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Zwischen Wettbewerb und Klimaschutz: Internationaler Handel sucht neue Balance

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Logistiktag der Kühne-Stiftung an der Kühne Logistics University

Der internationale Handel, ein stärkerer Fokus in der Management-
Ausbildung auf das Thema Nachhaltigkeit und ein enger Schulterschluss von
Wissenschaft und Praxis sind Schlüssel-Elemente, um den Klimawandel zu
begrenzen. Das war das Fazit der Experten beim 18. Logistik-Tag der Kühne-
Stiftung zu neuen Perspektiven wirtschaftlichen Handelns angesichts des
fortschreitenden Klimawandels. Eingeladen hatte der Stifter Prof. Dr. h.c.
Klaus-Michael Kühne.

„Der internationale Handel ist Teil der Lösung, ihm kommt eine
Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel zu“, sagte Prof. Dr. Ralph
Ossa, Kühne Center for Sustainable Trade and Logistics, Universität Zürich
und Gastprofessor an der KLU, anlässlich des Logistiktags. Je größer die
Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen, desto
stärker werde der Handel seine Partner in Produktion und Transport nach
ihrer Ökobilanz auswählen. Dies zeige sich schon jetzt im Trend des
Nearshorings, also der Re-Regionalisierung von Lieferketten. Prof. Ossa:
„Wir brauchen ökonomisch motivierte ‚grüne‘ Handelswege. Auch die
chinesische Wirtschaft wird nur durch wirtschaftlichen Druck auf mehr
Nachhaltigkeit setzen. Hierin liegt eine enorme Transformationskraft.“

Neue Schlüsselkompetenzen in Führungsetagen: Nachhaltigkeit und
Lieferketten

Ein vertieftes Wissen zu nachhaltigem Wirtschaften und zu nachhaltigen
Lieferketten werde zur neuen Schlüsselqualifikation, sagte Prof. Dr.
Johannes Meuer, Direktor am KLU-Forschungszentrum Center for Sustainable
Logistics and Supply Chains (CSLS). „Unternehmen müssen jetzt in die Aus-
und Weiterbildung ihrer Führungskräfte investieren. In spätestens zehn
Jahren muss jeder Vorstand auch Experte für Nachhaltigkeit sein.“ Das
unterstreicht der aktuelle Bericht des Weltklimarates, der keinen Zweifel
daran lässt, dass die 2020er Jahre die letzte und entscheidende Dekade für
die Begrenzung des Klimawandels sind. Die KLU könne als wissenschaftliche
Hochschule mit starkem Praxisbezug hier einen maßgeblichen Beitrag zur
grünen Logistik leisten, so Prof. Meuer.

Klimaneutrale Wirtschaft: Schulterschluss von Wissenschaft und Wirtschaft

Der nötige schnelle Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft kann nur
gemeinsam gelingen, waren sich die Referenten des Logistiktags einig.
KLU-Präsident Prof. Dr. Thomas Strothotte forderte dafür einen noch
stärkeren Schulterschluss von Wissenschaft und Wirtschaft: „Nur wenn wir
Expertise, Ideen und Ressourcen in Wirtschaft und Wissenschaft bündeln,
kann Deutschland die Emissionen bis 2030 um 65 Prozent reduzieren und bis
2045 klimaneutral werden.“ Beide Seiten müssten hierfür noch stärker
aufeinander zugehen. Thinktanks und Forschungszentren wie das Center for
Sustainable Logistics and Supply Chains (CSLS) an der Kühne Logistics
University seien hierfür gute Beispiele.