen und das Entsetzen über
das zunehmende Leid in der Bevölkerung äußern in einem offenen Brief der
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und
Kreislaufforschung (DGK) und der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung
und kündigen Hilfe an. „Gemeinsam stehen wir in engem Kontakt mit unseren
Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine und wollen weitere medizinische
Unterstützung organisieren“, betonen Prof. Dr. Stephan Baldus, DGK-
Präsident, und Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der
Herzstiftung. Beide erklären in dem offenen Brief im DGK-Publikationsorgan
„Cardio News“ (4/2022) ausdrücklich „unsere Solidarität mit allen
Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine und insbesondere mit unseren
Kolleginnen und Kollegen im Kriegsgebiet“. In den betroffenen Gebieten
stellt sich die medizinische Versorgung laut Aussage dort tätiger
Ärztinnen und Ärzte teils desaströs dar. In einem Aktionsbündnis für die
Soforthilfe in der Ukraine engagieren sich daher die DGK und die Deutsche
Herzstiftung bei der Unterstützung notleidender Menschen in der Ukraine.
Zudem werde die Forderung der Bundesregierung und der Europäischen Union
zur sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten unterstützt, um weiteres
unendliches Leid und Zerstörung abzuwenden. „Und wir unterstützen
uneingeschränkt die Forderung der Ukraine nach Freiheit und
Selbstbestimmung“, heißt es in dem Brief weiter. Dem Aktionsbündnis für
Soforthilfe gehören neben DGK und Herzstiftung die Deutsche Gesellschaft
für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und die Deutsche
Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK)
an.
Hilfe vor Ort mit medizinischen Geräten und Medikamenten
Durch eine finanzielle Soforthilfe der DGK in Höhe von 100.000 Euro, die
um weitere 50.000 Euro von der Deutschen Herzstiftung aufgestockt wurde,
können medizinische Geräte zur Ausstattung von ukrainischen Krankenhäusern
bereitgestellt werden. Die Herzstiftung verwendet hierfür Mittel unter
anderem auch aus dem „Barbara Genscher-Fonds für herzkranke Kinder und
Jugendliche“. Das medizinische Material wird in einem von der Stabsstelle
des Universitätsklinikums Bonn koordinierten Hilfskonvoi nach Kiew
transportiert. In einem ersten Konvoi hat die DGK bereits Mitte März
Medikamente im Wert von 50.000 Euro nach Kiew geliefert. Für diese
Ukraine-Soforthilfe stehen Kardiologen der DGK und der Deutschen
Herzstiftung in engem Kontakt mit der Ukrainischen Gesellschaft für
Kardiologie bzw. medizinischen Einrichtungen in der Ukraine.
Hilfen für herzkranke Kinder und ihre Familien
Ebenso unterstützen die Herzstiftung, DGTHG und DGPK in verschiedenen
Initiativen flüchtende Familien ambulant und stationär bei notwendigen
herzmedizinischen Versorgungsmaßnahmen. Finanzielle Mittel für Reise-,
Transport- und Unterbringungskosten von Patienten bzw. flüchtenden
Familien (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) hier in Deutschland stellt
die Deutsche Herzstiftung aus dem „Barbara Genscher-Fonds für herzkranke
Kinder und Jugendliche“ bereit. „Das Leid vieler herzkranker Kinder und
ihrer Familien in der Ukraine ist enorm und die medizinische Versorgung in
Kinderherzkliniken vielerorts massiv eingeschränkt und nur unter
erschwerten Bedingungen möglich“, betont DGPK-Präsident Prof. Dr. Matthias
Gorenflo. „Wir wollen deshalb besonders den herzkranken Kindern und
Jugendlichen und ihren Familien aus der Ukraine eine adäquate medizinische
kinderkardiologische und kinderherzchirurgische Versorgung in Deutschland
gewährleisten“, betont DGTHG-Präsident Prof. Dr. Andreas Böning. Auch
Erwachsene mit dringlichen Herzproblemen sollen bei der medizinischen
Versorgung unterstützt werden.
In der Ukraine fehlt es in den betroffenen Gebieten an grundlegenden
medizinischen Hilfsmitteln wie Beatmungsbeuteln und Blutzuckermessgeräten,
aber auch an Defibrillatoren und Medikamentenpumpen. „Wir sind den
Aktionspartnern dankbar, mit dieser gemeinsamen Solidaritätsaktion
medizinische Hilfsgüter für die notleidenden Menschen in der Ukraine
liefern zu können“, so der Herzstiftungs-Vorsitzende Prof. Voigtländer.
Das Aktionsbündnis unterstützt die Forderung der Bundesregierung und der
Europäischen Union zur sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten, um
weiteres Leid und Zerstörung abzuwenden.
Zum Offenen Brief von DGK und DHS unter:
https://dgk.org/daten/offener-
