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25.4. Tag des Baumes: CO2-Fußabdruck von Holz korrekt berechnen

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Wird Holz aus dem Wald entnommen und für die Herstellung von
Holzprodukten, Baustoffen oder Papier genutzt, entsteht ein CO2-Fußabdruck
dadurch, dass im Wald weniger Kohlenstoff gespeichert ist, als wenn die
Bäume nicht gefällt worden wären. Der Atmosphäre wird so entsprechend
weniger CO2 entzogen. In die Gesamtrechnung einer Treibhausgasbilanz muss
dieser CO2-Fußabdruck aufgenommen werden, um tatsächlich alle Auswirkungen
der Holznutzung auf das Klima zu berücksichtigen.

Das Öko-Institut schlägt deshalb eine neue Berechnungsmethode vor: den
CO2-Speichersaldo. Dieser gibt eine Art „CO2-Rucksack“ an, den ein
geernteter Kubikmeter Holz mit sich führt, den der Wald mehr an
Kohlenstoff gebunden hätte, wenn dieser Kubikmeter nicht eingeschlagen
worden wäre. In Deutschland beträgt der CO2-Speichersaldo ungefähr 600 bis
1.700 Kilogramm CO2 pro geerntetem Kubikmeter Holz.
„Ein Wald aus dem weniger Holz geerntet wird, könnte mehr CO2 speichern,
als in zum Teil sehr kurzfristig genutzten Produkten aus Holz gebunden
wird“, fasst Dr. Hannes Böttcher, Experte für Klimaschutz und
Waldbewirtschaftung am Öko-Institut zusammen. „Bislang ignorieren
CO2-Bilanzen von Holz diese Effekte jedoch vollständig; unser
CO2-Speichersaldo schließt hier die Lücke.“

„CO2-Rucksack“ unterscheidet sich nach Art der Holznutzung

Dabei unterscheidet sich der „CO2-Rucksack“ je nachdem, um welche Art von
Wald und um welche Form der Holzentnahme es sich handelt. Werden lebende
Bäume aus einem jungen gesunden Wald direkt geerntet, ist der Effekt
größer, als wenn das Holz aus geschädigten Wäldern stammt oder
Waldrestholz entnommen wird, das bei der Ernte anfällt. Bei Holz, das den
Wald bereits verlassen hat, also zum Beispiel Reststoffe aus der
Sägeindustrie oder Altholz nach der Nutzung, muss gar kein CO2-Fußabdruck
berücksichtigt werden, da die Nutzung dieser Holzarten sich nicht mehr
direkt auf den Wald auswirkt.

Für die Gesamtbilanz ist am Ende auch entscheidend, wie lange CO2 im
Produkt gespeichert bleibt und wie stark es andere, energieintensivere
Produkte, die mehr CO2 verursachen würden, verdrängen kann (Substitution).
Bei einem Bauelement aus Holz für den Hausbau etwa wird der Kohlenstoff
über Jahrzehnte gespeichert, bei Papier jedoch nur sehr kurz und bei Holz,
das zum Heizen genutzt wird, gar nicht.

Die Speicherung in Holzprodukten und Substitutionseffekte können den
CO2-Speichersaldo ausgleichen, wenn sie langlebig sind und viel fossiles
CO2 vermeiden helfen. Das ist längst nicht für alle Nutzungen von Holz der
Fall: Zum Beispiel wird durch die Verwendung von Baumstämmen als
Scheitholz für den Kamin keine Treibhausgasminderung gegenüber fossilen
Energieträgern erreicht, wenn der CO2-Speichersaldo eingerechnet wird.
Dagegen können Baumstämme auch als langlebiges Konstruktionsholz für den
Hausbau genutzt werden. Das ersetzt fossile oder mineralische
Baumaterialien und spart so bis zu 76 Prozent Treibhausgase ein.

Die Website CO2-speichersaldo.de fasst den Forschungsstand zum
CO2-Speichersaldo zusammen, legt die Daten hinter den Berechnungen offen,
beantwortet Hintergrundfragen und stellt weitere Rechenbeispiele vor.

Senkenleistung des Waldes für den Klimaschutz

Deutschland will bis zum Jahr 2045 treibhausgasneutral werden – dabei
spielen Wälder eine wichtige Rolle. Wälder sind wichtige CO2-Speicher und
tragen wesentlich dazu bei Treibhausgase in der Atmosphäre zu verringern.
Diese sogenannte Senkenleistung des Waldes steigt, je naturnäher die
Wälder bewirtschaftet werden und weniger intensiv genutzt, das heißt
weniger Holz geerntet wird.

Darüber hinaus tragen naturnahe Wälder zum Schutz der Biodiversität bei
und sind wichtig für unser Wohlbefinden. Holz ist ein nachwachsender
Rohstoff, mit dem CO2-intensive Stoffe wie Stahl oder Beton sowie
kohlenstoffintensive Energiequellen wie Kohle und Erdgas ersetzt werden
können. Aufgrund des Krieges in der Ukraine wird ein Ausstieg aus dem
Erdgasverbrauch zunehmend dringlicher. Folglich wächst auch der Druck auf
die Verwendung von Holz, das Erdgas etwa in der Wärmeerzeugung ersetzen
könnte.

Der CO2-Speichersaldo kann als Hinweisgeber dazu dienen, in welchem Ausmaß
und vor allem welche Holzrohstoffe sich für die stoffliche und
energetische Nutzung eignen können, ohne die Atmosphäre und die Waldsenke
zu stark zu belasten. Dadurch können gezielt Maßnahmen umgesetzt werden,
wie die Förderung bestimmter Holzprodukte, die sich besonders gut eignen,
CO2 zu speichern und fossile Emissionen zu verringern und gleichzeitig
schonend für die Waldsenke sind.

Zur Website „CO2-Speichersaldo – Wirkung der Holznutzung auf
Kohlenstoffspeicherung im Wald in Treibhausgasbilanzen“ des Öko-Instituts:
https://co2-speichersaldo.de/de/index.html