PM 10/2022 Vortragsreihe „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ startet
Künstliche Intelligenz (KI) befasst sich mit der Automatisierung
intelligenten Verhaltens auf der Basis großer Datenmengen. KI spielt
bereits heute bei der Diagnostik und Früherkennung von verschiedenen
Krankheiten eine große Rolle. Die Chancen der datengestützten Medizin
stehen ebenso im Mittelpunkt der Akademievorlesungsreihe wie die Grenzen
von KI und die gesellschaftlichen Konsequenzen. Der Mathematiker und
Physiker Prof. Dr. Dr. Fabian Theis eröffnet am 12. Mai 2022 die
Vorlesungsreihe. Ebenso sind der Medizininformatiker Prof. Dr. Christoph
Bock und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar über den YouTube-
Kanal der Akademie der Wissenschaften in Hamburg zu erleben.
Künstliche Intelligenz kommt zum Einsatz, wenn es darum geht, Milliarden
von Datenpunkten zu sammeln, zusammenzufassen, zu sortieren und
organisiert darzustellen. Sie ist ein Sammelbegriff für algorithmische
Systeme, die bestimmte Aufgaben lösen können. Ein Teilgebiet der KI ist
das Maschinelle Lernen. Der Begriff umschreibt selbstlernende Algorithmen,
die aus Daten Muster ableiten, um daraus Lösungswege für ein
wiederkehrendes Problem zu erstellen. Eine spezielle Methode des
Maschinellen Lernens und der Informationsverarbeitung wiederum ist das
Deep Learning. Diese Themen greifen die Referenten der
Akademievorlesungsreihe im Sommersemester 2022 auf.
Die Akademievorlesungsreihe entspricht dem Fokus des Hamburger
Wissenschaftspreises 2021: „Künstliche Intelligenz in der Medizin“. Als
Preisträger eröffnet Prof. Dr. Dr. Fabian Theis die Vortragsreihe.
Mehr zum Preis:
https://www.awhamburg.de/akade
Die Vorträge beginnen jeweils um 19:00 Uhr. Sie sind nur per Livestream
über den YouTube-Kanal der Akademie der Wissenschaften in Hamburg zu
verfolgen.
Eine Anmeldung zum Livestream ist nicht erforderlich. Der Chat ist
aktiviert.
Zum Livestream gelangen Sie hier:
https://www.youtube.com/user/a
Donnerstag, 12. Mai 2022, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Helmholtz Munich Computational Health Center:
„Künstliche Intelligenz in Biologie und Biomedizin“
In der modernen Biomedizin werden riesige und komplexe Datensätze erzeugt.
Sie entstehen insbesondere in den Bereichen Bildgebung und ‚Omics‘, der
Analyse verschiedener Komponenten des Zellstoffwechsels auf einer globalen
Ebene. Die Analyse und Integration dieser Datensätze ist nicht nur für die
Forschung, sondern auch für den geplanten klinischen Einsatz, z. B. in der
Präzisionsmedizin, von entscheidender Bedeutung. Die Vision einer wirklich
datengestützten Medizin wird daher durch Techniken der Datenwissenschaft
ermöglicht, vor allem durch maschinelles Lernen und künstliche
Intelligenz.
Fabian Theis ist ein Pionier für künstliche Intelligenz und maschinelles
Lernen in der Biomedizin, speziell im Bereich der Einzelzellbiologie.
Seine wissenschaftlichen Beiträge werden breit rezipiert und tragen
wesentlich zur Beantwortung komplexer biologischer und medizinischer
Fragen bei. Fabian Theis ist unter anderem Preisträger des Hamburger
Wissenschaftspreises 2021.
Mittwoch, 1. Juni 2022, 19:00 Uhr
Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist:
„Mensch und Maschine – wer programmiert wen?“
Wir werden in den nächsten Jahren immer häufiger mit dem Aufkommen von
künstlicher Intelligenz konfrontiert werden. Sie wird viele Bereiche
unseres Lebens fundamental verändern. Von Industrie 4.0 über autonome
Maschinen bis hin zu Anwendungen in der Medizin verstärkt sich der Einsatz
von Deep Learning-Systemen. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit wir
diesen neuen intelligenten Systemen vertrauen können. Wie viel
Verantwortung geben wir ab?
Anhand konkreter Beispiele vermittelt der Vortrag auf verständliche Weise
die grundlegenden Qualitäten selbstlernender Systeme und fragt nach den
gesellschaftlichen Konsequenzen. Es geht um unsere Rolle. Mensch und
Maschine – wer programmiert wen?
Der Physiker Ranga Yogeshwar zählt zu den bekanntesten
Wissenschaftsjournalisten Deutschlands. Yogeshwar begann seine TV-Karriere
beim WDR Köln, seit 2008 arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist.
Als Autor und Vortragsredner befasst er sich intensiv mit den Themen
Innovation, Bildung und Nachhaltigkeit.
Donnerstag, 23. Juni 2022, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Christoph Bock, Medizinische Universität Wien / CeMM
Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften:
„Maschinelles Lernen für eine präzise molekulare Medizin“
Krankheiten anhand ihrer molekularen Ursachen zu diagnostizieren und zu
behandeln – das ist das Ziel der molekularen Medizin. Dank neuer
Technologien wie der Genomanalyse und CRISPR-Screens haben wir sehr viele
Daten zur Entstehung von Krebs. Maschinelles Lernen hilft uns dabei, diese
Daten zu verstehen und für einzelne Patientinnen und Patienten nutzbar zu
machen. Mit der Epigenetik werfen wir den Blick zurück in die Herkunft
eines Tumors – bis zu der Zelle, mit der alles begann. Und wir richten den
Blick nach vorn: Welches Potenzial haben Immunzellen für die Tumor-Abwehr
und wie können wir sie unterstützen?
Christoph Bock ist Principal Investigator am CeMM Forschungszentrum für
Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und
Professor für Bio Medizinische Informatik an der Medizinischen
Universität Wien. Seine Forschung kombiniert experimentelle Biologie
(Genom-Sequenzierung, Epigenetik, CRISPR) mit Methoden der Informatik
(Bioinformatik, Maschinelles Lernen, Artificial Intelligence) – im Kontext
von Krebs, Immunologie und Präzisionsmedizin.
Über gegebenenfalls eintretende kurzfristige Änderungen informieren Sie
sich bitte zeitnah zur Veranstaltung auf unserer Website www.awhamburg.de
