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Gründerinnen brauchen Vorbilder: Buchvorstellung „Unternehmerinnen ungeschminkt“

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Do 5.5.2022, 14:30-16:00 Uhr: Buchpremiere. Buch mit 16 Porträts
erfolgreicher Frauen gibt Anregungen und Inspirationen. Uni Hohenheim
fördert Gründungsaktivitäten von Frauen.

Was zeichnet erfolgreiche Unternehmerinnen aus? Wie war ihr Karriereweg?
Was motiviert sie und womit haben erfolgreiche Frauen besonders zu
kämpfen? Antworten auf diese Fragen gibt ein neues Buch, das die
Universität Hohenheim in Stuttgart herausgegeben hat und welches im Rahmen
des Projektes „entrepreneurin“ entstanden ist. Erschienen ist es im Marie
von Mallwitz Verlag. Autorin ist eine Absolventin der Universität:
Christine Harbig. Zur hochschulöffentlichen Buchpremiere am 5. Mai 2022
sind Pressevertreter:innen herzlich eingeladen. Anmeldungen bitte an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Einige Interviews und Videos der porträtierten
Frauen finden sich auch auf der Website: http://www.entrepreneurin.eu

Gründungsratgeber gibt es zuhauf, doch echtes Praxiswissen von
Unternehmerinnen, die die ersten zwei bis drei Jahre der Selbstständigkeit
schon erfolgreich bestanden haben, ist rar. Genau hier setzt das Buch
„Unternehmerinnen ungeschminkt“ an: 16 Frauen berichten ehrlich und
authentisch, wie sie ihr eigenes Business aufgebaut haben.

Über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten haben sich die Wege der
porträtierten Frauen an der Universität Hohenheim gekreuzt, wo
Entrepreneurship seit vielen Jahren gelehrt und gelebt wird und
Förderprogramme für nachhaltige und soziale Gründungen etabliert sind.
„Hier wurden und werden die Grundsteine für junge Unternehmen gelegt“,
berichtet Dr. habil. Anette Fomin vom Gleichstellungsbüro. „Und aus diesem
Fundus stellen wir einige beeindruckende Frauen vor.“

Autorin Christine Harbig, selbst ehemalige Studentin der Universität
Hohenheim, hat ihre Geschichten aufgeschrieben. Darunter sind unter
anderem die Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg Muhterem Aras, Dr.
Antje von Dewitz von der Vaude GmbH, Waltraud Weegmann von der Konzept-e
für Bildung und Soziales GmbH sowie Dr. Judith Blickle von der
Social.Urban.Nature GmbH.

Die Frauen erzählen von Etappenzielen und Erfolgen genauso wie von Hürden,
Vorurteilen und Rückschritten. Dabei gewähren sie spannende Einblicke in
Persönliches sowie Berufliches: Ob Elternhaus oder Schwangerschaft, Werte
und Wirtschaftlichkeit, Zeit und Durchhaltevermögen – sie lassen die
Leser:innen an allem teilhaben und geben zahlreiche Tipps. Dabei reichen
die Porträts weit über die Anfangsphase hinaus und zeigen die Wege in den
Folgejahren, die nicht immer geradlinig verlaufen sind und zu denen auch
der Mut zum Scheitern gehörte.

Weibliche Vorbilder sichtbar machen

„Entstanden ist das Buch im Rahmen des Projektes „entrepreneurin“, mit dem
die Universität das Ziel verfolgt, die Anzahl der Existenzgründerinnen zu
erhöhen“, erklärt Koordinatorin Claudia Böhnke. „Wir möchten andere Frauen
ermutigen, an ihre Ideen zu glauben und ihre Ziele zu verfolgen. Ganz
gleich, ob sie sich in einer Festanstellung weiterentwickeln oder den
Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen.“ Was jungen Frauen
besonders fehle, seien weibliche Vorbilder in der Startup-Szene, an denen
sie sich orientieren könnten, betont sie: „Zwar gibt es durchaus eine
Reihe erfolgreicher Gründerinnen – aber sie sind im Vergleich zu ihren
männlichen Pendants weniger sichtbar.“

