Ausstellung: Helmut Schmidt als Krisenmanager
Extreme Situationen, schnelle Entscheidungen. Helmut Schmidt gegen
Sturmflut und RAF-Terror“ ist der Titel einer Ausstellung, die am 26.
April 2022 in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität eröffnet wird.
Laufzeit der Ausstellung ist bis 30. September 2022.
Die von Privatdozent Dr. Helmut Stubbe da Luz, Historiker aus Hamburg,
konzipierte Ausstellung widmet sich Schmidts Rolle während der Sturmflut
1962 und des „Deutschen Herbstes“. Grundsätzlich geht es um Fragen der
Orientierung am Grundgesetz und des „übergesetzlichen Notstands“.
Zweimal, so hat sich Helmut Schmidt 2008 in seinen Memoiren erinnert, sei
er als Politiker in extreme Situationen geraten, „in denen schnelle
Entscheidungen verlangt waren“. Er habe sich nicht „auf ein Gesetz oder
auf andere Handlungsanleitungen“ stützen können. Zum einen 1962 bei der
Sturmflut: Sollte, durfte die Bundeswehr zur Katastrophenhilfe
herangezogen werden? Zum anderen 1977 während der Entführung des
Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie des Lufthansa-Jets
„Landshut“: Sollte, durfte die Bundesregierung die Forderung mörderischer
Geiselnehmer ablehnen, Komplizen aus der Haft freizulassen?
Schon 1979 hatte Schmidt die Sturmflut und den RAF-Terror in einem Atemzug
genannt. Er habe bei der Sturmflut „das Grundgesetz […] übertreten,
wissentlich und willentlich“. Und zu der gewaltsamen Befreiung der
„Landshut“-Geiseln in Mogadischu, die dann mit der Opferung Schleyers
verbunden war, ergänzte der Kanzler: „Ich kann nur nachträglich den
deutschen Juristen danken, dass sie das alles nicht verfassungsrechtlich
untersucht haben.“
Traf Schmidt 1962 und 1977 auf einen „übergesetzlichen Notstand“, der
einsam-kühne Entscheidungen sowohl erforderte als auch rechtfertigte? Wo
boten sich ihm Alternativen? Wie sind die Tatsachen hernach beurteilt
worden? Die Ausstellung zeigt Schrift-, Bild- und Tondokumente. Zentrale
Fragestellungen werden im bebilderten Begleitband vertieft.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Mo-Do 9-16, Fr 9-14 Uhr
An Sonn- und Feiertagen geschlossen.
Eintritt frei.
