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Cybersicherheit: Fraunhofer IOSB-AST präsentiert KI-Lösung zur automatisierten Echtzeit-Erkennung von IT-Angriffen

André Kummerow im Leittechnik-Labor des Fraunhofer IOSB-AST beim Test der KI-Algorithmen.  Martin Käßler  Fraunhofer IOSB-AST
André Kummerow im Leittechnik-Labor des Fraunhofer IOSB-AST beim Test der KI-Algorithmen. Martin Käßler Fraunhofer IOSB-AST
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André Kummerow im Leittechnik-Labor des Fraunhofer IOSB-AST beim Test der KI-Algorithmen.  Martin Käßler  Fraunhofer IOSB-AST
André Kummerow im Leittechnik-Labor des Fraunhofer IOSB-AST beim Test der KI-Algorithmen. Martin Käßler Fraunhofer IOSB-AST

Selten war die Bedrohung für die
Energieversorgungssysteme durch Cyberangriffe so groß wie in letzten
Wochen und Monaten. Fraunhofer-Forscher*innen haben nun erfolgreich ein
KI-basiertes Verfahren entwickelt, mit welchem der Netzwerkverkehr
zwischen elektrischem Netz und Leitsystem automatisiert und in Echtzeit
auf auffällige Muster bzw. Anomalien geprüft werden kann.

Trotz hoher Anforderungen im Rahmen gesetzlicher Vorgaben wie dem IT-
Sicherheitsgesetz oder der Einführung von IT-Sicherheitsmanagementsystemen
(ISMS) bleiben Energieversorger im Fokus von Cyberangriffen. Besonders
sensibel sind dabei die für einen sicheren Netzbetrieb zuständigen
Netzleitwarten.

In Ihnen werden täglich tausende Daten und Messwerte analysiert, daraus
kritische Betriebssituationen erkannt und entsprechende Schalt- und
Regelvorgänge abgeleitet. Verschafft sich ein Angreifer hier von außen
Zugriff und werden z.B. Messwerte absichtlich manipuliert, kann das zu
falschen Schalthandlungen bis hin zum Black-Out als Worst-Case-Szenario
führen.

Für einen sicheren Netzbetrieb sind daher neue Ansätze notwendig, die
automatisiert und in Echtzeit sämtliche Netzwerk- und Prozessinformationen
zwischen Netz- und Leitsystem überwachen und auf Manipulationen prüfen. Im
vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten
Forschungsprojekt „Digital-Twin-zentrische Dienste und Applikationen für
den dynamischen Betrieb und den Schutz des zukünftigen
Energieversorgungssystems“ (HyLITE) haben Forscher*innen des Fraunhofer
IOSB-AST nun eine passende Lösung entwickelt.

Das Ergebnis ist eine KI-unterstützte, intelligente Überwachungslösung für
Netzleitsysteme, welche zunächst das Normalverhalten auf Mess- und
Kommunikationsebene automatisch anlernt. Die Software kann dabei nicht nur
die aktuelle Betriebssituation sowie technische Ausfälle oder Störungen,
sondern auch Anomalien in den Messwerten bzw. dem Datenverkehr zwischen
elektrischem Netz und Leitsystem erkennen.

Damit ist eine ganzheitliche Überwachung des Netzbetriebs und der
eingesetzten Kommunikationsmittel für den verantwortlichen Operator in
Echtzeit möglich. Der Zugang erfolgt über eine web-basierte
Echtzeitvisualisierung, die einen schnellen Überblick über die KI-
gestützte Anomaliebewertungen ermöglicht.

Die KI-Lösung soll nun potenziellen Kunden zur Integration in den
Netzbetrieb zur Verfügung gestellt werden. Bei Interesse können Sie sich
gerne per E-Mail an André Kummerow unter andre.kummerow@iosb-
ast.fraunhofer.de wenden.