DGfI Stellungnahme zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24.04.2022
Die DGfI weist zum Internationalen Tag des Versuchstiers auf die Bedeutung
von Tierversuchen für die Erforschung immunologischer Mechanismen und
Therapiestrategien im Bereich Infektion, Krebs und Autoimmunerkrankungen
hin. Dabei gelten immer die sogenannten 3R-Regeln der EU, die u.a. zum
Ziel haben, Tierversuche auf das notwendige Minimum zu reduzieren.
Die DGfI weist zum Internationalen Tag des Versuchstiers auf die Bedeutung
von Tierversuchen für die Erforschung immunologischer Mechanismen und
Therapiestrategien im Bereich Infektion, Krebs und Autoimmunerkrankungen
hin. Dabei gelten immer die sogenannten 3R-Regeln der EU, die u.a. zum
Ziel haben, Tierversuche auf das notwendige Minimum zu reduzieren.
Die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Immunologie sind
Immunologen/innen, die die Mechanismen des angeborenen und des erworbenen
Immunsystems erforschen und dabei zentrale Fragestellungen adressieren:
Wie lösen Viren, Bakterien und andere Pathogene Krankheiten aus und wie
kann man daraus Impfungen gegen Krankheitserreger und Therapien für die
Behandlung von Infektionskrankheiten entwickeln? Welche Mechanismen setzt
das Immunsystem zur Abwehr von Krebszellen ein, welche Ausweichstrategien
finden sich bei Tumoren und wie kann man daraus neue Tumortherapien
entwickeln? Welche immunologischen Mechanismen sind an der Entstehung von
Autoimmunerkrankungen oder Allergien beteiligt und welche Strategien für
deren Behandlung ergeben sich aus diesem Wissen? Teile dieser
Forschungsfragen lassen sich inzwischen mit Hilfe von Zellkultursystemen
in vitro oder Computermodellen untersuchen. Da jedoch ein intakter
Organismus in seiner Komplexität bisher nicht in ausreichendem Maß
künstlich nachgebildet werden kann, können Tierversuche nicht vollständig
durch Zellkulturen und Computermodelle ersetzt werden. Daher sind für die
immunologische Grundlagenforschung, sowie für die Entwicklung von
immunologischen Therapie-strategien und Medikamenten immer auch
Tierversuche notwendig, auch um die Sicherheit und Wirksamkeit neuer
Substanzen beurteilen zu können. Sie werden jedoch stets auf das
notwendige Minimum beschränkt, sind genehmigungspflichtig und unterliegen
sehr strengen Auflagen und Kontrollen durch die zuständigen
Aufsichtsbehörden.
Tierversuche am Beispiel der Krebs- und Impfstoffforschung
Die aktuelle Coronavirus-Pandemie hat das Thema „Infektionskrankheiten“
wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dabei darf nicht vergessen
werden, dass die Entwicklung der mRNA-basierten Corona-Impfstoffe auf der
Forschung an Impfstoffen gegen Krebszellen aufbauen konnte. Seit
Jahrzehnten wird international und auch in Deutschland an Impfstrategien
geforscht, um die körpereigene Abwehr gegen Krebszellen zu stärken und
Tumorwachstum zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Dabei sind auch
Tierversuche unersetzlich, denn ohne sie könnte kein Nachweis für die
Wirksamkeit der neuen Behandlungen erbracht werden. Als Ergebnis dieser
Forschung stehen nun etliche neue Therapiestrategien zur Verfügung, die es
vor wenigen Jahren noch gar nicht gab, die aber bereits heute phänomenale
Erfolge bei der Behandlung von einstmals hoffnungslosen Erkrankungen
ermöglichen. Auch für die mehr als 20 Jahre Entwicklungsarbeit in der
Erforschung der sogenannten mRNA-Technologie als Beispiel für eine
gezielte Krebsimmuntherapie waren Tierversuche notwendig, um deren
Wirksamkeit nachweisen zu können. Auf Basis der Erkenntnisse aus dieser
Impfstoffforschung gegen Krebszellen konnten dann in Rekordzeit Impfstoffe
gegen COVID 19 entwickelt werden, für deren klinische Zulassung auch
Tierversuche notwendig waren. Die so erprobten Impfstoffe haben inzwischen
Millionen Menschenleben durch den Schutz vor einem schweren COVID
19-Verlauf retten können.
Das 3R-Prinzip zur Minimierung von Tierversuchen
Tierversuche sind in der medizinischen Forschung unerlässlich. Eine der
wichtigsten Grundsätze ist dabei das 3R-Prinzip – Replace
(Vermeiden/Ersetzen) – Reduce (Verringern) – Refine (Verbessern). Diese
Richtlinie gibt vor, dass Tierversuche soweit wie möglich durch
Alternativmethoden ersetzt werden müssen (Replace). Zudem müssen Studien
so gestaltet werden, dass die Zahl der Versuchstiere auf ein Minimum
reduziert wird (Reduce). Die Haltungs- und Untersuchungsmethoden müssen
zudem darauf ausgelegt sein, den Stress für die Versuchstiere zu
minimieren (Refine). Alle Tierversuchsanträge in Deutschland werden nach
diesem Prinzip begutachtet. Tierversuche dürfen nur nach entsprechender
Genehmigung durchgeführt werden und werden dabei genau kontrolliert. Damit
wird sichergestellt, dass in Deutschland keine unnötigen Tierversuche
durchgeführt werden.
Referenz: Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung GmbH, Braunschweig,
https://www.helmholtz-hzi.de/d
versuchstiers/