Wie wichtig eine gezielte Förderung ist, unterstreicht Theresia Bauer,
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, in
ihrem Interview: „Wir können nicht zufrieden sein mit dem, was wir bislang
erreicht haben. Unter Gründer:innen liegt der Frauenanteil gerade mal bei
16 Prozent und das ist zu wenig. […] Frauen drängen sich oftmals nicht in
die erste Reihe, deshalb ist eine besondere Ansprache, wie beim Projekt
„entrepreneurin“, so wichtig. Denn Gründerinnen haben einen eigenen
Spirit, eine eigene Perspektive, und wenn wir sie nicht fördern,
verzichten wir auf viele Talente, die wir so dringend brauchen.“

Sie verweist auf die beiden Gründerinnen Amelie Vermeer und Julia
Piechotta, die mit ihrem Unternehmen Spoontainable Erfolgsgeschichte
geschrieben haben. Sie produzieren unter anderem essbare Eislöffel und
haben so ein Wegwerfprodukt aus Plastik durch eine nachhaltige Alternative
ersetzt.

Drei Karrierewege im MentHo-Programm: Wissenschaft, Wirtschaft / Behörden
– und Gründen

Die Universität Hohenheim unterstützt mit dem Programm MentHo (Mentoring
Hohenheim) unter Leitung von Prof. Dr. Ute Mackenstedt und dem
Gleichstellungsbüro Studentinnen und Absolventinnen seit nunmehr 20 Jahren
bei ihrer Karriereplanung.

Ende 2017 begann gemeinsam mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
Nürtingen-Geislingen das Projekt „entrepreneurin“. Damit wurde
Studentinnen, Doktorandinnen und Postdocs beider Einrichtungen eine
weitere Karriereoption angeboten – die Unternehmensgründung aus der
Wissenschaft heraus. Frauen, die Führungspositionen in Startups einnehmen
wollen, sollten unterstützt und gefördert werden.

Herzstück des Projektes ist der ‚KarriereBus‘, der Studentinnen und
Doktorandinnen zu frauengeführten Unternehmen fährt. Das Kennenlernen von
Vorbildunternehmerinnen war für alle Teilnehmerinnen immer ein tolles
Erlebnis auf dem Weg ihrer Berufsplanung. „Die Rückmeldungen, die wir zum
‚KarriereBus‘ erhalten, sind fantastisch“, sagt Projektleiterin Prof. Dr.
Mackenstedt. „Das zeigt uns, wie wichtig es für die eigene Berufsplanung
ist Menschen kennenzulernen, die einen bestimmten Weg eingeschlagen
haben.“ Deswegen soll der ‚KarriereBus‘ auch nach dem Ende der Förderung
für das Projekt „entrepreneurin“ weiterlaufen.

Zum Buch „Unternehmerinnen ungeschminkt“

Das Buch „Unternehmerinnen ungeschminkt“ ist kein fachliches Lehrwerk,
sondern macht Absolventinnen der Universität als Unternehmerinnen sichtbar
und soll Gründungsinteressierte motivieren. Es ist ab sofort im Handel
erhältlich.

Unternehmerinnen ungeschminkt
Universität Hohenheim (Hrsg.), Autorin: Christine Harbig
Hardcover, 272 Seiten; 22 Euro,
Marie von Mallwitz Verlag, München
ISBN: 978-3-946297-19-2
versandkostenfrei u.a. über: www.marie-von-mallwitz-verlag.de

HINTERGRUND: Projekt „entrepreneurin“

Ende 2017 startete das Verbundprojekt „entrepreneurin“. Ziel war Frauen
auf dem Weg von der Hochschule zum eigenen Wirtschaftsunternehmen zu
unterstützen. Es wurde vom Ministerium für Soziales und Integration in
Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Baden-Württemberg mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert
(Landesprogramm CoMenT). Projektpartner war die Hochschule für Wirtschaft
und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Ende 2021 lief das mit 470.000
Euro geförderte Projekt aus.