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Tag der Megalithkultur: Natur und Mensch kündigt neue App an

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Das Landesmuseum Natur und Mensch entwickelt eine Augmented-Reality-App,
mit der die Besuchenden eine virtuelle Verbindung zwischen den
Kleinenknetener Großsteingräbern und der Nachbildung in der
Dauerausstellung herstellen können. Die App soll Ende des Jahres
fertiggestellt sein und den Namen "mega!lith 3D" tragen. Sie wird
entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“
der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

Den Europäischen Tag der Megalithkultur am Sonntag, 24. April, nimmt das
Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg zum Anlass, um die Pläne für eine
neue App zu verkünden, die Ende des Jahres an den Start gehen soll: Mit
„mega!lith 3D“ sollen die Besuchenden im Museum zukünftig die Nachbildung
einer Großsteingrabkammer noch intensiver erleben, indem sie mittels
Augmented Reality (dt. „erweiterte Realität“) das Original aus
Kleinenkneten ins Museum holen.

In Kleinenkneten bei Wildeshausen stehen zwei Großsteingräber aus der
Jungsteinzeit, die circa 3500 bis 2800 v. Chr. entstanden sind. Im Natur
und Mensch steht als Teil der Ausstellung „Geest“ eine Nachbildung einer
Grabkammer. Außerdem werden archäologische Sammlungsobjekte präsentiert,
die bei den Großsteingräbern gefunden wurden. Das Museum war in den 1930er
Jahren für die Erforschung der Grabanlagen verantwortlich.

„Mit ‚mega!lith 3D‘ steigern wir das Besuchserlebnis enorm. Wer die App
nutzt, wird auf dem Bildschirm Hintergrundinformationen abrufen können,
die mehr Kontext zur Megalithkultur liefern“, verspricht Steffen Pilney,
Projektkoordinator am Natur und Mensch. Ein 3D-Modell des Originals wird
in der App über die Nachbildung gelegt, sodass sich die Besuchenden
virtuell in der Grabkammer, wie sie in Kleinenkneten vorzufinden ist,
bewegen können. „Die Faszination, die von der Megalithkultur ausgeht, wird
hier im Museum mit der Betrachtung in der erweiterten Realität noch
deutlicher erkennbar“, so Pilney.

Die App wird aktuell von den Agenturen polyform und DroidSolutions
entwickelt. Die dafür notwendigen Daten liegen bereits durch das Projekt
„Modelldigitalisierung 3D von Natur- und Kulturgut Oldenburg (MoDi)“ in
Zusammenarbeit mit der Jade Hochschule Oldenburg vor. Ein vollständiger
3D-Scan der entsprechenden Grabkammer wurde im Rahmen des Projektes
erstellt und steht nun für die Nutzung in der App zur Verfügung.

Die App „mega!lith 3D“ wird entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm
für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch
die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im
Programm NEUSTART KULTUR. Geplant sind Vermittlungsangebote speziell für
Schulklassen, aber auch für Besuchende jeden Alters, ob mit oder ohne
Vorerfahrung. Außerdem sind mehrere Veranstaltungen geplant, die die
Megalithkultur thematisieren. Voraussichtlich im Herbst soll die Anwendung
für die Besuchenden nutzbar sein.

Das Landesmuseum Natur und Mensch ist Mitglied im Verein Megalithic
Routes, der seit 2013 jedes Jahr den Europäischen Tag der Megalithkultur
begeht, um ihren hohen allgemeinen Wert und ihre Besonderheiten zu
verdeutlichen. 2022 lautet das Motto „Megalithische Denkmaler als Archive
des alltäglichen Lebens“. Die Kleinenknetener Steine sind Teil der „Straße
der Megalithkultur“, die als niedersächsischer Abschnitt der „European
Route of Megalithic Culture“ 33 archäologische Stationen mit mehr als 70
Megalithanlagen verbindet. Die 310 Kilometer lange Route verläuft von
Osnabrück über Cloppenburg nach Wildeshausen und Oldenburg.